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Am
Anfang war es eine Idee, die im Sommer 1995 zum erstenmal öffentlich
vom Rektor der Bauhaus-Universität
Weimar ,
Prof. Dr. Gerd Zimmermann, geäußert und in der Folge
vom Stadtrat der Stadt Weimar und dem Freundeskreis "Weimar
Kulturstadt Europas 1999" unterstützt wurde. Sie ist entstanden
vor dem historischen Hintergrund des Anfang der 20er Jahre gescheiterten
Planes einer Bauhaussiedlung, der nur im Unikat des "Haus am
Horn" fragmentarisch verwirklicht wurde. Es ist die Idee, am
Ende dieses Jahrhunderts in Weimar, der Stadt des Bauhauses
und der deutschen Klassik, ein neues Stadtquartier auf dem ehemaligen
Kasernengelände an der Leibnizallee modellhaft zu planen
und zu realisieren und es der Öffentlichkeit im Kulturstadtjahr
1999 und dem EXPO-Jahr
2000
vorzustellen.
Schon
der Standort nahe dem Gartenhaus Goethes, einem Symbol der Naturzuwendung
der Aufklärung und der deutschen Klassik an der Wende vom
18. zum 19. Jahrhundert, und dem Haus am Horn, stellvertretend
für die klassische Moderne und die Reformbewegungen der
letzten Jahrhundertwende, zwingt zum Nachdenken über das
in jedem Wohnhaus gebaute Verhältnis des Menschen zur Natur.
Am Ende des 20. Jahrhunderts und des Industriezeitalters, das
vor 200 Jahren begann, wird offenbar, daß sich Bauen im
Einklang mit der Natur nicht mit dem Haus im Grünen für
jedermann verwirklichen läßt - sondern in der Rückbesinnung
auf die ökologische und soziale Qualität des Urbanen:
die Stadt der kurzen Wege, der kompakten Baukörper und
des Miteinanders verschiedener Bevölkerungsgruppen. Die
Verflechtung mit der vorhandenen Stadt ist aber nicht nur eine
ökologische und soziale Notwendigkeit, sondern muß
auch ästhetisch erfolgen. Weimar wurde seit dem Barock
geprägt durch einfache, fast schlichte klassische Architektur.
Diesem Kontext sollten sich die neuen Bauten nicht durch die
scheinavantgardistische Attitüde einer sich selbst überbietenden
Moderne entziehen. Das neue Quartier "Am Horn" muß für
eine andere Modernität stehen: eine Modernität des
Dauerhaften. 
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