Übersicht über die Projekte im Juni 2008
51 - Trockenfermentation von nachwachsenden Rohstoffen
Energie durch Agrarprodukte gewinnen
Auf europäischer Ebene zeichnet sich ein Wandel hin zur umweltschonenden Landbewirtschaftung ab. Überschüsse an lagerungsintensiven Agrarprodukten sollen bei gleichzeitigem Erhalt der Kulturlandschaften abgebaut werden. Die Trocken- bzw. Feststoffvergärungstechnologie leistet nicht nur hierfür einen entscheidenden Beitrag. In erster Linie eröffnen die meist als Festbettreaktor betriebenen Fermenter Landwirten die Möglichkeit, ihr Spektrum über die zielgerichtete Bereitstellung von nachwachsenden Rohstoffen (NawaRo) zur Energiegewinnung zu erweitern. Der Fokus liegt hier auf Betrieben mit umfänglich geringer Viehhaltung, die eine ökonomische Prozessführung mit konventionellen nassen Verfahren nicht bewerkstelligen können. Darüber hinaus birgt die Technologie die Möglichkeit, in Gegenden mit einer bereits vorhandenen hohen Biogasanlagendichte, einer Konkurrenzsituation aus dem Weg zu gehen, indem für andere Prozesse nicht geeignete Substrate zum Einsatz kommen. Allerdings existierten noch keine gesicherten Daten über die physikalischen Randbedingungen von Festbettreaktoren beim Einsatz von NAWARO.
Auf den Erfahrungen aus der Trockenvergärung in der Abfallwirtschaft basierend, wurde an der Juniorprofessur Biotechnologie in der Abfallwirtschaft eine solche Datengrundlage geschaffen. Diese wurde durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. gefördert. Das Verbundprojekt mit der S.I.G.- DR.-ING. STEFFEN GmbH beinhaltet sowohl eine Substratcharakterisierung (Dichten, Wassergehalt, Wasserhaltekapazität, Durchlässigkeit, etc.) zur Beurteilung des Durchströmungsverhaltens als auch Vergärungsversuche im halbtechnischen Maßstab.
Für diese Versuche wurde im Technikum der Professur Abfallwirtschaft eine Laboranlage errichtet, die Aussagen über die Gasproduktion in Abhängigkeit der jeweiligen Einbauparameter ermöglicht.
Kontakt:
Fakultät Bauingenieurwesen
Juniorprofessur Biotechnologie in der Abfallwirtschaft
Prof. Dr.-Ing. Eckhard Kraft
eckhard.kraft@bauing.uni-weimar.de
Dipl.-Ing. Thomas Haupt
thomas.haupt@bauing.uni-weimar.de
52 - backup.10
Medienfestival für Nachwuchstalente
Das backup-festival, das beliebte Weimarer Medienfestival für Nachwuchstalente, wird, unter der Leitung von Juliane Fuchs, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Medienereignisse, von Studierenden der Bauhaus-Universität konzipiert und organisiert.
Das Ziel des Festivals ist es, junge Filmschaffende, die mit einer kreativen Auseinandersetzung verschiedener Produktions- und Ausdrucksweisen die Grenzen und Möglichkeiten des filmischen Formats reflektieren und definieren, zu fördern. Das Zusammenspiel unterschiedlicher Medien, Techniken und Erzählstrukturen bildet dabei die Grundlage für freie Formate, die bisherige Kategorisierungen aufbrechen und hybride Formen hervorbringen. Mit einem flexiblen Themenkonzept werden neue Tendenzen und Problemstellungen im Schaffen junger Filmemacher, Künstler, Designer und Studenten aufgegriffen.
Das diesjährige backup-festival reflektiert im Sinne eines „Best Of“ sein zehnjähriges Bestehen, weist jedoch gleichzeitig mit einem neuen, überarbeiteten Konzept über sich hinaus und setzt Maßstäbe für die Zukunft. Die Wettbewerbe backup.award, backup.clipaward und backup.(non)commercial.award werden durch mit hochkarätigen Gästen besetzte Rahmenveranstaltungen wie backup.salon und backup.forum in einen Kontext gesetzt, der aktuelle Strömungen widerspiegelt und Gelegenheit zur Diskussion und Reflexion bietet. Dabei soll insbesondere die Grenzüberschreitung von Kunst zu popkulturellen und designspezifischen Phänomenen beleuchtet und der Austausch zwischen Akteuren der jeweiligen Bereiche ermöglicht werden. Das backup-festival zeigt sich als Ort für ein inspirierendes Zusammentreffen einer jungen Medienszene mit etablierten Film-, Kunst- und Designschaffenden.
Für weitere Informationen besuchen Sie www.backup-festival.de
Kontakt:
backup_festival
Juliane Fuchs
Tel.: +49 (0) 36 43 / 58 39 30
E-Mail: office@backup-festival.de
53 - IKKM
Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie
Das Internationale Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (IKKM) an der Bauhaus-Universität Weimar erforscht die Verhältnisse zwischen Menschen und Dingen in der technisierten Medienkultur des 20. und 21. Jahrhunderts. Verlangte die europäische Denktradition, das menschliche Subjekt als eigenbestimmt und handlungsmächtig dem bloßen Objekt gegenüberzustellen, verlangt die ständige praktische Vermischung und Vernetzung zwischen Menschen und medialen Apparaturen ein komplexeres Verständnis einer verteilten, gemeinsam getragenen Subjekt- und Handlungsfunktion. Genau darum wird sich das IKKM bemühen. Als besonderer Beobachtungsgegenstand soll dabei zunächst der Film herangezogen werden, denn diesem Medium wird immer wieder die besondere Fähigkeit zugeschrieben, eben diese wechselseitigen Hervorbringungen, das Zusammenwirken von Mensch und Ding in gemeinsamer Handlungsmacht, sichtbar zu machen. Von hier aus sollen dann sowohl die aktuelleren medientechnischen Apparaturen als auch die weiter reichenden kulturhistorischen und medienanthropologischen Zusammenhänge freigelegt werden.
Das Internationale Kolleg funktioniert nach dem Fellow-Prinzip; jeweils zehn herausragende Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler aus dem In- und Ausland, die für ein bis zwei Semester von ihren sonstigen Aufgaben freigestellt werden, kommen in Weimar zusammen und entwickeln hier in gemeinsamen Diskussionszusammenhängen und koordinierter Arbeit Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie aufeinander hin.
Weitere Informationen unter http://www.ikkm-weimar.de/
Kontakt:
Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie
Cranachstraße 47
99423 Weimar
Tel.: 0 3643/58 40 00
Zuletzt geändert: 17.02.2011
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