Statements
Das Institut für Europäische Urbanistik bildet an der Bauhaus-Universität in seinen internationalen Studienprogrammen lokal und international agierende Experten für den urbanen Raum aus. Die Raumkompetenz planender und gestaltender Berufe wird hier in umfassenden Fragestellungen zur gegenwärtigen Stadtentwicklung interdisziplinär behandelt. Der Stadt- und Baukultur europäischer Regionen sowie deren lokale Perspektiven gilt dabei die besondere Aufmerksamkeit im internationalen Kontext . Die vier Professoren der Europäischen Urbanistik beziehen hierzu aus unterschiedlichen und sich ergänzenden Perspektiven Stellung.
Professur Sozialwissenschaftliche Stadtforschung

Prof. Dr. Frank Eckardt
Kontakt: frank.eckardt@uni-weimar.de
Web: http://www.uni-weimar.de/cms/index.php?id=12935
Statement - Die Europäische Urbanistik zielt auf eine Forschung und Lehre, bei der die Weiterentwicklung der eigenen Fachdisziplin durch die Ausbildung zusätzlicher oder verfestigter Kompetenzen angestrebt wird:
- Analysefähigkeit im Rahmen einer interdisziplinären Stadtforschung
- Arbeiten im Zusammenhang von komplexen städtischen Entwicklungsprozessen
- Fortgeschrittene Kenntnisse in den vier Fachgebieten der Europäischen Urbanistik
- Fundierte Kenntnisse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Stadtentwicklung in Europa
- Intensives Verständnis des Europäischen Einigungsprozesses und seiner raumrelevanten Bezüge
- Vertiefung der fachlichen und länderspezifischen Situationskenntnisse in zumindest einem anderen europäischen Land
- Multilinguale Arbeitsfähigkeit
- Multidisziplinäre Teamfähigkeit
- Soziale Kompetenzen für Konflikt-, Konsens- und andere Kommunikationsstrategien
Professur Raumplanung und Raumforschung

Prof. Dr. phil. habil. Max Welch Guerra
Kontakt: max.welch@uni-weimar.de
Web: www.uni-weimar.de/architektur/raum/
Statement - Europäische Urbanistik ist die Lehre von der Europäischen Stadt. Dabei ist europäische Stadt originär ein fachpolitischer Begriff, der die idealtypischen Besonderheiten der Stadt in Europa meint, vor allem in Abgrenzung zur US-amerikanischen Stadt, und der sich je nach Stand der politischen und akademischen Auseinandersetzungen wandelt.
An unserem Lehrstuhl betrachten wir die Europäische Stadt zunächst unter dem morphologischen, funktionalen und sozialräumlichen Aspekt, etwa der siedlungsstrukturellen Kompaktheit, der Nutzungsmischung und der sozialen Integration. Die politische Dimension ist uns indes ebenso wichtig: Bei aller Verschiedenheit zwischen Lissabon und Moskau, Palermo und Trondheim, beanspruchen die Gesellschaften in Europa stärker als die der anderen Kontinente, die Stadtentwicklung durch öffentliche Planung zu steuern und nicht allein dem Markt zu überlassen. Die zeitgenössische Stadtplanung ist in Europa entstanden und erfährt hier weiterhin die wichtigsten Impulse. Dies gilt ebenso für die Regionalplanung und die Raumordnung. Die EU ist dabei, diesen schillernden Pfad räumlicher Entwicklungsrationalität fortzuschreiben.
Der Beitrag des Lehrstuhls Raumplanung und Raumforschung zur Europäischen Urbanistik besteht darin, die Studierenden vertraut zu machen
- mit den morphologischen, funktionalen und sozialen sowie mit den politischen Grundlagen der Europäischen Stadt sowie
- mit den vielfältigen Instrumenten, deren Entwicklung zu analysieren, zu planen und zu steuern.
Professur Baumanagement und Bauwirtschaft

Prof. Dr.-Ing. Bernd Nentwig
Kontakt: bernd.nentwig@uni-weimar.de
Web: http://www.uni-weimar.de/cms/index.php?id=17268
Statement -
Professur Denkmalpflege und Baugeschichte

Prof. Dr. Hans-Rudolf Meier
Kontakt: hans-rudolf.meier@uni-weimar.de
Web: http://www.uni-weimar.de/cms/architektur/dmbg/professur.html
Statement - Europäische Urbanistik bezieht sich auf den Topos der sogenannten Europäischen Stadt. Diese wird ganz wesentlich geprägt durch die sicht- und erlebbare Präsenz von Geschichte im städtischen Alltag. Die Beschäftigung mit Stadt im Sinne einer Europäischen Urbanistik setzt daher die Fähigkeit voraus, die Geschichtlichkeit der Stadt zu verstehen, die historischen Spuren zu erkennen, mit ihnen angemessen umzugehen und sie als Potentiale für die Zukunft zu nutzen. Baugeschichte und Denkmalpflege sind damit grundlegende Disziplinen einer Europäischen Urbanistik.
Die Bau- und Architekturgeschichte vermittelt Kenntnisse und Methoden des Verstehens der Bauten und Strukturen der Vergangenheit; ihr geht es darum, die Historizität von Architektur und Stadt zu erforschen. Die Denkmalpflege – und in diesem Fall insbesondere die städtebauliche Denkmalpflege – hat die Aufgabe, bedeutende und erhaltenswerte Bauten, Ensembles und Strukturen zu erkennen, sie zu benennen, zu erforschen und zu vermitteln sowie sich um deren erhaltende Weiterentwicklung zu bemühen. Dabei geht es darum, die Geschichte und ihre materiellen Relikte in ihrer ganzen Vielschichtigkeit zu erkennen und so zu handeln, dass möglichst viele Optionen für die Zukunft erhalten bleiben. Es ist ein besonderes Bemühen unseres Lehrstuhls, im Wissen um die Historizität der eigenen Vorstellungen die europäische Stadt in der Vielfalt ihrer hinter- neben- und gegeneinander existierenden Konzepte zu begreifen.


