Zurück in die Zukunft

backup_festival 2014 – Zurück in die Zukunft

backup_festival 2014 | 21.05. – 25.05.2014

Auch in seinem 16. Jahr schafft es das studentische Kurzfilmfestival backup, sich wieder neu zu erfinden! Zwar soll die hervorragende Qualität der eingesendeten Kurzfilme erhalten bleiben, trotzdem versuchen wir aber jedes Jahr, neue internationale Kunst- und Gestaltungshochschulen mit ins Boot zu holen, die uns an den kreativen Leistungen ihrer Studenten teilhaben lassen.
Für das richtige Kino-Erlebnis bleibt die nostalgische Atmosphäre des Lichthaus Kinos in Weimar natürlich erhalten. Ein weiteres Augenmerkt werden wir aber wieder auf „backup at home“ legen, wo Kurzfilme Einzug in die Wohnzimmer von Studenten-WGs finden.

Aber wer genau ist dieses Wir? Gestemmt wird das ganze Festival von einem Team, bestehend aus den langjährigen Leiterinnen Juliane Fuchs und Anne Körnig und Studentinnen und Studenten der Bauhaus-Universität Weimar. Doch unser backup wächst! Gab es im letzten Jahr mehr als 40 Teilnehmer am Projekt, gehören in diesem Jahr 80 Köpfe und 160 Hände zum Netzwerk des Festivals. Es ist eine bunte Mischung aus unterschiedlichen Fachrichtungen, Nationalitäten und Altersgruppen.

Da ist zum Beispiel Michael Martín Binoth. Er ist 22 Jahre alt und kommt aus Spanien, wo er an der Universität von Girona „Medien und Public Relations“ studiert. Vorher hat er eine Studien-Vorbereitungs-Klasse zum Thema „Marketing, Commerce and Organisation“ besucht und ein Praktikum bei einer Firma gemacht, die sich mit eCommerce beschäftigt. Michael erlangte hier einen ersten Einblick in Online-Werbung, speziell in die SEO (Search Engine Optimisation), also die Optimierung von Suchmaschinen. Das kann man sich so vorstellen, dass die Leute in dieser Agentur dafür sorgen, welche Ergebnisse bei unserer Internetrecherche mit Suchmaschinen am weitesten oben stehen. Durch dieses Praktikum ist er auch auf sein Bachelor Studium gekommen. Neben dem Studium jobbte er weiterhin bei dieser Agentur und erwarb so viele wichtige, praktische Kompetenzen auf dem Gebiet des Marketings und der Online-Werbung. Nach zwei Jahren fühlte er sich so sicher in diesem Bereich, dass er seine eigene kleine Firma gründete und bis heute seine spanischen Kunden berät, wie sie ihr Online Marketing optimieren können. Trotzdem hat er noch viel zu lernen, wie er sagt, und würde gerne nach dem Studium in einem internationalen Unternehmen noch weitere Erfahrungen sammeln.

Doch wie kommt so ein Typ zu uns nach Weimar? Der junge Spanier verbringt gerade zwei Auslandssemester an der Bauhaus-Universität. Hier setzt er sich vor allem mit Medienwissenschaften und Media Planung auseinander. Und Weimar findet er einfach „geil“. Eine kleine Stadt mit studentischem Flair und einem guten Ruf, die noch dazu total international ist, das mag Michael hier. Außerdem findet er backup interessant. Er wollte schon immer mal an der Organisation eines Festivals mitwirken und findet es daher super, dass in unserem Fall alles von den Studenten selbst gestemmt wird. Das bedeutet auch, dass wir viele Freiheiten haben und dass jeder an den Sachen wirken kann, die ihn interessieren. Michael ist Teil der Marketing Gruppe. Er bereichert unser Team mit seiner langjährigen Erfahrung und spannendenden Inspirationen in diesem Bereich. So kam er zum Beispiel auch zu der Idee, eine Außenwand der Universitätsbibliothek als Leinwand zu nutzen, auf die dann mit einem Projektor groß Werbung fürs backup_festival und seine Partner projiziert wird. Oder die Veranstaltung eines „Social Brainstormings“, in dem er die Gedanken aller Leute zum backup_festival einfangen will. (Autorin: Lisa Hager)

Suzon Tisseau, eine 19-Jährige Studentin aus Frankreich, macht auch bei unserem Festival mit. Sie fand in diesem Projekt eine gute Möglichkeit, ihre Kenntnisse der Kommunikation zu nutzen und ans Licht zu bringen, da sie schon letztes Jahr “information-communication” an der Universität von Lyon studiert hat. Sie ist Anfang des Jahres in Weimar angekommen, um Medienwissenschaften zu studieren, weil es ein Austauschprogramm zwischen der Bauhaus-Universität Weimar und der Universität Lumière Lyon 2 gibt. Zwischen dem Unterricht, ihren 5 Stunden Klettersport-Training pro Woche und den Sportkursen, die sie für Kinder gibt, findet Suzon noch Zeit, um für dieses Festival zu arbeiten. Unsere Französin hat viel Elan und erzählt: “Die Idee, ein Festival von und für Studenten zu organisieren, gefällt mir. Ich interessiere mich für Kino und bin der Meinung, dass es für meine berufliche Zukunft nur von Vorteil sein kann. Es ist auch schön, ein ganzes Projekt von Anfang bis Ende zu führen, das danach für andere zur Verfügung steht.” Suzon arbeitet in der Austauschgruppe. Ihre Verantwortung im Rahmen dieses Festivals ist es also, Partnerschaften mit ausländischen Hochschulen zu initiieren, die bereit wären, am backup_festival teilzunehmen. “Das bringt eine neue Perspektive, Kurzfilme von anderen Ländern zu sehen. Die internationalen Aspekte sind heutzutage sehr wichtig.”, behauptet sie. “Da ich aus Frankreich komme, habe ich verschiedene Freunde in Nantes wegen des Festivals kontaktiert. Sie studieren im Bereich Medien. Manche haben nicht geantwortet. Das passiert, wenn man ein solches Ereignis organisiert. Aber eine Hochschule, die ich kontaktiert habe, scheint sehr motiviert, und ich sehe hier vielleicht die Möglichkeit, durch das Festival eine langfristige Freundschaft zu knüpfen”. Laut Suzon könnte durch die verschiedenen Teams jeder seinen Platz finden. Ganz viele verschiedene Bereiche seien wichtig, um ein Festival zu organisieren. “Man lernt im Team zu arbeiten und miteinander zu kommunizieren. Es ist spannend, weil man gar nicht wissen kann, wie es am Ende werden wird. Man hat das Gefühl, eine richtige Verantwortung zu haben.” Suzon hat ihren Platz im backup Netzwerk gefunden, und freut sich weiterhin, das Projekt in ihrem Team zu gestalten. (Autorin: Manon Le Hir)

Räume gestalten. Kommunikation und Interaktion forcieren. Scheinbar unbrauchbaren Dingen eine neue Funktion zuweisen und mit ihrer Form experimentieren. Projektstudent Philipp Wartenberg ist Upcycler, VJ, Hobbytischler, Klangkünstler und Musiker. Improvisation steht dabei auf der Tagesordnung. „Ausprobieren, was alles möglich ist. Hauptsache ästhetisch.“
„Ästhetik“ ist sein Lieblingswort, und sein ganz persönliches ästhetisches Forschen ist seine Leidenschaft.
Er gehört zum Szenografie-Team des diesjährigen backup_festivals und kann auf eine ganze Reihe an Erfahrungen in diesem Bereich zurückgreifen. Vor seinem Studium in Weimar hat Philipp zahlreiche Veranstaltungen in Weimar, Jena, Erfurt, Leipzig und Berlin dekorativ ausgestattet und als Visual Jockey (VJ) die Gäste mit rhythmisch angepassten Bewegtbildern zum Tanz und zur Interaktion animiert. Seine handwerklichen und stilistischen Mittel reichen dabei von Livevideoschnitt, Effektsteuerung und Beleuchtung bis hin zu skulpturalem Objektbau und immersiven Strategien, wie dem Einsatz von Sensorik im Bühnenbereich und Videomapping auf räumlich arrangierten transparenten Leinwänden. Prägende Erfahrungen mit Szenografie und Visuals hat er im Zeitraum 2003-2006 gesammelt. In dieser Zeit hat Andreas Günther alias Who-Be – seines Zeichens selbst Szenograf und VJ – regelmäßig den Kesselsaal im Weimarer E-Werk in Szene gesetzt und Philipp damit im höchstem Maße beeindruckt. Diese Schlüsselerlebnisse und die freundschaftliche Nähe zu einem weiteren VJ-Team aus Weimar – der res.crew, bestehend aus Max Albrecht und Jonas Pietsch (beide Bauhaus Alumni) haben Philipp dazu gebracht, seine eigenen Experimente in diesem Bereich zu wagen. Viele davon sind gelungen und manche fehlgeschlagen.

Sein ausgeprägtes Interesse für den Raum und seine Phänomene, wie die Ausbreitung von Klang und Licht, stehen im Fokus seiner Arbeiten. Für die Gestaltung des backup_festivals besinnt sich Philipp zurück auf seine Anfänge und seine ersten Gehversuche in Richtung Szenografie, Lichtinstallation, Projektion und Objektbau.

Zusammen mit seinem Kommilitonen Tino Schult ist Philipp zur Zeit auf der Suche nach geeigneten Requisiten und Materialien, mit denen man die Location des Festivals für unsere Gäste so angenehm wie möglich gestalten kann. Gleichzeitig soll die Ästhetik des Steampunk-Genres aufgegriffen und sich darin voll ausgetobt werden. Damit das ganze Szenografie-Team organisiert arbeiten kann und alle Teammitglieder immer auf dem neuestem Stand sind, hat Philipp einen Blog angelegt. Diese Kommunikation hat für Philipp oberste Priorität, denn am Ende wünscht er sich, dass das ganze Projekt von gutem Teamwork begleitet wird und jeder Student und Mitstreiter der Szenografie davon profitiert. Sei es für das eigene Portfolio oder für den individuellen Erfahrungsschatz. (Autorin: Roxana Jung)

Auch der 22-jährige Ramon Specker gehört zum Team des diesjährigen backup_festivals. Der gebürtige Berliner verließ seine Heimatstadt nach dem Abitur 2011 um an der Bauhaus-Universität Weimar Baumanagement zu studieren. Mittlerweile ist er im fünften Semester und immer noch davon überzeugt, mit Weimar die richtige Entscheidung getroffen zu haben. „Ich mag das familiäre Flair der Bauhaus-Uni. Berlin ist eine unglaubliche Stadt, aber ich weiß, dass mich der ganze Großstadttrubel zu sehr vom Studieren abhalten würde“, so der 22-Jährige. Doch so ganz konnte er der Feierei natürlich auch in Weimar nicht abschwören. Umso passender, dass Ramon sich als Teil der Club-Gruppe um die Organisation der anstehenden Musik-Events kümmert. „Wir haben die Aufgaben noch nicht konkret verteilt, ich kümmere mich sowohl um die DJs als auch um die Locations. Jeder macht ein bisschen was von jedem und in unserer kleinen Gruppe funktioniert das hervorragend.“ Es ist mittlerweile Tradition, dass Baumanager beim backup für Musik-Events zuständig sind. Ramon findet es gut, dass auch Studierende der Fakultät Bauingenieurwesen an einem experimentellen Kurzfilmfestival mitarbeiten können. „Das ist ja normalerweise eher das Ding der Gestaltungs- und Medienstudenten. Für mich ist es wichtig, sich mal mit was anderem als Gebäudetechnik und Mathe zu beschäftigen.“ Er hofft, dass diese Tradition der Baumanager beim backup noch lange weitergeführt wird. Und ein studentisches Filmfestival ohne Musik? Das wird es wohl nie geben. (Autorin: Antonella Giese)

Bei backup ist also quasi alles möglich, backup ist bunt. Das wollen wir bei dem Festival, das 2014 vom 21.5. bis zum 25.5. stattfinden wird, bewahren und neu erfinden. Diesmal zum Thema Zeitreise.

Weitere Informationen unter www.backup-festival.de

© 2013 | Bauhaus Film-Institut Weimar

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