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    Experimentelles Radio / Prof. Nathalie Singer
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    Archiv

    22.06.2010
    Sound is Art?! – Das Experimentelle Radio am Kunst- und Wissenschaftstag

    22.06.2010
    Experimentelles Radio auf allen Kanälen

    16.06.2010
    Radiogespräche - Teri Rueb (Buffalo) zu Gast in Weimar.

    01.06.2010
    SONS À TOUS LES ÉtAGES 

    09.04.2010
    Radiogespräche im Sommersemester 2010

    12.02.2010
    Neue Wurfsendung auf Deutschlandradio Kultur

    27.01.2010
    48 Stunden bauhaus.fm

    16.01.2010
    Radiogespräch mit Albrecht Kunze

    08.01.2010
    Radiogespräch mit Götz Naleppa

    14.12.2009
    Das Experimentelle Radio auf Exkursion in Arles

    23.11.2009
    Internationales Kolloquium: Vers la post radio

    20.10.2009
    Erfolgreiche Reihe "Radiogespräche" zum fünften Mal in Folge

    12. Juli 2009
    Student am Lehrstuhl für Experimentelles Radio erhält Preis beim Leipziger Hörspielsommer

    09. Juli 2009
    „Marcel & Wassily“ - Das Bauhaus Online Label

    07. Juli 2009
    Radiogespräche - Vortrag von Robert Weber

    26. Mai 2009
    Gast im Projektmodul Hörräume: Iris Disse

    31. März 2009
    Mental Radio: Ausstellung bis 05.04.2009

    02. Februar 2009
    bauhaus.fm – endlich wieder rund um die Uhr!

    15. Dezember 2008
    Spezialsendung zum Thema Shoppen

    04. Dezember 2008
    Spezialsendung zum Thema Anfang

    28. November 2008
    Spezialsendung zum Thema Mobilität

    06. Oktober 2008
    Hirnforscher Prof. Dr. Wolf Singer hält Vortrag

    17. Juni 2008
    Das Experimentelle Radio schlägt Wellen

    05. Mai 2008
    Stimmen der deutschen Radiolandschaft zu Gast

    28. April 2008
    Ein Studio für nationale und internationale Radiokunst

    24. Januar 2008
    Radio Mundo – Deine Antenne zur Welt

    08. November 2007
    Experimentelles Radio in der Therme

    Main Content

    SONS À TOUS LES ÉtAGES

    Ein kräftiger Windstoß, herumwirbelndes Papier und geräuschvolles Pfeifen in den Dachgiebeln -geradezu stürmisch begrüßte der Mistral die sieben aus Deutschland angereisten Künstler der Bauhaus-Universität Weimar bei Ihrem ersten Besuch in den Räumen des Museums Réattu in Arles. Vom architektonischen Charme und den ganz eigenen Klängen des Hauses gleichermaßen beeindruckt, wurde diese beinahe wörtliche Begegnung von Natur und Kultur im Dezember 2009 zur Inspirationsquelle für ein klangkünstlerisches Projekt, das die Studenten der Masterklasse „Radiokunst – Sound is Art?!“ am Lehrstuhl für Experimentelles Radio in Weimar unter Leitung von Prof. Nathalie Singer und Andreas Feddersen seither organisiert und umgesetzt haben:

    Am 15. Mai, zur Nuit des Musées 2010, wehte eine klangvolle Brise durch alle Etagen des Hauses. Das Museum in Arles wurde dabei zum akustischen Erlebnis, bei dem Architektur, Gegenwartskunst, Klang und Natur zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzten.

    Im Mittelpunkt der Museumsnacht standen vier Klanginstallationen und eine Komposition, die in das Gebäude integriert wurden. So erweckte die amerikanische Künstlerin Chelsea Leventhal mit ihrer Installation Depths (Echo Chamber) den mittelalterlichen Brunnen im Innenhof des Museums aus seinem Dornröschenschlaf während Jan Frederik Vogt und Markus Westphal die charakteristisch klingenden Baumfrüchte des Gleditsia im Innehof des Museums zum Ausgangspunkt ihrer Installation [die eigene Stimme] machten. Die Elemente Wind und Licht, von den Künstlerinnen Anja Erdmann und Maxie Götze als sehr wesentlich für die Region Arles empfunden, wurden auf kunstvolle Weise in ihrer Installation Luftikus – Installation with moving fans thematisiert. Stefan Klemms Arbeit s ear ch  ermöglichte dem Besucher, an einer Steuerungszentrale eigenständiger Erforscher seines filigranen Klanggewebes zu werden. Schließlich war Anatol Kempkers Klangcollage Tour et Détours Réattu eine atmosphärische Reise durch das Museum und ein schönes Destillat der akustischen Eindrücke jenes Dezembertages, an dem die Künstlergruppe aus Weimar geleitet von der Museumsdirektorin das mittelalterliche Gebäude zum ersten Mal besuchte. Eine deutsch-französische Begegnung wird hier zum Crossover zwischen Soundart, Hip-Hop und Geschichte.

    Neben den Klanginstallationen waren im gesamten Haus außerdem Kompositionen aus dem Studio für Elektroakustische Musik in Weimar (SeaM) zu hören. In diesem Studio, das unter der Leitung von Prof. Robin Minard steht, haben Studenten und angehende Künstler die Möglichkeit, eigene kompositorische Arbeiten zu entwickeln und auf höchstem Niveau zu produzieren.

    Abgerundet wurde der Abend mit der Aufführung von Kompositionen einzelner « Meister » aus der dem Museum vermachten Klangkunstsammlung von Deutschlandradio Kultur. Somit setzte diese Nacht der Museen 2010, getreu dem Geist des Ortes, ihren  visionären Ruf fort: Ein Laboratorium der Gegenwartskunst zu sein.

    Diese Nacht der Museen war ein neuer Ausdruck des Schulterschlusses zwischen dem Museum und Phonurgia Nova. Unterstützt von der Stadtverwaltung wurde so die Entstehung dieser neuen Klangkunstabteilung ermöglicht, dessen Ergebnisse man wo anders in Frankreich bereits beneidet.

    Diese beispiellose europäische Kooperation zwischen einem städtischen Museum und der Bauhaus-Universität Weimar wird von Phonurgia Nova unter der Leitung von Marc Jacquin getragen, der hiermit eine institutionelle Schnittstelle zwischen dem Museum Réattu in Arles, dem Lehrstuhl für Experimentelles Radio der Bauhaus-Universität Weimar, dem Studio für elektroakustische Musik (SeaM) in Weimar und Deutschlandradio Kultur geschaffen hat.

    Eine weltweite Benutzeroberfläche für Klangkunst
    Über die Nacht der Museen hinaus ist eine längerfristige Zusammenarbeit zwischen der Bauhaus-Universität und dem Museum Réattu vereinbart worden, die mit dem glücklichen Umstand zusammenhängt, dass Götz Naleppa, Redakteur von Deutschlandradio Kultur, dem Museum 2008 seine über Jahrzehnte gewachsene Klangkunstsammlung von ca. 200 Werken zur Verfügung gestellt hat. Diese Sammlung ist eine einmalige Zusammenstellung von Kompositionen renommierter Künstler aus allen Teilen der Welt und soll der Öffentlichkeit nun zugänglich gemacht werden, indem sie auf informative und zugleich spielerische Weise in Räumen den Besuchern des Museums langfristig präsentiert wird.

    Um diese besondere Aufgabe zu bewerkstelligen, soll in einer Kooperation von Phonurgia Nova (Marc Jaquin), Deutschlandradio Kultur, sowie der Lehrstühle für Experimentelles Radio (Prof. Nathalie Singer) und Interface Design (Prof. Jens Geelhaar) der Bauhaus-Universität Weimar eine kreative Benutzeroberfläche entworfen und im Museum installiert werden. Maxie Götze, Anja Erdmann und Christop Bach werden die künstlerische und technische Umsetzung (Design und Programmierung) realisieren und den Besuchern in naher Zukunft somit die Möglichkeit geben, den klangkünstlerischen Reichtum der Sammlung als einen besonderen Schatz für die Ohren und die Stadt Arles zu entdecken.

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