Erster guter Grund: Globales Denken und Handeln
Städtewachstum, Ressourcenknappheit und Klimawandel stellen weltweit eine Herausforderung für Mensch und Natur dar. Der Bachelorstudiengang Umweltingenieurwissenschaften an der Bauhaus-Universität Weimar fördert globales Denken und Handeln daher in besonderem Maße.
Für viele Absolventen des Bachelorstudiengangs Umweltingenieur-wissenschaften sind Einsätze im Ausland bzw. die Arbeit in internationalen Teams selbstverständlicher Teil ihres beruflichen Alltags. Insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern ist das hoch spezialisierte Wissen zur Planung und Realisierung der technischen städtischen Infrastruktur oftmals nicht verfügbar. Die weltweite Vernetzung macht es zudem möglich, dass zeitgleich an Problemlösungen an verschiedenen Orten der Erde gearbeitet wird.
Die Studierenden des Bachelorstudiengangs Umweltingenieur-wissenschaften werden mit Blick auf Tätigkeiten im Ausland zu global denkenden und handelnden Personen ausgebildet. In teils englischsprachigen Vorlesungen und Projekten werden Fragestellungen der Infrastruktur und Umwelt stets aus einer internationalen Perspektive und unter Berücksichtigung der spezifischen Herausforderungen bestimmter Länder und Regionen betrachtet. Durch Projekte und Exkursionen ins Ausland können die Studierenden ihre Kenntnisse im internationalen Umfeld anwenden, ihre Sprachkompetenzen verbessern und sich im Umgang mit fremden Kulturen üben.
Ein Beispiel: Bei einer Exkursion der Juniorprofessur für Biotechnologie in der Abfallwirtschaft nach Kathmandu (Nepal) stand vor allem der Wissensaustausch mit nepalesischen Studierenden im Vordergrund. Das Projekt beinhaltete die Erstellung abfallwirtschaftlicher und abwassertechnischer Konzepte für öffentliche und private Toiletten und der Nahrungsmittelproduktion an einem Flussabschnitt des Bisnumati-Rivers. Hierfür standen Daten aus den 80er Jahren zur Verfügung, die im Zusammenhang dieser Studienreise abgeglichen und mit Fotos dokumentiert wurden. Die Besichtigung hinterließ bleibende Eindrücke bei den Weimarer Studierenden. Die Faszination historisch wertvoller Tempelanlagen überlagerte sich mit den katastrophalen Verhältnissen der Infrastruktur: Am Ufer des Bisnumati lagen Abfälle jeglicher Art verstreut. Der Fluss dient den Nepalesen zugleich als Waschgelegenheit und religiöser Ort, aber auch als Ablagerungsstätte für Abfälle und zur Einleitung von Abwässern. Abgesehen von diesen extremen Eindrücken in Kathmandu konnten die Studierenden aber auch die faszinierende Natur im Himalaya-Gebirge und die Freundlichkeit der Nepalesen genießen.
Weltweite Projekte werden unseren Studierenden auch durch den KNOTEN WEIMAR, einem An-Institut der Bauhaus-Universität Weimar, ermöglicht. Der KNOTEN WEIMAR ist eine internationale Transferstelle für Umwelttechnologien, die internationale Bildungseinrichtungen und Unternehmen über gemeinsame Projekte miteinander verbindet. Zu den Kernaufgaben des Netzwerkes gehören Technologietransfer in Schwellenländer und Weiterbildungsangebote. Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Abfallwirtschaft, Wasserwirtschaft, Luftreinhaltung und Infrastruktur. KNOTEN WEIMAR ist in insgesamt 14 Ländern, wie zum Beispiel Brasilien, China, Ghana und Kambodscha, mit Projekten und Partnern präsent.
Ein typisches Projekt des KNOTEN WEIMAR ist das DAAD-Projekt „Hochschulpartnerschaften mit Entwicklungsländern“. In diesem Projekt arbeitete die Bauhaus-Universität Weimar vier Jahre lang mit der thailändischen Chulalongkorn University Bangkok und der Van Lang University Ho Chi Minh City in Vietnam zusammen. Die Bauhaus-Universität Weimar übermittelte für Südostasien angepasste Lehrinhalte. Zweimal jährlich trafen sich Studierende und Lehrende aller akademischen Grade zu Workshops in Bangkok und in Ho Chi Minh City. Doktoranden aus Thailand und Vietnam kamen zu mehrmonatigen Forschungsaufenthalten nach Weimar. Bauhaus-Studierende forschten im Rahmen ihrer Abschlussarbeit in den beiden Partnerländern.

