Aktuelle Medienberichte berichten häufig über die Altbausanierung und die dazugehörigen bau-technischen Fragestellungen wie beispielsweise dem Energieeinsparpotential. Doch wie ist dies im Sinne des Nutzers umzusetzen? Zu diesem Thema trafen sich am 29. und 30. September zur 1. Tagung „Nutzerorientierte Bausanierung“ über 100 Interessierte an der Bauhaus-Universität Weimar.
Unter diesen Teilnehmern waren neben Vertretern von Hochschulen und Prüfinstituten auch Mitarbeiter von Ingenieur- und Architekturbüros, Bauunternehmen und Baustoffherstellern, Verbänden und Kammern sowie Systementwickler und Sachverständige. Dieses breite Spektrum lieferte die Basis für einen umfangreichen Erfahrungsaustausch, wodurch die Tagung zur gewünschten Schnittstelle zwischen Forschung und angewandter Praxis avancierte.
Nach einem Grußwort der Universitätsleitung sowie des Fördermittelgebers Bundesministerium für Bildung und Forschung / Projektträger Jülich wurden zahlreiche Fachvorträge zur Erneuerung von alter Bausubstanz gehalten. Einleitend berichtete Conrad Völker über das aktuelle Forschungsprojekt Methoden und Baustoffe zur nutzerorientierten Bausanierung, in dessen Rahmen an der Bauhaus-Universität Weimar an aktuellen Fragestellungen wie der thermischen Behaglichkeit geforscht wird. Doch nicht nur das Wohlbefinden des Nutzers stand im Vordergrund, auch die Standsicherheit des Gebäudes und deren Ertüchtigung wurde in den Plenarvorträgen von Prof. Dr.-Ing Josef Trabert, Prof. Dr.-Ing. Jochen Stark und Prof. Dr.-Ing Wulf Bennert thematisiert.
Innerhalb der Session Computergestütztes Bauaufmaß und digitale Bauwerksmodelle berichtete Dr. Torsten Thurow über das Aufmaß von Gebäuden und ging dabei auch auf die Verknüpfung von sanierungsrelevanten Daten in einem dynamischen Bauwerksmodell ein. Ergänzt wurde dieser noch eher wissenschaftliche Ansatz von anwendungsorientierten Vorträgen, wie z.B. von Dr. Bringmann von der kubit GmbH, der ebenfalls zum Thema Bauwerksmodell sprach. In einer weiteren Vortragsreihe wurde das zerstörungsfreie Prüfen von Bauteilen sowie der Gebäudestruktur, welches im Zusammenhang mit einer Gebäudesanierung zunehmend wichtiger wird, erörtert. Dabei wurden unter anderem von René Tatarin verschiedene zerstörungsfreie Untersuchungsmethoden vorgestellt, über deren praktische Anwendung darauf folgend Dr.-Ing. Andreas Hasenstab vom gleichnamigen Ingenieurbüro berichten konnte.
Eine der Devisen des nutzer- und zukunftsorientierten Bauens und Sanierens sind neben der Behaglichkeit und Gesundheit auch die Heiz- und Energiekosten. Diese bauphysikalischen Fragestellungen standen im Mittelpunkt einer weiteren Vortragsreihe, in der neue Erkenntnisse, Methoden und Verfahren vorgestellt wurden. Abschließend wurde auf die Baustoffe einer Gebäudesanierung eingegangen, wobei neben weiteren Fachvorträgen Dr. Kay Bode neue Rezepturen zur Betoninstandsetzung vorstellte.
Diese breite Mischung an praxisbezogenen, aber auch wissenschaftlich orientierten Beiträgen fand eine positive Resonanz bei den Teilnehmern. Jeweils im Anschluss an die Fachvorträge war durch die Kongressleitung Zeit für Diskussionen vorgesehen, was mitunter interessante Gesprächen hervorbrachte, die von Prof. Dr. Oliver Kornadt, der kurzweilig durch das Programm führte, moderiert wurden. Alle Beiträge wurden in einem Tagungsband, welcher im Verlag der Bauhaus-Universität Weimar erworben werden kann, zusammengefasst. Ergänzend zu den Fachbeiträgen gab es die Gelegenheit, sich an Ständen verschiedener Aussteller zu informieren.
Es ergaben sich jedoch nicht nur während den Vortragspausen viele interessante Fachgespräche, vor allem bei der Stadtführung durch Weimar und dem anschließenden Abendessen im Bienenmuseum wurde vorrangig die Anwendbarkeit neuer Untersuchungsmethoden und -techniken in der Gebäudesanierung diskutiert.
Abschließend kann die Tagung wie folgt zusammengefasst werden: Viele Fragen wurden gestellt, viele Fragen konnten beantwortet werden, aber viele Fragen blieben offen, so dass weiterhin hoher Forschungsbedarf im Bereich der Bausanierung besteht. Man ist sich einig, dass in Zukunft viele Problemstellungen vor allem durch den engen Kontakt zwischen Unternehmen und Universitäten gelöst werden können.

April 2012
Deadline Call for Papers
zur 2. Tagung
Nutzerorientierte Bausanierung
März 2012
Präsentation studentischer Ergebnisse des Projekts "Bauschadensanalyse und Sanierung"
November 2011
Silbermedaille für Thorsten Thurow und Jörg Braunes
für ihren "vereinfachten Tachymeter" bei der
"iENA 2011" in Nürnberg
1. Platz für Franziska Baldy
beim 2. Wissenschaftstag
der Bauhaus-Uni Weimar
Kooperationsvertrag mit Gemeinde Ponitz und Förderverein "Renaissanceschloss"
September 2011
Präsentation der aktuellen
Forschungsergebnisse
Juni 2011
Best Paper Award für Professur Bauphysik
Oktober 2010
Abschlussarbeit gewinnt Hochschulpreis
September 2010
1. Tagung "nuBau"
erfolgreich durchgeführt
August 2010
"Nutzerorientierte Bausanierung"
April 2010:
Deadline abstracts
Februar 2010:
Registrierung für Tagung
freigeschaltet
Januar 2010:
Neue Projekt-
homepage online
Oktober 2009:
Ankündigung
1. Tagung NuBau