Bauhaus-Universität Weimar
Professur Theorie und Geschichte der modernen Architektur
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Leitbild und Profil

Centre Le Corbusier
Le Corbusier, Centre Le Corbusier (Heidi Weber Museum), Zürich, 1960-67; ©Wikimedia Commons

 

Im Unterschied zu den dissoziierenden Tendenzen der letzten Jahre betrachtet der Lehrstuhl theoretische Reflexion und historische Analyse nicht als voneinander getrennte Bereiche, sondern als dialektisch aufeinander bezogene Aspekte einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der modernen Architektur. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass sich der Zugriff auf bestimmte historische Themen immer auch durch ein spezifisches Interesse der Gegenwart erklärt, während sich substantielle architekturtheoretische Denkfiguren kaum ohne fundierte geistes- und ideengeschichtliche Kenntnisse formulieren lassen. Architekturgeschichte und Architekturtheorie sind daher als untrennbar miteinander verbundene Bereiche zu betrachten, die erst im Zusammenspiel eine komplexe, begrifflich präzise und methodisch stringente Auseinandersetzung mit dem Gegenstand erlauben.

Aus dieser grundsätzlichen Überlegung heraus beschäftigt sich der Lehrstuhl sowohl mit der historischen Genese moderner Architektur und Architekturtheorie als auch mit zeitgenössischen Diskursen und neueren methodischen Ansätzen. Dies umfasst allerdings nicht nur die Berücksichtigung medientheoretischer oder philosophischer Fragestellungen. Von ebenso großer Bedeutung ist die Einbindung des modernen Kunstdiskurses, dessen ästhetischen Entgrenzungen und performativen Strategien in vielfältiger Weise die moderne Architektur beeinflusst haben.

Damit versteht sich das Lehrgebiet einerseits in der Tradition des Bauhauses, andererseits ist es integraler Bestandteil der heutigen interdisziplinären Ausrichtung der Bauhaus-Universität im Spannungsverhältnis von Architektur, Medien, Kunst und Technik.

Profil der Lehre

Im Bachelor erfolgt die Einführung in die Geschichte und Theorie der modernen Architektur als obligatorische Vorlesung, in Fortsetzung der Vorlesung zur älteren Architekturgeschichte der Professur Denkmalpflege und Baugeschichte. Diese wird ergänzt durch obligatorische und wahlobligatorische Seminare sowie eine Architekturanalyse und -kritik als Hausarbeit. Bei Interesse besteht für erfolgreiche Absolventen der Seminare die Möglichkeit, eine theoretische Bachelor-Arbeit zu gestellten oder frei gewählten Themen zu verfassen. 

Im Master-Programm ist die Vorlesung "Positionen der Architekturtheorie" eine der beiden Pflichtveranstaltungen des Curriculums. Daneben bieten wir zu besonderen Themen im Rahmen des wahlobligatorischen Fächerspektrums Seminare an.

Ebenfalls im Master-Programm bzw. Hauptstudium betreuen wir theoretische wie entwerferische Semesterprojekte  sowie Diplom- und Masterarbeiten, wobei bei Entwürfen eine Integration von Architekturtheorie, -geschichte und -entwurf angestrebt wird. 

Das Lehrprogramm wird ergänzt durch Exkursionen. Der Lehrstuhl veranstaltet regelmäßig in Kooperation mit der Pennsylvania State University eine Sommerakademie in Rom.

Wissenschaftliches Profil

Der Lehrstuhl veranstaltet und publiziert gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern, in der Vergangenheit besonders der Gropius-Professur, periodisch wissenschaftliche Konferenzen, v.a. die Internationalen Bauhaus-Kolloquien. Er konzipiert und organisiert Ausstellungen und betreut eine Reihe von Publikationen im Universitätsverlag Weimar, so die Reihe "VERSO. Zur internationalen Architekturtheorie" sowie bisher neun Themenhefte der Wissenschaftlichen Zeitschrift der Bauhaus-Universität Weimar.

Internationale Beziehungen

Die Professur unterhält derzeit Austauschprogramme mit der WASEDA-Universität Tokyo, Oxford Brookes, dem Politecnico di Torino, den Universitäten 'La Sapienza' und Roma III in Rom, der Kyonggi University Seoul/Korea, sowie den Universitäten Venedig und Madrid.

Darüber hinaus pflegen wir gute Beziehungen zu zahlreichen, insbesondere osteuropäischen Universitäten.
Studierende mit Anfragen zu Austauschprogrammen wenden sich bitte an Dr. Norbert Korrek.

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