SS 2002

 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
 
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 

 

Madonna

2 SWS

Lisa Gotto M. A.

Madonna - Discodiva? Popikone? musikalischer Superlativ? Die Brisanz der Figur Madonna ergibt sich weniger aus ihren Darbietungen als Sängerin, sondern vielmehr aus ihrer inszenatorischen Ambivalenz. Durch ihre wechselnden Repräsentationsformen und Rollenüberschreitungen ist sie zu einem vieldiskutierten Phänomen nicht nur in der Popkultur, sondern speziell auch in akademischen Diskussionen geworden. Einerseits als kalkuliertes Produkt patriarchaler Wunschvorstellungen verdammt, andererseits als selbstbewußte Vertreterin der eigenen sexuellen Interessen gefeiert erscheint sie als feministischer Alptraum ebenso wie als Gallionsfigur der Frauenbewegung. Madonna sprengt die üblichen polaren Visualisierungen des Weiblichen in good girl und bad girl, in Opfer und Täterin, in Heilige und Hure. Ihr gezielt gewähltes Markenzeichen, ihr Name "Madonna", läßt sich sowohl als blasphemische Provokation wie auch als bewußte Neukonnotation festgelegter religiöser Symbolisierung lesen. So erschafft sie sich selbst als Konstr kt: als Heilige Hure Madonna, als wandelbare Projektionsfläche innerhalb der Popkultur. Ziel des Seminars ist die genaue Beobachtung und Analyse der medialen Repräsentationsformen in Madonnas Videoclips. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Untersuchung von visuell vermittelten Körperkonzepten sowie deren Implikation für die Organisation von Blickverhältnissen und Machtstrukturen.

weiterführende Links: Semesterapparat in der Bibliothek

Donnerstags 11.00 bis 12.30 Uhr - Raum 15, Bauhausstrasse 11

Richtet sich an: M,