Januar 2011
132 – Campus.Office
Studierende aus dem Produkt-Design gestalten das Foyer im neuen Campus.Office
Eine Szene fast wie in einem Werbespot: In einem modernen Raum in markantem Rot-Grau stehen zwei Hand voll junger Menschen. Sie sind Anfang bis Mitte 20. Unterhaltungsfetzen und Lachen sind zu hören. Das Gesamtbild der Gruppe inmitten der modernen Architektur vermittelt eine Atmosphäre der Verbundenheit. Diese Anmutung kommt nicht von Ungefähr: Die Studierenden sind in »ihrem« Raum, dem Empfangsfoyer des neuen Campus.Office der Bauhaus-Universität Weimar, das seit Anfang 2011 geöffnet hat.
Ganz nach eigenen Vorstellungen
Die Produkt-Design-Studierenden hatten dabei die einmalige Gelegenheit, die Empfangshalle des neuen Servicezentrums selbst zu gestalten. Unter Anleitung von Prof. Heiko Bartels und dem künstlerischen Mitarbeiter Welf Oertel konnten sie ihre eigenen Vorstellungen umsetzen und sich ausprobieren – von der ersten Idee über den Entwurf bis hin zum fertigen Foyer.
Dieses ist größtenteils in knalligem Rot gehalten. Die Signalfarbe zieht Blicke an und setzt einen schönen Kontrapunkt zu dem Grau, das ebenfalls zum Einsatz kam. Zwischen Litfaßsäulen und mehreren Sitzgelegenheiten an der Fensterseite prangt mitten im Raum ein Tresen. Er besteht aus grauen und roten MDF-Platten, welche die Studenten aufeinander getürmt haben. Diese Schicht-Optik brachte dem Herzstück des Foyers den Spitznamen »Kalter Hund« ein: Der Tresen erinnert an die süße Kalorienbombe, die in der Wirtschaftswunderzeit ihre Blüte erlebte. In den schrägen Tisch werden zwei Computerarbeitsplätze eingelassen: Einer, um damit im Stehen nach Informationen zu suchen, und ein weiterer in niedrigerer Höhe. So können zum Beispiel auch Rollstuhlfahrer den Tresen benutzen und »sind dabei auf Augenhöhe«, so Welf Oertel.
Der Tresen steht in der Mitte des Foyers. Somit liegt er in der Blickachse der Eintretenden. Schon auf den ersten Blick sehen die Studierenden, dass sie selbst auf den Computern Dokumente und Antworten finden können. Der Tresen mit den Arbeitsplätzen lädt zur Eigeninitiative ein, so erklärt der Produkt-Design-Student Jan Wehner die Intention von D-I-Y, also Do-It-Yourself, die hinter dem Konzept steht. Die Entwürfe stammen aus einem Seminar des zweiten Semesters im Studiengang Produkt-Design. Den Löwenanteil des Projekts aber stemmten die Studierenden mithilfe von Prof. Heiko Bartels und Welf Oertel in ihrer Freizeit. »Die Idee zum Foyer entstand während eines halben Semesters. Der Rest war Hobby«, so Welf Oertel und spricht von einer »Riesenchance« für die beteiligten Studierenden. Normalerweise arbeiten diese vor allem am Computer. »Es war toll, aus dem Rechner auszubrechen«, sagt Konstantin George und schaut durch den Raum. »Man entwickelt über das praktische Arbeiten einen extremen Perfektionismus«, resümiert der Studierende Franz Junghans das Projekt. Nach etlichen Ideen und Entwürfen, nach Verwerfen und Realisieren, nach Zuschneiden, Bohren und Hämmern steht die Gruppe jetzt inmitten ihrer eigenen Ideen. Sie sind Wirklichkeit geworden. Im Foyer des Campus.Office.
Kontakt:
Bauhaus-Universität Weimar
Prof. Heiko Bartels
Geschwister-Scholl-Straße 7
99423 Weimar
Telefon +49(0)3643 / 58 33 87
Telefax +49(0)3643 / 58 32 31
E-Mail heiko.bartels@uni-weimar.de
Zuletzt geändert: 04.05.2011
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