WS 02 | 03

 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   

Diven.
Inszenierte Lichtgestalten ]

 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 

 

Anfänge der Medien-Philosophie

Vorlesung (2 SWS)
3.0 Credits

Prof. Dr. Lorenz Engell

Ein Studium an der Universität will vor allem eins: Denken lernen. Was ein
Studium der Medienwissenschaft angeht, so interessiert es sich ganz besonders
für die Hilfs- und Äußerungsmittel des Denkens; die Apparaturen und
Arrangements, in denen und durch die z.B. Sachverhalte zum Ausdruck gebracht,
Schlußfolgerungen weitergegeben, Gesanken gefaßt werden können und ohne
die es gar nichts zu denken gäbe. Und genau nimmt die Medien-Philosophie ihren
Anfang. Medien-Philosophie beginnt mit der Untersuchung der Bedingungen, die
die Medien dem Denken auferlegen. Nicht jeder Gedanke läßt sich in jedem
beliebigen Medium fassen und verbreiten. Man kann nicht einfach denken, was
man will. Die Schrift etwa ist gewiß ein privilegierter und bewährter medialer Ort,
an dem und in dem Denken statthat, aber genauso gewiß nicht der einzige.
Vielmehr stellen auch die anderen Medien je spezifische Denkräume zur
Verfügung, in denen sich dann jeweils besondere Möglichkeiten eröffnen, und
denken kann man nur, was das Medium zuläßt. Insofern ist das Medium gerade
nicht die Botschaft - die es z.B. philosophisch zu dechiffrieren gälte - , sondern es
ist die selbst nicht botschaftsförmige, nicht mitteilungsfähige Bedingung aller
Botschaft in diesem Medium. Solche Bedingungen setzen nicht erst mit den
komplizierten Medien-Maschinerien der Moderne ein; sie beginnen mit der
Unterscheidung der materiellen und dinglichen Eigenschaften wie beispielsweise
Luft und Licht, Wasser und Stein sie aufweisen; sie setzen sich fort mit den
Wahrnehmungsmöglichkeiten, die der Organismus bereithält und die dann das
Hören, Sehen und Fühlen generieren und verdichten sich schließlich zu Gefügen
wie sie charakteristisch sind für Klang und Bild, Zahl und Schrift. Die Vorlesung
beschäftigt sich mit diesen Anfängen der Medien als Ausgangspunkte für ihr
Denken.

Erster Termin: 23.10.2002, 18.00 bis 20.00 Uhr
Mittwochs 18.00 bis 20.00 Uhr
Hörsaal A, Marienstrasse 13

Bemerkung:


Richtet sich an: A, B, G, M

 

Der Plan 1.0
(Die Vorlesungen als PDF-Dokumente)

01. Vorlesung (23. 10.) :
Was ist Medienphilosophie ? Ein Aufriß.

02. Vorlesung (30. 10.):
Erde und Wasser

03. Vorlesung (06. 11.):
Fortsetzung: Elementenlehre als Medientheorie. Feuer und Luft. Nachtrag zur semiotischen Modellierung des Medienbegriffs. Über das Schiff, die Navigation, und die Maus.

04. Vorlesung (13. 11.):
Tasten, Begreifen, Bedienen

05. Vorlesung (20. 11.):
Hören, Vernehmen, Verstehen

06. Vorlesung (27. 11.):
Verstehen und Hören (Schluß); Sehen (Anfang)

07. Vorlesung (04. 12.):
Sehen und Erkennen (Fortsetzung)

08. Vorlesung (11. 12.):
Das Geräusch der Zeit
Über das Vernehmen


09. Vorlesung (29. 1.):
Das Bild
Die Jalousie - Das filmische Bild im Bild des Kriminalfilms