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uni-weimar
Kunst- und Designausbildung
Perspektiven des Kunststudiums aus Kunsthochschul-Rektoren-Sicht
Vortrag von Prof. Dr. Ana Dimke, Mittwoch, 20.11.2013, 17 Uhr

Prof. Ana Dimke

ist Rektorin der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig sowie Sprecherin der Rektorenkonferenz der deutschen Kunsthochschulen. 2002 bis 2006 war Dimke Juniorprofessorin für Kunst und ihre Didaktik an der Bauhaus-Universität Weimar, anschließend wurde sie an die Universität der Künste Berlin berufen, wo sie Dekanin der Fakultät für Bildende Künste war. Dimke publiziert regelmäßig zur Bildenden Kunst, deren Theorie und Vermittlung. Zuletzt, unter anderem: „Das Bildende der Kunst. Oder: Nicht für das Leben, für die Kunst lernen wir.“ (2012).
www.rektorenkonferenz.org

Zusammenfassung

Perspektiven des Kunststudiums aus Kunsthochschul-Rektoren-Sicht

„Ich bin sehr konservativ, aber das ist auch typisch für jemanden, der die Kunstakademien vertritt." In ihrem Vortrag blickt Prof. Dr. Ana Dimke aus der Perspektive der Sprecherin der Rektorenkonferenz deutscher Kunsthochschulen auf Aufgaben und Strukturen von Kunstakademien sowie auf ihre Voraussetzungen.

Sie verweist unter anderem auf wichtige Eigenheit von Kunstakademien als Bildungseinrichtungen. So sei es dort möglich an Ideen weiterzuarbeiten, die weit über den Status Quo hinausgehen. Nur dort bestünde eine besondere Konzentration auf individuelle Entwicklung und damit auf den Bildungsprozess im Kern. Der zentrale Bildungsauftrag der Kunst sei mit Rückgriff auf Gottfried Herder das sich Bilden am Werk: „Das Individuum wird durch das Kunstwerk informiert und in Form gebracht durch die Wirkung der Kunst."

Eine der schwierigen Aufgaben sei es durch das künstlerische, wissenschaftliche, praktische und theoretische Lehrangebot eine zeitgemäße und solide Grundlage für das Kunststudium zu schaffen. Dabei solle das Kunststudium einerseits Basis für die langfristige künstlerische Arbeit sein, zum anderen aber auch zur Anwendung medialer, technischer und theoretischer Fähigkeiten in anderen Kontexten befähigen.

In Anschluss an Thierry de Duve fordert Dimke zur Auseinandersetzung mit den drei wesentlichen Diskursen im Kunsthochschulkontext auf: Dem Akademismus, dem Postulat der Kreativität und dem postmodernen Diktum. Sie schlägt eine Verschmelzung der drei Phasen zu einer vierten, neuen vor. Darin hätte das Werk selbst Bedeutung, genauso aber auch die Aufgabe etwas Neues zu entwickeln und schließlich die Bereitschaft es konzeptuell zu wenden. In selbem Zuge warnt Dimke davor Studierenden den postmodernen „Dekonstruktionszweifel einzuimpfen", bevor sie überhaupt die Chancen hatten, sich an der Sache selbst zu erproben.

In Bezug auf künstlerische Forschung und den „dritten Abschnitt" des Kunststudiums empfiehlt Dimke eine selbstbewusste Haltung der Kunst: „Ich würde als Künstlerin versuchen die Wissenschaften als künstlerisches Material zu nehmen." Mit Verweis auf das Kollektiv General Idea sagte Dimke die Kunst könne eine ganz eigene Art des Theoretisierens entwickeln. In Forschung und auch in der Forschungsförderung komme immer mehr Bewegung, so Dimke. „Das ist aber manchmal so langsam, dass Sie es wahrscheinlich als Stillstand empfinden."

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