Forum Typografie 2001
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Das Forum Typografie

Die Grundidee für das Forum Typografie entstand auf einer Reise nach Irland, zu der die context GmbH, ein Zusammenschluss deutscher und schweizerischer Layoutsetzer, im Jahr 1983 eingeladen hatte. Teilnehmer waren unter anderem Setzer, Journalisten und Hochschullehrer. Aus langen Debatten und Besichtigungen von Designbüros und Setzereien resultierte letztendlich die gemeinschaftliche Forderung, die Typografie aus ihrer gegenwärtigen Misere zu befreien.

Es sollte eine Plattform gegründet werden, die kompetent und kreativ die Bedeutung von Typografie in allen Bereichen stärkt. Das Niveau sollte den hohen Qualifikationen der Mitglieder entsprechen, elitäre Arroganz aber vermieden werden. Geplant war, einen Club nach Vorbild des Type Directors’ Club zu gründen. Bei einem Vortreffen Anfang 1984 erarbeiteten circa 30 Teilnehmer die grundlegenden Wesenszüge der neuen typografischen Vereinigung. Als Ausgangspunkt dafür dienten die Satzungen des New Yorker Type Directors’ Club. Die gemeinsam erarbeiteten Thesen unterstrichen die Forderung nach einem Überdenken des Stellenwertes von Typografie in der Öffentlichkeit.

Während der Podiumsdiskussion auf den deutschen Designertagen am 4. Februar 1984 in Berlin bildete sich ein kommissarisches Komitee als repräsentativer Vorstand eines werdenden Vereins. Die erste öffentliche Tagung desselben fand am 13. März 1984 statt. Dort wurde unter anderem der Grundstein für den heute noch gepflegten Brauch des Forums gelegt, dass die Mitglieder eigene typografische Arbeitsproben zur Diskussion stellen. Die endgültige Einigung über den Namen aber fand auf einem Gestaltertreffen in Essen-Kettwig vom 30. März bis 1. April 1984 statt. Nach langer Diskussion einigten sich die 25 angereisten Gestalter auf den Namen Forum Typografie.

 

Die nun endgültig ausformulierten und in das Gründungsprotokoll geschriebenen Kernthesen charakterisierten das Forum Typografie als ein Forum für alle, die

  • den sozialen, politischen und kulturellen Stellenwert der Typografie erkennen,
  • Qualität vor Quantität setzen,
  • gute deutliche Sprache prägnant visualisieren und transportieren wollen.

Die Strukturierung von regionalen Initiativen wurde beschlossen, um auch das produktive Eigenleben kleinerer Arbeitskreise zu sichern. Man meinte, ein Netzwerk aus vielen Zentren entspräche eher der Struktur Deutschlands als ein zentraler Club.

Das erste Bundestreffen des Forum Typografie fand schließlich vom 12. bis 14. Oktober 1984 in einem Atelier in Berlin-Kreuzberg statt. Es waren etwa 60 Teilnehmer aus verschiedenen Arbeitsgruppen angereist und diskutierten lange Nächte über ihre Arbeiten und Typografie.

Das Motto, das erstmalig auf dieser ersten Konferenz von Hans-Peter Willberg verlautet wurde, ist bis heute das verbindende Element der Typomaten: »Nicht das Kapital verbindet uns, sondern die Kapitälchen!«.

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