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Die Medien- und Bildtheorie Vilém Flussers
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Vilém Flusser gilt als Klassiker der Medientheorie, der bereits früh sein Augenmerk auf die Auswirkungen der technischen Bilder und die Kommunikationsrevolution des Digitalen auf die sich konstituierende Mediengesellschaft richtete. Gleichwohl scheinen seine Beiträge momentan weniger bearbeitet zu werden, vielleicht nicht zuletzt, weil einflussreiche Publikationen aus den 1990er Jahren wie Kommunikologie, Medienkultur und andere keine Neuauflagen erlebten. Die Tagung unterstellt eine nach wie vor bestehende Aktualität der Schriften Flussers und stellt die Frage nach ihren Möglichkeiten und Grenzen. Dabei soll das Kolloquium zwei Schwerpunkte fokussieren. 1. KommunikologieFlusser hat sich zeitlebens mit dem Prozess menschlicher Kommunikation beschäftigt. Schon in seinem ersten Buch Lingua e Realidade ist der Entwurf eines Kommunikationsmodells ein Bezugspunkt der philosophischen Auseinandersetzung. Unter Berücksichtigung der Medien, die, wie Flusser bekanntlich früh bemerkte, eine entscheidende Rolle in der Ausformung von Kommunikationsprozessen spielten, entwirft er in den 1980er Jahren das Modell der so genannten Kommunikologie. Ziel der Kommunikologie war der Entwurf von Modellen, die spezifische Codierungen beschreiben, unter denen Kommunikation entsteht und dies unter Berücksichtigung der medienhistorischen Veränderungen, die mit der Durchsetzung der technischen und digitalen Medien voranschritt. Fragen, die sich daraus ergeben, könnten etwa sein: Ist die Kommunikologie nur der Entwurf eines nicht eingelösten Arbeitsprogramms oder Grundlage eines bislang nicht recht erforschten Modell-, Methoden- oder Theoriefeldes? Inwiefern greift Flusser mit der Kommunikologie andere Kommunikations- theorien auf, und wie soll sie begriffen werden, um an aktuelle Diskursfelder anschlussfähig zu werden? Legt die aktuelle Medienentwicklung eine Reorientierung an Flussers Kommunikologie nahe, und, allgemeiner gewendet, eine Anbindung der Medientheorie an die Kommunikationstheorie? |
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2. BildtheorieEine wesentliche Stellung in der Theorie der Neuen Medien bei Flusser nimmt das Bild ein. Die Rede von den Technobildern oder der Titel eines der Hauptwerke Flussers „Ins Universum der technischen Bilder“ zeigt an, dass die digitalen Medien vor allem die Bildtheorie herausfordern. Bilder wenn auch nicht mehr traditionelle, sondern technisch codierte lösen die Schrift als dominierendes Medium ab. Welchen Bildbegriff aber legt Flusser zu Grunde? Reicht er über die technischen Determinationen hinaus? Inwiefern verbindet er den Bildbegriff mit anthropologischen, phänomenologischen oder medientheoretischen Ansätzen? Hat Flussers Bildbegriff in den aktuellen Auseinandersetzungen mit Bildern und Visualisierungen einen Platz? Reicht der Begriff des Technobildes aus den Diskursen der 1980er und frühen 1990er in die Gegenwart hinein?Die Tagung wendet sich an Medien-, Kultur- und Kommunikationswissenschaftler, Philosophen und andere Interessierte.
Abstracts mit nicht mehr als einer Seite sind willkommen. Vortragsdauer: 30min - Diskussion: 20min Deadline für abstracts: 30.10.2006 |