
»... Weimar ist eigentlich ein Park, in dem eine Stadt liegt – man kann es wie ein Historiker sehen oder als Museum, als auratischen Ort der großen Geister der deutschen Klassik, als Wahlheimat großer Europäer wie Franz Liszt, als Gründungsort des staatlichen Bauhauses mit Weltgeltung, als Ausgangs- und Endpunkt der Weimarer Republik.
Weimar ist eigentlich eine Universität, in der eine Stadt liegt. ...«
(Prof. Dr.-Ing. Gerd Zimmermann anlässlich seiner Investitur am 13. April 2005)

Eine geschichtsträchtige Stadt mit ausgedehnten Parklandschaften, die einst Heimat von Künstlern, Wissenschaftlern, Schriftstellern und Architekten wie Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller, Johann Sebastian Bach und Friedrich Liszt, Lucas Cranach und Walter Gropius u. v. a. war.
»Hier ist jedes Haus ein Museum oder ein Gedenkhaus – sind nur die Pavillons des großen Museums, das Weimar heißt.«
So beschreibt Egon Erwin Kisch die Stadt, doch in den vergangenen zehn Jahren ist in Weimar eine ganze Reihe von weit beachteten Neubauten entstanden, die zum Ziel von Architekturinteressierten aus aller Welt geworden sind. Viele dieser Gebäude sind dabei von Professoren und Mitarbeitern der Bauhaus-Universität geplant und befördert worden.
Von den ca. 64.000 Einwohnern der Stadt sind 6.500 Studierende der beiden Hochschulen – der Bauhaus-Universität Weimar und der Musikhochschule Franz Liszt. Damit stellen sie zusammen mit den etwa 1.000 Angestellten einen wichtigen Teil des öffentlichen Lebens dar, was darin Ausdruck findet, dass Weimar seit dem 1. Mai 2004 den Titel »Universitätsstadt« trägt.
Seit der Klassik um 1800 war Weimar ein unvergleichbares Zentrum deutschen Geisteslebens. Hier wirkten mit Wieland, Goethe, Herder, Schiller und Nietzsche die bedeutendsten deutschen Dichter und Denker. 1919 wurde im Nationaltheater die »Weimarer Republik« ausgerufen. Sie war ein erster und nur kurz währender Versuch, eine Demokratie in Deutschland zu etablieren.
1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland. Für Weimar war das der Beginn eines der dunkelsten Kapitel seiner Geschichte: 1936 wurde das Konzentrationslager Buchenwald eingerichtet. Vorwiegend politische Häftlinge und später Kriegsgefangene waren dort inhaftiert, sowie Juden und andere Volksgruppen, die auf Grund der rassistischen Motive der Nazis verfolgt wurden. Mehr als 56.000 Menschen wurden ermordet.
Das neue Weimar zeigt sich im rekonstruierten Landesmuseum mit seiner Sammlung für moderne Kunst, im Goethe-Nationalmuseum und seiner neu gestalteten Ausstellung und der wiederaufgebauten Weimarhalle, einem modernen Kultur- und Kongresszentrum. Das jährlich stattfindende »Kunstfest« ist eine Reflexion auf den Jetzt-Zustand zeitgenössischer Kunst. Das alte Weimar präsentiert sich mit seinen 22 herausragenden historischen Gebäuden vom Residenzschloss in der Innenstadt bis zu Goethes Gartenhaus im Park an der Ilm, die in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO ebenso aufgenommen sind wie die Kunstschulbauten Henry van de Veldes und das Haus am Horn, die zur Bauhaus-Universität gehören. Weimar versteht sich selbst als Ort der Kultur und trug im Jahr 1999 stolz den Titel »Kulturstadt Europas«.