Forschungsschwerpunkt: Weimarer Bauten der NS-Zeit
Das Gauforum in Weimar - Ein Erbe des Dritten Reiches
Permanente Ausstellung im Thüringer Landesverwaltungsamt
Von 1936 bis 1944 entstand inmitten Weimars, zwischen Altstadt und Bahnhofsviertel gelegen, das einzige fast fertig gebaute Gauforum in Deutschland. Mit diesem Ensemble aus drei großen Verwaltungs- und Repräsentationsgebäuden sowie einer Versammlungshalle sollte der Prototyp für alle deutschen Gauforen geschaffen werden. Zu Kriegsende unvollendet, wurde es für die Sowjetische Militäradministration in Thüringen fertig gestellt und anschließend ununterbrochen von Landesbehörden, Bildungseinrichtungen und - seit jüngster Zeit – auch von Privatpersonen genutzt.
Die im Turmhaus des heutigen Thüringer Landesverwaltungsamtes zu besichtigende Ausstellung „Das Gauforum in Weimar – Ein Erbe des Dritten Reiches“ dokumentiert die Bau- und Nutzungsgeschichte des unübersehbaren architektonischen Relikts und stellt es in den Kontext der Weimarer Stadtgeschichte. Die Ausstellung beschränkt sich nicht auf architekturgeschichtliche und städtebauliche Details, sondern liefert Informationen zum Hintergrund der Gauforums-Planungen, zum Aufstieg der NSDAP in Thüringen, zu Geschichte, Ideologie und Kult der nationalsozialistischen „Bewegung“ sowie zur Nutzungsgeschichte des Gebäudeensembles nach 1945. Die 1999 eröffnete Ausstellung versteht sich so auch als Teil der lokalen Erinnerungslandschaft Weimars. Träger sind das Thüringer Landesverwaltungsamt, die Stadt Weimar und die Bauhaus-Universität Weimar.
Kuratoren
Dr. Norbert Korrek, Dr. Justus H. Ulbricht, Dr. Christiane Wolf
Publikationen
Vergegenständlichte Erinnerung - Das Gauforum in Weimar
Christiane Wolf, Justus H. Ulbricht, Norbert Korrek, Weimar, 2001 (2. Aufl.)
Im Mittelpunkt aller 3 Bände steht das so genannte Weimarer »Gauforum«, dessen Entstehung von der Wettbewerbsausschreibung bis zur teilweisen Fertigstellung im Dritten Reich und dessen Veränderung und Nutzung bis in die Gegenwart mit zum Teil erstmals veröffentlichtem Fotomaterial dokumentiert wird.
Außerdem werden die NS-Bauten in Dresden und Augsburg vorgestellt (Bd. 1) sowie das ehemalige Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, das ehemalige Reichssportfeld in Berlin und die ehemalige Reichsschulungsburg Erwitte (Bd. 2).
zur Bestellung
Vergegenständlichte Erinnerung - Über Relikte der NS-Architektur
Geschwister-Scholl-Straße 8
Raum B 005
norbert.korrek@uni-weimar.de
Fon (58) 3138
Fax (58) 14 3138



