Tränen, Träume, Triebe: Das Melodram
Medien-Philosophie
Seminar 2 SWS
5 Credits
Lisa Gotto M. A.
"Im Kino gewesen. Geweint. Maßlose Unterhaltung." (Franz
Kafka)
Bis in die 70er Jahre hinein war das Melodram ein wenig beachteter Teil
der Populärkultur und eine Unterhaltungsform, die höchstens
Frauen, nicht aber Männer interessierte. Irrungen und Wirrungen,
Herz und Schmerz - und Tränen, immer wieder Tränen: Das Melodram
wurde nicht ernst genommen, sondern abschätzig als "Weepie"
oder "Hausfrauengenre" bezeichnet.
Im Laufe der 70er Jahre entstand seit Peter Brooks grundlegender Studie
"The Melodramatic Imagination" eine rege Melodram-Forschung,
die zunächst eine kulturgeschichtliche Dimensionierung fokussierte.
Innerhalb filmwissenschaftlicher Diskurse spielen melodramatische Hollywoodfilme
besonders in der psychoanalytisch ausgerichteten Filmtheorie eine wichtige
Rolle. Ergänzt wird diese Debatte seit Anfang der 90er Jahre durch
diskursanalytische Ansätze, die das Melodram als eine zwischen etablierten
Diskursformen angesiedelte Konfliktgeschichte beschreiben.
Im Seminar sollen die verschiedenen Ansätze der Melodramforschung
diskutiert und anhand ausgewählter Beispiele des Hollywood Melodrams
überprüft werden.
Filmsichtung im Anschluss an das Seminar von 11 bis 13 Uhr.
Mittwochs, 9.00 bis 13.00 Uhr
Raum 15, Bauhausstraße 11
Richtet sich an: M
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