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Filme am Rand des Nervenzusammenbruchs. Das Kino Pedro AlmodóvarsProseminar 2 SWS Explosionsartig brachte Pedro Almodóvar, der populärste spanische
Regisseur seit Luis Bunuel, die spanische Popkultur der späten 70er
Jahre in das europäische Kino. Dabei bewegten sich seine Inszenierungen
des Alltagslebens im Post-Franquismus stets jenseits normativer Erwartungen.
Permanente Stil- und Tabubrüche, Frivolität, Übertreibung
und Exzess gehören zu den zentralen Stilmitteln der Filme Almodóvars
- und brachten ihm den Ruf eines exzentrischen Matadors in der Kino-Arena
ein. Obwohl sich Almodóvar ganz offensichtlich unabhängig
und abseits von traditionellen Kategorien bewegt, kann er mittlerweile
eine beachtliche Erfolgsbilanz aufweisen, deren vorläufiger Höhepunkt
die internationale Anerkennung darstellt, die ihm seit der Oscarprämierung
von "Alles über meine Mutter" (1999) zuteil geworden ist.
Nichtsdestotrotz bietet sein Filmwerk immer wieder Anlass für zahlreiche
Kontroversen. Einige Kritiker warfen dem Regisseur vor, lediglich die
immer gleiche Gruppe von neurotischen bzw. hysterischen Frauen zu portraitieren
und zusätzlich eine gefährliche Trivialisierung von Gewalt vorzunehmen,
andere Autoren charakterisierten die Protagonistinnen als selbst-bejahend,
unabhängig und gleichberechtigt und betonten deren emanzipatorisches
Potential. Im Gegensatz zu dem provokativem Stil des Frühwerks wird
der Almodóvar der 90er Jahre gemeinhin als weniger skandalträchtig
beschrieben, als jemand, der auf schrill-schräge und kitischige Inszenierungsformen
und skurile Charaktere inzwischen weitgehend verzichtet. Zu eigen ist
ihm jedoch nach wie vor der subversive Umgang mit genrespezifischen Gestaltungselementen
sowie das Spiel mit traditionellen Werten des patriarchalen Systems, mit
normativen Geschlechterbildern und sexuellen Doppeldeutigkeiten. Erster Termin: 23.10.2003
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