SS 2004

 
   
 
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   

 

Reality-TV

Seminar

Lisa Gotto M. A.

Bilder des Realen haben Hochkonjunktur - so scheint es, betrachtet man den derzeitigen Boom von nicht-fiktionalen Fernsehformaten, die das Programmangebot der privaten ebenso wie der öffentlich-rechtlichen Sender zunehmend prägen. Als Garanten hoher Einschaltquoten präsentiert das Fernsehen echte Menschen, deren echte Geschichten sich in Castingshows, Gerichtssendungen oder Talkshows abspielen. Jenseits eines impliziten Authentizitätsversprechens verweisen die Attributierungen der jeweiligen Formate jedoch auf eine Grenzverwischung, die die binäre Kodierung real/fiktional obsolet erscheinen läßt: Komposita wie Doku-Soap oder Infotainment bezeugen die intentional gesuchte Verbindung von dokumentarischen Darstellungsformen und serieller Dramaturgie bzw. journalistischem Informationsauftrag und fernsehspezifischer Unterhaltung. Dabei steht die Aufwertung des Alltäglichen, etwa des Arbeitsablaufs, gleichberechtigt neben der Inszenierung des Spektakels, sei es in Form eines Überlebenskampfes oder als stilisierte Partnersuche. Angesichts der sukzessiven Transgression von kulturell etablierten Unterscheidungskriterien erscheint die Vermischung von Authentizität und Inszenierung somit als intertextuelle Diskursformation, innerhalb derer sich das Reale überhaupt erst als Effekt generiert. Gegenstand des Seminars sollen einerseits verschiedene medientheoretische Positionen sein, die sich mit dem Thema der medialen Realitätskonstruktion auseinandersetzen. Weiterhin sollen die fernsehspezifischen Darstellungsformen des Realen exemplarisch anhand von aktuellen Fernsehformaten untersucht und analysiert werden. Anmeldung per Liste im Sekretariat, Raum 222


Prüfungsleistung: Referat, Hausarbeit


Richtet sich an: Studiengang Medienkultur
Mittwoch 9-11 Uhr, Raum 015, Bauhausstr. 11