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uni-weimar
Vom Netzwerken zum Gemeinschaften
Herausforderungen für Lehr- und Forschungsprojekte

Vortrag 1: Prof. Dr. Manfred Faßler (Frankfurt)
Vortrag 2: Prof. Dr. Georg Russegger (Wien)
Zeit: Freitag, 21.11.2013, 10 – 12 Uhr
Ort: Salon

Dr. Georg Russegger

arbeitet im Bereich Forschung und Entwicklung an der Kunstuniversität Linz. Dazu zählen der Europäische Masterprogramm Ludic Interfaces und eine Plattform zu "Artistic Entrepreneurship" gemeinsam mit der Organisation ELIA (European League of Institutions of the Arts). Seit 1999 ist er als Kurator, Projektentwickler und Forscher in Feldern medienintegrierter Wissenskulturen und neuer künstlerischer Praktiken tätig. Georg Russegger ist Mitgründer und Koordinator des Medienkunstfestivals Coded Cultures sowie Kurator des Vienna Open Festivals.

Vienna Open

Zusammenfassung

Vom Netzwerken zum Gemeinschaften. Zur Re-Organisation des Teilhabens

Dr. Georg Russegger geht in seinem Vortrag darauf ein, inwiefern Openness und Open Design vielmehr eine Umstrukturierung von Arbeits- und Lernprozessen als ein eigenes disziplinären Verständnis von Design.

Ein wichtiger Punkt dabei sei Transparenz und Anschlussfähigkeit, so Russegger. Sowohl im Entwurf selbst als auch auf materieller Ebene seien die Prozesse so zu gestalten, dass sie auch für Dritte nachvollziehbar und machbar sind. Im Anschluss an Mirko Böhm könne hier die Materialität als ausschlaggebend für das Open Design, in Abgrenzung zu Open Source, betrachtet werden. Durch die Nähe zu Materialität und damit auch zu Kosten und Ökonomie geriet Open Design zwangsläufig in Kontakt zu Creative Industries und zum nächsten wichtigen Punkt: nämlich wie Business Modelle für offenes Entwerfen aussehen könnten.

An Hand von Best Practice Beispielen (Mine Kafon, Low Cost Prosthesis, Arduino u.v.m.) geht Russegger auf Produktionsbedingungen, Materialien und Entwürfe in offenen Prozessen ein. Dennoch sei Open Design strukturell zu debattieren: Es gehe um das Anbieten von Objekten gemeinschaftlicher Teilhabe und gemeinschaftlichen Lernes, Ausgang oder Ziele seien dagegen nicht definiert: „Open Design ist eigentlich kein Design. Es ist eine Reorganisation dessen, wie gemeinschaftlich gestaltet werden kann.“

Insgesamt stellt Russegger einen gesellschaftlichen Druck Richtung Openness fest. Es bestünde eine Unzufriedenheit darüber, dass man zusehends die Kontrolle über die Vorgaben und Prozesse z.B. des Produzierens verliert. Dennoch sei derzeit weiter mehr (h)offen nötig, bis bei Open Source, Open Data, Open Government oder Open Knoledge mehr erreicht ist.

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