Bauhaus-Universität Weimar

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Fakultät Medien

Vorlesungsverzeichnis der Medienstudiengänge in Thüringen Wintersemester 1999/2000


 

Vorwort

 

Universität Erfurt

Technische Universität Ilmenau

Friedrich-Schiller-Universität Jena

Bauhaus-Universität Weimar 

 

Adressen der Unis

 

 

 

 

 

 

 

Friedrich-Schiller-Universität Jena

 

AF I

Vorlesungen

 

Proseminare

 

Hauptseminare

 

AF II

VORLESUNGEN

 

Hauptseminare

 

Proseminare

 

Übung

 

Lehraufträge AF II

 

 


AF I
Vorlesungen

 

2 V
Bernhard Siegert

Elektrische Medien analog/digital
(Jenaer Medienwissenschaft 1800/2000)
Technische Medien seit 1799/1800 (Telegrafie, Telefon, Radio, TV, Computer und - apokryph - auch Film) sind Medien der Elektrizität. Vor allem in den technischen Kriegen ist das Apriori der Elektrizität zutage getreten: Wer das elektromagnetische Spektrum beherrscht, hat seit dem Zweiten Weltkrieg militärische Überlegenheit. Medien haben als elektrische daher einen Bezug zum physikalisch Reellen und zur Physik als Experimentalwissenschaft und Theorie. Was Elektrizität ist, ist eine Frage, die nicht zuletzt vor 200 Jahren in Jena (durch Schelling, Hegel, Schiller, Novalis u. v. a., Ritter und Oerstedt) experimentell und theoretisch erforscht wurde. Anlaß genug, 1999/2000 in Jena die Frage neu und anders zu stellen: Was sind elektrische (bzw. elektromagnetische, elektronische) Medien? Zentral wird dabei der Versuch sein, mit Hilfe einer historischen Vorgehensweise Grundzüge einer Medientheorie zu entwickeln, die von den Gegebenheiten der analogen und digitalen Signalverarbeitung ausgeht. Daneben werden die Einschnitte, Tendenzen und Konzepte behandelt, die die Genealogie der Elektrizität auf kultureller Ebene gezeitigt hat, sei es im Bereich der Ästhetik, der Kunst, der Philosophie oder der Mathematik. Wie haben insbesondere der Elektromagnetismus und seine Medien das Feld der Zeichen, das Feld des Sehens und Hörens verändert, welche Raum/Zeit/Kontinuitätskonzepte hat er hervorgebracht?
Montag, 16-18 Uhr, August-Bebel-Str. 4, SR 1


2 V
Herrmann Kappelhoff

Bilder des Gefühls - Sentimentalität und Kino
»Im Kino gewesen, geweint« - der lakonische Gestus dieses berühmten Wortes Franz Kafkas erzählt von der evidenten Bedeutung des Melodramatischen für das Kino. Stets hat man dessen Wirkungsmacht mit der emotionalisierenden Kraft kinematografischer Darstellung erklärt und die scheinbar unmittelbare Affektivität seiner Kompositionen betont. Sei es, daß man darin eine Nähe zur Wirkungsmacht der Musik oder zur illusionistischen Kraft des synästhetischen »Gesamtkunstwerks« entdeckte, sei es, daß man die identifikatorische Struktur, die das Gefühl des Zuschauers involvierenden Dramaturgien kritisch analysierte oder daß man in der gesteigerten Affektivität das Grundprinzip moderner Medienformate erkannte: Die bewegten Bilder wurden immer auch als bewegende Bilder, die innere Emotion stets als die Kehrseite der äußeren Aktion wahrgenommen.
Als im Gefolge der Nouvelle Vague, gegen Ende der 60er Jahre, die theoretische Auseinandersetzung mit dem Hollywoodmelodram einsetzte, war mit dem Adjektiv »melodramatisch« ein abwertendes Etikett im Umlauf, das soviel besagte wie unrealistisch und sentimental übersteigerte Gefühlsdarstellung. Die folgende Theoriediskussion hat diese Beschreibung dann zum Kern ihres analytischen Begriffs ge-macht. Der »Exzeß« der Form und der »Affekt« als Wirkung stehen im Zentrum aller nachfolgenden Theoriemodelle. Ein Stück theoriegeschichtlicher Rekonstruktionsarbeit, die Analyse exemplarischer Filme und eine Filmreihe bilden die Grundlage dieses »Versuchs zur Theorie des Sentimentalen«.
Mittwoch 14-17 Uhr mit angeschlossenem Hauptseminar, August-Bebel-Str. 4, SR 1


 

Proseminare

 

2 PS
Bernhard Siegert
Hermann Kappelhoff
Michael Barchet
Donata Koch-Haag

Einführung in die Geschichte und Ästhetik der Medien
Diese Veranstaltung ist speziell für Studienanfänger konzipiert und wird deshalb nur im Wintersemester angeboten. In kleinen Seminargruppen werden dort zentrale Gegenstandsbereiche, wichtige theoretische Orientierungen und vor allem auch analytische Instrumentarien erarbeitet. Zudem werden Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens und wissenschaftliche Präsentationsformen eingeübt.
Das Screening, Montags von 18-20 Uhr, August-Bebel-Str. 4, SR 1 ist integraler Bestandteil.
Bernhard Siegert: Dienstag, 15-17 Uhr, Carl-Zeiss-Str. 3, SR 225
Hermann Kappelhoff: Donnerstag, 14-16 Uhr, Ernst-Abbe-Platz 8, SR 601
Michael Barchet: Mittwoch, 10-12 Uhr, August-Bebel-Str. 4, SR 1a
Donata Koch-Haag: Dienstag, 16-18 Uhr, Ernst-Abbe-Platz 8, SR 601


2 PS
Bernhard Siegert

Grundlagen der Computertheorie
Eine Lektüre von Grundlagentexten soll das doppelte Paradigma des Computers sichtbar machen: Mathematische Logik und Schaltalgebra einerseits, communication & control andererseits. Ist der Einsatz des Computers als Signalverarbeitungsmedium sekundär oder geht er medienarchäologisch sogar der mathematisch-logischen Maschine voraus? Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war von einem Ineinanderfließen von Signal- und Informationsttheorie einerseits und Computertheorie andererseits gekennzeichnet, das wir erst beginnen zu erkennen.
Gelesen werden Gründungsdokumente der Computer- und Informationstheorie von Alan Turing, John von Neumann, Claude Shannon u. a., Texte, die Positionen der gegenwärtigen Computertheorie dokumentieren, sowie Texte zur Theorie des Programmierens.
Nach Anmeldung in der ersten Sitzung wird ein Reader erstellt.
Zur Vorbereitung empfohlen: Bettina Heintz, Die Herrschaft der Regel. Zur Grundlagengeschichte des Computers. Frankfurt/Main-New York 1993 | Oswald Wiener u. a., Eine elementare Einführung in die Theorie der Turing-Maschinen. Wien 1997 | Metropolis, N./Howlett, J./Rota, Gian-Carlo (Hg.): A History of Computing in the Twentieth Century. New York-London usw. 1980.
Montag, 18-20 Uhr, Multimediazentrum, Hörsaal E 08


2 PS
Michael Barchet

Nomadische Subjekte und magische Kanäle: Die Reise als mediale Form
Die Reise als Medium der Erfahrung, als zentrale narrative Konfiguration der Kulturgeschichte, aber auch als Strukturmetapher für die Bewegung der Subjekte in Systemzeiten und Textverläufen ist Thema dieses Proseminars. Dabei wird es einerseits um Darstellungsformen der Reise in verschiedenen Medien und zum anderen um die zeichenbegrifflichen, diskurstheoretischen und nicht zuletzt historiographischen Figurationen gehen, die sich verdeckt oder explizit um den Begriff der Reise, des Transports, und der reproduzierten Zeitlichkeit lagern. Gegenstände der Erörterung werden u. a. sein: Die Semiotik des Tourismus, Kino und Eisenbahn, Ideologien des ethnographischen Blicks sowie diverse Metaphoriken der virtuellen Bewegung.
Der Besuch des Screenings, das jeweils Donnerstag, 18-20 Uhr, August-Bebel-Str. 4, SR 1, stattfindet, ist integraler Bestandteil unserer Arbeit.
Dienstag, 14-16 Uhr, Ernst-Abbe-Platz 8, SR 301


3 PS
Hermann Kappelhoff

Bildraum - Zur Funktion kinematografischer Raumbildung
In vergleichenden Filmanalysen soll das Seminar unterschiedliche Konzepte kinematografischer Raumkonstruktionen herausarbeiten. Im Vordergrund steht dabei der Bedeutungs- und Funktionszusammenhang bildnerischer Raumgestaltung, dessen strukturierende Funktion im ästhetisch-semiotischen Wahrnehmungsprozeß. Im Ergebnis geht es darum, die differierenden Modi räumlicher Darstellung zu unterscheiden und begrifflich zu erfassen. Das Seminar wird sich dabei auf die Lektüre verschiedener theoretischer Ansätze zur bildlichen Raum-darstellung und auf eine Auswahl beispielhafter Filme stützen. Eine begleitende Filmreihe umfaßt Filme von D. W. Griffith, F. W. Murnau, J. v. Sternberg, W. Wyler, M. Scorsese, F. F. Coppola und D. Lynch. Ein -Reader wird zu Seminarbeginn ausgegeben.
Donnerstag, 10-13 Uhr, August-Bebel-Str. 4, SR 1


2 PS
Donata Koch-Haag

Die Außenseite der Oberfläche - Kleidung im Film
Von Erich von Stoheims glänzenden Schaftstiefeln in Foolish Wives bis zu Nicolaus Cages »Snake skin jacket« in Wild at Heart war und ist Kleidung ein zentraler Bestandteil von Film, signifikantes Element der Narration und autonomer Schauwert zugleich. In der Theorie des Ober-flächenmediums lange als allzu oberflächlich vernachlässigt, finden jene textilen Teile des filmischen Textes, die immer mehr waren als -reines »Kostüm«, nun Aufmerksamkeit als Ereignisse, in denen sich die Kategorien von Genre, Klasse und Geschlecht auf paradigmatische Weise überkreuzen.
Den Ausgangspunkt unserer Seminararbeit bildet die Untersuchung einzelner Filme verschiedener Genres und Epochen, deren Umgang mit der bekleideten Figur einen jeweils anderen theoretischen Zugang verlangt. Betrachtet werden soll dabei das komplexe Zusammenspiel von diegetischen, referentiellen und expressiven Werten von Kleidung und Mode bei der Präsentation dessen, was schon immer im Focus der photographischen Medien stand: der bewegte menschliche Körper.
Der Besuch des Screenings jeweils Mittwoch, 18-20 Uhr, August-Bebel-Str. 4, SR 1, ist für die Serminarteilnahme verbindlich.
Mittwoch, 12-14 Uhr, Ernst-Abbe-Platz 8, SR 601


2 PS
Anna Steininger

Filmanalyse: Methoden und Instrumentarien
Mit Hitchcocks Film »Vertigo« und einer Auswahl an Filminterpretationen und filmtheoretischen Publikationen zu Vertigo sollen hier über ein Einzelbeispiel unterschiedliche filmanalytische Methoden und Techniken vorgestellt werden. Mit dem Vertigo-Korpus auf der einen Seite und der Filmanalyse Software »Akira« auf der anderen Seite ist ein Arbeitshorizont abgesteckt, in dem praktische Anwendung und Evaluierung von Analyseinstrumentarien die theoretische Diskussion fokussieren.
Literatur zur Einführung: Bordwell, David/Thompson, Kristin: Film Art. An Introduction. 5. Auflage, Wisconsin 1997 | Hickethier, Knut: Film- und Fernsehanalyse. Stuttgart 1996 | Aumont, Jacques/Marie, Michel: L' analyse des films. Paris 1997 | Auiler, Dan: Vertigo: The Making of a Hitchcock classic. New York 1998
Mittwoch, 16-18 Uhr, August-Bebel-Str. 4, SR 1a


2 PS
Anna Steininger

Drehbuch-Formate: zur schriftlichen Konstruktion audiovisueller Texte
Im Produktionsprozeß kinematographischer, videographischer und interaktiv multimedialer Arbeiten haben Drehbücher eine Reihe unersetzlicher und unterschiedlicher Funktionen. Obwohl die originäre Aufbereitung des »Stoffes« als ihre eigentliche Domäne gilt, sind Drehbücher - vor allem, aber nicht nur - in Zusammenhang mit nichtfiktionalen Genren eher pragmatische Anweisungstexte oder partiturähnliche Notationssysteme.
Standardisierungen sowohl inhaltlicher als auch formaler Art prägen den Diskurs ums Drehbuch, welcher sich überwiegend als »handwerklicher« in Szene setzt. Diese Standardisierungstechniken sollen im Proseminar mit zwei konträren Methoden betrachtet werden:

  • systematisch durch die Analyse der vorausgesetzten produktionsästhetischen Fundierung des Drehbuchhandwerks (anhand einer Auswahl von Standardwerken) und
  • experimentell durch den Versuch, ein (kurzes) Drehbuch zu verfassen.

Literatur zur Einführung: Schwarz, Alexander (Hrsg.): Das Drehbuch. Geschichte, Theorie, Praxis. München 1992 | Howard, David/Mabley, Edward: Drehbuchhandwerk. Technik und Grundlagen mit Analysen erfolgreicher Filme. Köln 1998 | Hart, John: The Art of the Storyboard: Storyboarding for Film, TV, and Animation. Boston 1999
Donnerstag, 10-12 Uhr, August-Bebel-Str. 4, SR 1a


2 PS
Mai Wegener

Medien der Medizin (als Blockseminar)
Die Medizin ist spät in die Reihe der Wissenschaften eingerückt, zunächst war sie vor allem Handwerk. Das Unternehmen ihrer Verwissenschaftlichung stützt sich auf den massiven Einsatz technischer Medien und Gerätschaften - dies gilt besonders seit Mitte des vorangehenden Jahrhunderts. Es gilt, diese Medienpräsenz in der Medizin herauszu-arbeiten und der Frage nachzugehen, wie das neue Instrumentarium die Produktion von Wissen über den Körper strukturiert. Besonderes Augenmerk soll dabei der Betrachtungsweise der psychophysischen Zusammenhänge gelten (Psychophysik, Psychiatrie, Hirnlokalisationsforschung …).
Vorbesprechung: wird durch Aushang bekanntgegeben


2 PS
Peter Nau

Zwei Filme oder Die Kunst des Weglassens (als Blockseminar)
Zwei Filme sollen gezeigt werden. Ein Klassiker, Robert Bressons Pickpocket (1959), und Thomas Arslans Dealer von 1999. Bei Bresson geht es um einen Pariser Taschendieb, bei Arslan um eine türkischen Kleindealer in Berlin. Die Handlungen beider Filme unterscheiden sich sehr voneinander, aber geistig sind sie nah verwandt. So wie Bresson bei seinem Film Dostojewskis »Schuld und Sühne« gefolgt ist, so folgte Arslan Bresson: dem Geist, nicht dem Buchstaben nach. Auch dem Nachfolger geht es um das für Bresson Wesentliche: den seelischen Zustand seiner Hauptpersonen erfahrbar zu machen.
Wir wollen uns beide Filme zunächst im Kino ansehen und danach mittels Video näher untersuchen, wie sie im einzelnen gemacht sind. Wir werden dabei zum Beispiel sehen, daß Kunst weglassen bedeutet und nicht anhäufen.
Literatur: Robert Bresson Notes sur le cinématographe, Paris: Gallimard 1975 (dtsch: Noten zum Kinematographen, München: Hanser 1980)
Vorbesprechung: Mittwoch, 20. 10. 1999 16-18 Uhr Ort wird noch bekanntgegeben


 

Hauptseminare

 

3 HS
Hermann Kappelhoff

Seminar zur Vorlesung »Bilder des Gefühls - Sentimentalität und Kino«
In diesem Hauptseminar sollen die in der Vorlesung präsentierten Themen und Konzepte eingehender diskutiert werden. Es ist integraler Bestandteil der Vorlesung und findet im Anschluß an diese statt.
Mittwoch, 14-17 Uhr, August-Bebel-Str. 4, SR 1


2 HS
Bernhard Siegert

Rauschen
Signatur unseres Medienzeitalters ist die informationstheoretische Ununterscheidbarkeit von Rauschen und Botschaft. Shannons Theorem, daß die optimale Codierung einer Botschaft mit Rauschen äquivalent ist, herrscht über Informationsverarbeitung wie über die (elektronische) Logik des Sichtbaren. Eine Literatur- und Mediengeschichte der Theorien und Konzepte des Rauschens, die zwischen Leibniz und der signal intelligence unserer Gegenwart jeweils ganz Unterschiedliches bezeichnet haben, vermittelt nicht nur Aufschlüsse über eine Kulturgeschichte der Künste, sondern auch über eine Kultur- und Diskursgeschichte des Subjekts in der Moderne. So stellt literarische Ästhetik um 1800 über die Ausschließung nichtperiodischer Schwingungen Selbstreferenz her, während Literatur und Philosophie um 1900 Rauschen in unterschiedlicher Weise positiviert. Medienhistorisch bedingt werden zunächst schwerpunktmäßig literarische und philosophische Texte besprochen (Goethe, E. T. A. Hoffmann, Schopenhauer, Rilke, Kafka, Musil, Heidegger u. a.), dann aber auch Ton- und Bildmedien hinzugezogen.
Dienstag, 10-12 Uhr, August-Bebel-Str. 4, SR 1a


 

AF II

VORLESUNGEN

 

2 V
Georg Ruhrmann

Grundlagen medialer Kommunikation
Medienwissenschaft ist eine neuere Bezeichnung für ein kommunikationswissenschaftliches Fach. Spätestens seit 1945 etabliert dieses Fach - ausgehend von seinem beispielhaften Aufstieg in den USA - Theorien, Begriffe und Methoden. Grundlegend erweisen sich dabei Befunde der Kommunikations-, Interaktions und der Systemtheorie. Ziel der Vorlesung ist es, in die Grundlagen des Faches an Hand aktueller Beispiele aus der Medienproduktion sowie im Bereich von Medienangebot und Mediennachfrage einzuführen. Behandelt wird auch die Frage, was das Publikum mit den Medien macht.
Literatur: McQuail, Denis (1994): Mass communication theory. An introduction. 3., überarbeitete Auflage. Thousand Oaks: Sage.
Richtet sich an: Grundstudium
Mittwoch, 16-18 Uhr, Carl-Zeiss-Straße 3, HS 3

 


2 V
Friedrich Krotz

Theorien öffentlicher Kommunikation
Die Herstellung und Sicherung öffentlicher Kommunikation ist eine der großen und für die Demokratie wichtigen Aufgaben der Massenmedien. Hieraus lassen sich auch Bedingungen und Normen journalistischer Praxis herleiten. In der Vorlesung sollen die verschiedenen Theorien öffentlicher Kommunikation sowie darauf bezogene empirische Studien vorgestellt und insbesondere auch im Hinblick auf Journalistik diskutiert werden. Dabei wird die politische Kommunikation im Vordergrund stehen, ferner werden die heutigen Veränderungen von Öffentlichkeit - europäisch und digital - behandelt.
Literatur: Jarren, Otfried/Krotz, Friedrich (Hrsg.) (1998): Öffentlichkeit unter »Vielkanalbedingungen«. Baden-Baden: Nomos | Jarren, Otfried/ Sarcinelli, Ulrich/Saxer, Ulrich (Hrsg.) (1998): Politische Kommunikation in der demokratischen Gesellschaft. Ein Handbuch. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Richtet sich an: Grundstudium
Mittwoch, 14-16 Uhr, Carl-Zeiss-Straße 3, HS 8


2 V
Dr. Matthias Kohring
Dr. Udo Markert (Organisatoren)

Medizin und Kommunikation
Die interdiziplinäre Ringvorlesung »Medizin und Kommunikation« ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Medizinischen Fakultät und des Lehrstuhls für Grundlagen der medialen Kommunikation und der Medienwirkung. Die Ringvorlesung thematisiert das Spannungsfeld von Medizin und Kommunikation in all seinen verschiedenen Facetten, zum einen als Kommunikation in der Medizin - hierunter fallen z. B. wissenschaftliche Fachkommunikation, Arzt-Patienten-Kommunikation, Kommunikation in der Lehre - und als Kommunikation über Medizin - hier wären z. B. zu nennen die öffentliche Kommunikation über Medizin/Gesundheit/Krankheit, Medizin in der Unterhaltung, journalistische Berichterstattung über Medizin, Medizin-PR und Medizinwerbung.
Donnerstag, 19-21 Uhr, Carl-Zeiss-Straße 3, HS 7


 

Hauptseminare

 

2 HS
Georg Ruhrmann

Selektivität im Netz
»Leben ist Aussuchen« sagt Kurt Tucholsky. Ziel dieses Seminars ist es, auf der Grundlage fortgeschrittener Analysen zur Entwicklung des Internets sowie vielschichtiger Konzepte zur Selektivität zu fragen, wie sich Selektion und Selektitivität im Internet empirisch analysieren lassen.
Literatur: Wirth, Werner/Schweiger, Wolfgang (Hrsg.) (1999): Selektion im Internet. Empirische Analysen zu einem Schlüsselkonzept. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Dienstag, 18-20 Uhr, Ernst-Abbe-Platz 8, SR 301


2 HS
Georg Ruhrmann

Social Campaigns
Unternehmen, Regierungen und Verbände veranstalten social campaigns, damit im Umfeld von neuen Produkten und komplexen Entscheidungen eine gute Stimmung herrscht und diese u. a. als »sozialverträglich« angesehen werden. Ziel dieses Seminars ist es, Kommunikatoren, Angebote und Wirkungen von social campaigns zu recherchieren, zu analysieren und an Hand eigener Fallstudien im Seminar vorzustellen.
Literatur: Baringhorst, Sigrid (1998): Politik als Kampagne. Zur medialen Erzeugung von Solidarität. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Donnerstag, 8-10 Uhr, Ernst-Abbe-Platz 8, SR 401


2 HS
Matthias Kohring

Vertrauen in Medien III
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Unter den Bedingungen heutiger, moderner Gesellschaften verliert auch diese traditionelle Lebensweisheit ihre Selbstverständlichkeit.
In diesem Seminar wird an einer anspruchsvollen kommunikations- und medienwissenschaftlichen Theorie des Vertrauens in öffentliche und speziell journalistische Kommunikation gearbeitet. Dabei geht es immer auch darum, wie man diese Erkenntnisse empirisch operationalisieren kann.
Zum Einstieg wird die bisherige Forschung zum Thema »Vertrauen in Medien« rekapituliert und auf ihre theoretische und empirische Reichweite hin befragt. Aus dieser Bestandsaufnahme leiten sich die weiteren erkenntnisleitenden Fragen ab: Worum geht es eigentlich bei dem Thema »Vertrauen in Medien«? - Welchen gesellschaftlichen Stellenwert hat diese Fragestellung? - Wie läßt sie sich in die zentralen kommunikations- und medienwissenschaftlichen Forschungsfragen einordnen? - Wie läßt sich »Vertrauen in Medien« empirisch überprüfen? Um diese Fragen beantworten zu können, wird eine Verknüpfung soziologischer Theorien des Vertrauens mit einer anspruchsvollen Theorie öffentlicher, vor allem medial vermittelter Kommunikation zu leisten sein.
Literatur: Bentele, Günter (1988): Der Faktor Glaubwürdigkeit. Forschungsergebnisse und Fragen für die Sozialisationsperspektive. In: Publizistik 33 (1988): 406-426 | Misztal, Barbara A. (1996): Trust in modern societies. The search for the bases of social order. Cambridge: Polity Press.
Teilnahmevoraussetzung: Denkfreudigkeit - der Rest ergibt sich. Mittwoch, 16-18 Uhr, Ernst-Abbe-Platz 8, SR 301


 

Proseminare

 

2 PS
Friedrich Krotz

Öffentliche Kommunikation Online
Die Formen computervermittelter Kommunikation sind dabei, Freizeit und Arbeit, die alten Medien, die Öffentlichkeit und die Formen von Politik zu verändern - also eigentlich so ziemlich alles, was mit Medien und Kommunikation zusammenhängt und den kommunikativen Alltag der Menschen ausmacht. In der Online-Kommunikation fließen Formen der öffentlichen mit Formen der Individualkommunikation zusammen. Wie verändert dies zum Beispiel die öffentliche, insbesondere die politische Kommunikation und die Politik (und auch die Arbeitsbedingungen von Journalisten) - welche Angebote und welche Formen der Nutzung bilden sich hier aus, wohin bewegt das Demokratie und die Gesellschaft? Es wird von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erwartet, daß sie im Verlaufe des Seminars selbst Erfahrungen im Hinblick auf öffentliche Kommunikation im Internet machen - etwa mit einer Newsgroup oder mit öffentlichen thematischen Diskussionsforen - und diese Erfahrungen kritisch reflektieren.
Literatur: Hagen, Lutz M. (Hrsg.) (1998): Online-Medien als Quellen -politischer Information: empirische Untersuchungen zur Nutzung von Internet und Online-Diensten. Opladen: Westdeutscher Verlag. | Prommer, Elizabeth/Vowe, Gerhard (Hrsg.) (1999): Computervermittelte Kommunikation: Öffentlichkeit im Wandel. Konstanz: UVK.
Mittwoch, 18-20 Uhr, Carl-Zeiss-Straße 3, SR 206


2 PS
Friedrich Krotz

Medienereignisforschung
Im Schnitt hört jeder Deutsche jeden Tag mehr als drei Stunden Radio und sieht fast genauso lange fern. Die Medien haben sich längst darauf eingestellt: Die Radiosender möchten alltäglich dabei sein und möglichst wenig stören - deshalb versuchen sie, die Musikfarbe gleichmäßig zu halten und störendes Reden einzuschränken. Das Fernsehen dagegen will die Menschen mit daily talks und daily soaps, mit daily news und daily sports Tag für Tag immer aufs neue an den Bildschirm fesseln. Den Kontrapunkt dazu setzen die sogenannten Medienereignisse, die den habitualisierten Programmablauf durchbrechen: Krönungen und Beerdigungen, Kriege und Sportereignisse, also spektakuläres Geschehen aller Art, unerwartet wie Unglücksfälle oder Naturkatastrophen oder vorhersehbar wie Geburten und Nationalfeiertage.
In dem Seminar soll die einschlägige theoretische und empirische Literatur zur Medienereignisforschung aufgearbeitet werden. In diesem Rahmen sollen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch mit einem frei gewählten Medienereignis beschäftigen, das im Verlauf des Wintersemesters durch die Medien geht und dieses analysieren - mit dem Jahreswechsel 1999/2000, dem Millennium-Problem oder einem sonstigen aktuell auftretenden Ereignis.
Literatur: Dayan, Daniel/Katz, Elihu (21994): Media events. The live -broadcasting of history. Cambridge (Mass.): Harvard University Press.
Dienstag, 16-18 Uhr, Carl-Zeiss-Straße 3, SR 224


2 S
Friedrich Krotz

Unterhaltungskommunikation
Früher unterschied man zwischen Fernsehsendungen zur Information und zur Unterhaltung, außerdem gab es Kultur- und Bildungsangebote. Heute gibt es zwar immer noch Unterhaltungssendungen, Unterhaltung meint zugleich aber auch einen Modus, wie Sendungen aller Art präsentiert werden. Mit Begriffen wie Info- und Edutainment, aber auch mit Reality-TV oder Affektfernsehen werden die veränderten oder neu entstandenen Angebote beschrieben. Fernsehen hat sich, so wird auch behauptet, zu einem Medium der Unterhaltungskommunikation entwickelt - was dann für manche Kulturpessimisten gleich wieder die These vom Ende der abendländischen Kultur aufwirft.
In dem Seminar sollen Theorien der Unterhaltung und ihrer Nutzung aufgearbeitet und empirische Studien zu Angebot und Nachfrage von Unterhaltungssendungen und unterhaltenden Formen in den Medien, insbesondere im Fernsehen, behandelt werden.
Literatur: Ang, Ien (1986): Das Gefühl Dallas. Bielefeld: Daedalus. | Bente, Gary/Fromm, Bettina (1997): Affektfernsehen. Opladen: Leske und Budrich. | Bosshart, Louis/Hoffmann-Riem, Wolfgang (Hrsg.) (1994): Medienlust und Mediennutz. Unterhaltung als öffentliche Kommunikation. München: Ölschläger.
Donnerstag, 12-14 Uhr, Carl-Zeiss-Straße 3, SR 222


2 PS
Georg Ruhrmann

Einführung in die Kommunikations- und Medienwissenschaft
»Wo Begriffe fehlen, stellt zur rechten Zeit ein Wort sich ein«, bemerkt ein Klassiker der Sozialwissenschaft. Er konnte nicht ahnen, wie aktuell dieser Spruch im Jahr 2000 sein würde. Ziel dieses einführenden Proseminars ist es, problemorientiert etablierte Begriffe, zentrale Konzepte und bewährte Standards der Kommunikations- und Medienwissenschaft zu erarbeiten und mit ihnen angemessen umgehen zu lernen.
Literatur: Merten, Klaus/Schmidt, Siegfried J./Weischenberg, Siegfried (Hrsg.) (1994): Die Wirklichkeit der Medien. Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Mittwoch, 18-20 Uhr, Carl-Zeiss-Straße 3, SR 221


2 PS
Matthias Kohring

Worüber reden wir? - Medienbegriffe
Wir leben angeblich in einer Mediengesellschaft, das Wort Medien ist in aller Munde. Allerdings meint nicht jeder das Gleiche, wenn er von »den« Medien spricht. Grund genug für die Kommunikations- und Medienwissenschaft, darüber zu reden, worüber sie redet. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen lernen verschiedene Medien-Begriffe kennen und miteinander zu vergleichen sowie ihre Relevanz für die aktuelle gesellschaftliche Diskussion über »die« Medien einzuschätzen.
Literatur: Kloock, Daniela/Spahr, Angela (1997): Medientheorien. Eine Einführung. München: Fink.
Donnerstag, 10-12 Uhr, Carl-Zeiss-Straße 3, SR 208


2 FS
Matthias Kohring

Wissenschaftskommunikation - Projekt Uni-Journal II
Das Forschungsseminar setzt die Arbeit aus dem SS 1999 fort. Ziel ist ein empirischer Vergleich des Uni-Journals der FSU Jena mit ähnlichen Publikationen anderer Universitäten. Die Studie setzt sich aus drei Modulen zusammen: Geplant sind Interviews mit den »Machern«, eine formale und inhaltliche Analyse des Produkts Uni-Journal und eine Befragung der Leser und Nicht-Leser. Nachdem im SS 1999 die verschiedenen Instrumente konzipiert worden sind, stehen nun (endlich) die empirischen Erhebungen an.
Dieses Projekt von Medienwissenschaft Jena erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Referat Öffentlichkeitsarbeit der Universität Jena.
Literatur: Kohring, Matthias (1997): Die Funktion des Wissenschaftsjournalismus. Ein systemtheoretischer Entwurf. Opladen: Westdeutscher Verlag | Diekmann, Andreas (1998): Empirische Sozialforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen. 4., durchgesehene Auflage. Reinbek: Rowohlt | Schnell, Rainer/Hill, Paul B./Esser, Elke (1999): Methoden der empirischen Sozialforschung. 6., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. München/Wien: Oldenbourg.
Teilnahmevoraussetzung: Neuaufnahmen sind nur nach vorheriger Absprache mit dem Seminarleiter möglich. Eine Einarbeitung in die Diskussion des SS 1999 wird in diesem Fall vorausgesetzt. Da es sich um ein Forschungsprojekt handelt, wird ein besonderes Engagement verlangt. Donnerstag, 16-18 Uhr, Carl-Zeiss-Straße 3, SR 207


2 PS
Jens Woelke

Methoden der Kommunikations- und Medienforschung: Experimentelle Wirkungsforschung
Wie läßt sich eine Vermutung oder eine Hypothese empirisch am exaktesten überprüfen? Mit einem Experiment. Welche Logik ein Experiment aufweist, wie diese geplant und durchgeführt werden, soll in diesem Seminar aufgezeigt werden. Diskutiert werden aber auch allgemeine Probleme experimentellen Arbeitens sowie Brauchbarkeit bzw. Grenzen dieses Forschungsdesigns bei kommunikationswissenschaftlichen Fragestellungen. Der Kurs dient der Anleitung und Unterstützung eigener Studien. Ein Leistungsnachweis wird mit dem Abschlußbericht zur eigenen Untersuchung erworben.
Literatur: Czienskowski, Uwe (1996): Wissenschaftliche Experimente: Planung, Auswertung, Interpretation. Weinheim: Beltz | Kindel, Andreas (1998): Erinnern von Radio-Nachrichten. Eine empirische Studie über die Selektionsleistungen der Hörer von Radio-Nachrichten. München: Fischer | Wirth, Werner/Schweiger, Wolfgang (Hrsg.) (1999): Selektion im Internet. Empirische Analysen zu einem Schlüsselkonzept. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Dienstag, 9-11 Uhr, Carl-Zeiss-Straße, SR 207


2 PS
Jens Woelke

Grundlagen der Statistik
"Tonight we're going to let the statistics speak for themselves..." Was macht man mit den Ergebnissen aus einer Umfrage oder einem Versuch? Wie wird ein interpretierbarer Mittelwert bestimmt und wie werden Strukturen und Zusammenhänge aufgedeckt? Was ist bei der Interpretation von Daten zu beachten, wenn diese aus einer Stichprobe stammen?
Eine Einführung in die beschreibende Statistik zu geben, ist das Ziel dieses Kurses: Vorgestellt und diskutiert werden Mittelwerte und deren Vergleiche, einfache Zusammenhangsmaße, aber auch komplexere Verfahren der multivariaten Analyse. Zudem wird die Interpretation von Daten an Hand von typischen Problemen aus der kommunikationswissenschaftlichen Forschung geübt.
Ein Leistungsnachweis kann über die Klausur am Ende des Seminars erworben werden.
Literatur: Bortz, Jürgen (41993): Statistik. Für Sozialwissenschaftler. Berlin: Springer | Moore, David S. (31991): Statistics. Concepts and Controversies. New York: Freeman | Schulze, Peter M. (31998): Beschreibende Statistik. München: Oldenbourg.
Richtet sich an: alle Studierenden des ersten und dritten Semesters (einführendes Proseminar) mit Interesse an Medienforschung, Werbung, PR und Journalismus Ein erfolgreicher Besuch ist Voraussetzung für die Teilnahme am SPSS-Kurs oder an Forschungsseminaren im weiteren Studienverlauf. Dieser Kurs hat keine Aufnahmebeschränkung. Zu diesem Seminar wird jede Woche ein zweistündiges Tutorium angeboten, in dem die Aufgaben und Beispiele des Seminars wiederholt und geübt werden können.
Montag, 14-16 Uhr, Carl-Zeiss-Straße 3, SR 225


2 PS
Michaela Maier

Methoden der Kommunikations- und Medienforschung I: Grundlagen
Diese Veranstaltung beschäftigt sich mit den Methoden des Faches und richtet sich vor allem an Studierende des ersten Semesters. Es sollen vertiefte Kenntnisse über einzelne Erhebungsmethoden (Befragung, Beobachtung, Experiment, Inhaltsanalyse) und Forschungsdesigns erworben werden. Voraussetzungen für den Scheinerwerb sind die Übernahme eines Referats, die Durchführung eines Forschungsprojektes in der Gruppe sowie die Teilnahme an einem eintägigen Workshop zum Thema Fragebogenkonstruktion, der voraussichtlich am Freitag, dem 12. 11. 1999, in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Umfragen, Methoden und Analyse (ZUMA), Mannheim, in Jena stattfindet.
Literatur: Diekmann, Andreas (1998): Empirische Sozialforschung: Grundlagen, Methoden, Anwendungen. 4., durchgesehene Auflage. Reinbek: Rowohlt | Friedrichs, Jürgen (141990): Methoden der empirischen Sozialforschung. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Teilnahmevoraussetzung: Die Teilnehmerliste liegt ab dem 6. Oktober 1999 im Sekretariat bei Frau Küchler zur Einschreibung aus.
Dienstag, 9-11 Uhr, Carl-Zeiss-Straße 3, SR 221


2 PS
Michaela Maier

Einführung in die Publikumsforschung
»Was machen die Menschen mit den Medien?« - Diese Frage rückte zu Beginn der 70er Jahre das aktive Publikum in den Vordergrund der Massenkommunikationsforschung. Nach einer Einführung in die Modelle und Methoden der Publikumsforschung werden folgende Aspekte diskutiert: Nutzungsgewohnheiten, Programmbewertungen, zielgruppenbezogene Medienforschung sowie psychologische und emotionale Aspekte der Mediennutzung. Die Veranstaltung ist vor allem für Studierende ab dem dritten Semester konzipiert. Die Voraussetzungen für den Scheinerwerb werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.
Die Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt.
Freitag, 10-12 Uhr, Carl-Zeiss-Straße 3, SR 128


2 PS
Alexander Görke

Neue Medien an der Schwelle zu einem neuen Jahrtausend
In heutiger Zeit ist Wandel oft die einzige Konstante. In der modernen Gesellschaft sind es vor allem die neuen Medien, die diese Dynamik entfalten. Neue Medien verändern die verschiedenen Sozialbereiche der Gesellschaft in je unterschiedlicher Weise. Sie verändern die Art, wie wir Wirklichkeit konstruieren, wie wir lernen, forschen, lehren, -wirtschaften und auch, wie wir über diesen Wandel im Alltag kommunizieren. Ziel des Seminars ist es, neue Medien als soziotechnische und evolutionär erprobte Errungenschaften gesellschaftlicher Kommunikation kennen- und einschätzen zu lernen und hierbei die methodischen und theoretischen Zugangsweisen der Kommunikations- und Medienwissenschaft auf den Prüfstand zu stellen.
Literatur: Ruhrmann, Georg/Nieland, Jörg-Uwe (1997): Interaktives Fernsehen. Entwicklung, Dimensionen, Fragen, Thesen. Opladen: Westdeutscher Verlag | Thiedecke, Udo (1997): Medien, Kommunikation und Komplexität. Vorstudien zur Informationsgesellschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag | Rössler, Patrick (Hrsg.) (1998): Online-Kommunika-tion. Beiträge zur Nutzung und Wirkung. Opladen: Westdeutscher -Verlag | Neverla, Irene (Hrsg.) (1998): Das Netz-Medium. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Mittwoch, 12-14 Uhr, Carl-Zeiss-Straße 3, SR 207


 

Übung

 

2 Ü
Michaela Maier

Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten
»Wie finde ich die für mich relevanten Bücher?« - »Wo ist unsere Teilbibliothek?« - »Wie fertige ich eine Hausarbeit und mein Referat nach allen Regeln der Kunst an?« - »Wie gehe ich mit einem Computer um?«
Diese Fragen und mehr beantworten unsere TutorInnen im Rahmen dieser Übung, die sich mit den Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens befaßt. Dabei sollen formale Kenntnisse zum Verfassen von Hausarbeiten, zum Recherchieren und Protokollieren vermittelt werden.
Schwerpunkte der Sitzungen:

  • Bibliotheksführung, Nutzungsbedingungen
  • Literaturrecherche in der Bibliothek, Fernleihe
  • Bibliographieren
  • Form einer Hausarbeit (Fußnoten, Zitate, Anmerkungen)
  • Thesenpapier und mündliches Referat
  • Protokoll
  • kommunikationwissenschaftliche Informationsquellen

Literatur: Blinn, Hansjürgen (1996): Informationshandbuch deutscher Literaturwissenschaft. Frankfurt am Main: Fischer | Meyer-Krentler, Eckhardt (1996): Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. München: Fink.
Hinweis: Die Teilnahme an dieser Veranstaltung wird allen Studierenden des ersten Semesters dringend empfohlen.
Ort und Termin werden durch Aushang am schwarzen Brett des AF II bekanntgegeben.
Dauer: 8 Sitzungen


 

Lehraufträge AF II

 

1 Ü
Betina Meißner

Journalistische Darstellungsformen: Interview
Das Seminar bietet eine praktische Einführung in das journalistische Schreiben mit einem Schwerpunkt auf der Darstellungsform Interview. Die Studierenden trainieren nicht nur grundlegende Techniken der journalistischen Arbeit, sie werden vor allem mit einem ihrer potentiellen Berufsfelder und dessen Qualifikationsanforderungen vertraut gemacht. Zusätzlich werden die Studierenden in Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal Jena in die Studiotechnik und Produktion von Hörfunkbeiträgen eingeführt. Die Veröffentlichung aller erarbeiteten Beiträge in Hörfunk und Presse ist geplant. Die Dozentin ist freie Journalistin und Buchautorin.
Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt
Montag, 10-12 Uhr, Ernst-Abbe-Platz 8, SR 401


1 Ü
Dagmar Schütte

Inhaltsanalysen in Medienforschung und Medienaufsicht
Im Seminar wird ein Überblick über die praktischen Anwendungsmöglichkeiten von Inhaltsanalysen vermittelt. Exemplarisch werden inhaltsanalytische Medienstudien vorgestellt und im Hinblick auf ihre Relevanz für die Praxis der Rundfunkaufsicht verglichen und diskutiert. Die Dozentin ist leitende Referentin für Medienforschung bei der Landesrundfunkanstalt (LfR) Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.
Seminar (AF II) in mehreren Sitzungen. Ort und Zeiten werden noch bekanntgegeben. Wegen weiterer Informationen bitte auf Aushänge am schwarzen Brett des AF II achten.
Teilnahmevoraussetzung: Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt.


1 Ü
Hans Hoffmeister

Die Praxis des Regionaljournalismus
Das Seminar setzt die Reihe von Einführungen in die Praxis des alltäglichen Lokal- und Regionaljournalismus fort, die am Lehrstuhl Grundlagen der medialen Kommunikation und der Medienwirkung in Zusammenarbeit mit den Chefredakteuren der wichtigen Thüringer Regionalzeitungen ausgerichtet werden. Der Dozent ist Chefredakteur der Thüringischen Landeszeitung.
Seminar in mehreren Sitzungen. Ort und Zeiten werden noch bekanntgegeben. Wegen weiterer Informationen bitte auf Aushänge am schwarzen Brett des AF II achten.
Teilnahmevoraussetzung: Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt.


1 Ü
Thomas Sudholt

Fernseh-Zuschauerforschung in Deutschland
Fernsehzuschauerforschung dient den publizistischen und ökonomischen Interessen der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender und wird demnächst - Stichwort »Marktanteilsmodell« - auch die Konzentration auf dem Fernsehmarkt messen. Neben anwendungsbezogenen Ansätzen des methodischen Vorgehens wird die Entwicklung der Zuschauerforschung in Deutschland und im Ausland vorgestellt. Zudem werden Ergebnisse der Zuschauerforschung und ihre Relevanz für die Programmbeschaffung, -planung und -gestaltung sowie für den Werbemarkt diskutiert. Der Dozent ist Geschäftsleiter Research beim RTL-Vermarkter IP Deutschland.
Seminar in mehreren Sitzungen. Ort und Zeiten werden noch bekanntgegeben. Wegen weiterer Informationen bitte auf Aushänge am schwarzen Brett des AF II achten.
Teilnahmevoraussetzung: Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt.

 


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