Bauhaus-Universität Weimar
Professur Theorie und Geschichte der modernen Architektur
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Promotionen am Lehrstuhl

Master- und Doktorandenkolloquium „Theorie und Geschichte der Architektur“

Das Kolloquium ermöglicht fortgeschrittenen Studierenden des Masterstudiums und Promovenden des Lehrstuhles einen regelmäßigen Austausch über wissenschaftliche Fragestellungen im Bereich der Architekturgeschichte und der Architekturtheorie. Dies soll in unterschiedlichsten Formaten geschehen. Neben Berichten zu laufenden Master- und Promotionsvorhaben ist auch die Diskussion von Texten möglich, die einen weiteren methodologischen oder theoretischen Horizont aufspannen und damit unabhängig von spezifischen Forschungsprojekten relevant für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sein können. Die gemeinsam mit dem Lehrstuhl Denkmalpflege und Baugeschichte angebotene Veranstaltung findet während der Vorlesungszeit immer dienstags um 17:00 Uhr in den Räumen des Lehrstuhles Theorie und Geschichte der modernen Architektur statt. Es wird darum gebeten, rechtzeitig einen verbindlichen Termin für die Präsentation eines Master- oder Dissertationsprojektes oder für die Diskussion möglicher Texte im Sekretariat des Lehrstuhles anzugeben. Die erste Veranstaltung findet in der zweiten Semesterwoche des jeweils aktuellen Semesters statt. Das Programm wird auf der Website des Lehrstuhles bekanntgegeben, sobald die einzelnen Termin vergeben wurden.

Geschwister-Scholl-Straße 8
Raum B 008
carsten.ruhl@uni-weimar.de
Fon (58) 3141
Fax (58) 3151

Laufende Promotionsvorhaben

Mela Mela Melancholia?

Die Ruine als urbanes Phänomen im europäischen Kontext (Arbeitstitel).
 
Kai Nikolaus Grüne
 
In der Architekturgeschichte gibt es seit der Renaissance die Tradition der positiv konnotierten Ruinenfaszination. Wie die Ruine aus einer modernen Perspektive bewertet und ob sie in einer aktuellen Architekturdiskussion reflektiert wird, ist die Ausgangsfrage des Promotionsvorhabens. Ziel der Arbeit ist es, nach architektonischen Strategien bezüglich des Umgangs mit dem ruinösen Fragment zu forschen und Taktiken zu formulieren, die die Frage nach modernen Positionen zum urbanen Phänomen der Ruine beantwortet. Wie reagiert zeitgenössische Architektur auf Ruinen und wie werden diese integriert? Welches Potential  entsteht durch die Konfrontation zwischen Neubau und Zerfall für das städtische Gefüge? Forschungsgegenstand ist nicht ein Bautypus, sondern der Zustand von Gebäuden. Als These wird dieser Arbeit der Gedanke vorangestellt, dass jede Stadt ihre Ruine braucht. Diese Behauptung resultiert aus der Überzeugung, dass das Element des Unvollkommenen einen lebensnotwendigen Bestandteil des städtischen Raums darstellt.

Il Bauhaus e il Razionalismo in Italia

Die Bauhausrezeption in Italien. Vom Rationalismus zur «Architettura radicale»

Tiziana Agus

Das Bauhaus prägte mehr als jede andere Institution des 20. Jahrhunderts das Bild der ästhetischen Moderne. Sein Einfluss – auch nach seiner Schließung – auf die deutsche und internationale Kultur zeugt von seiner großen und anhaltenden Wirkung. Mit diesem Vorhaben soll seine Bedeutung für den italienischen Architekturdiskurs des 20. Jahrhunderts untersucht werden. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit Prinzipien des Bauhauses für die italienische Diskussion prägend waren und wie politische und wirtschaftliche Veränderungen die Auseiandersetzung mit dem Vorbild beeinflussten.

Die Anfänge der Neugotik in der westfälischen Sakralarchitektur

von den Anfängen gotischer Stilrezeption bis zur dogmatischen Phase

Peter Vormweg

Westfalen gilt nicht als eines der wichtigen Kunstzentren des 19. Jahrhunderts und war daher bislang noch nicht Thema intensiver bzw. flächendeckender Untersuchungen dieser Epoche. In der Tat steht das Bauwesen in Westfalen weitgehend unter äußerem Einfluss oder orientiert sich an Entwicklungen von außerhalb. Erste gotisierende Stilerscheinungen kommen schon weit vor der Jahrhundertwende zum 19. Jahrhundert vor. Nach den Befreiungskriegen gerät Westfalen unter preußischen Einfluss und damit unter denjenigen der Oberbaudeputation. Die räumliche und konfessionelle Nähe des in weiten Teilen katholischen Westfalen zur Rheinprovinz führt aber zu einer dankbaren Aufnahme der sich am Kölner Domausbau nach 1842 entzündenden doktrinär-neugotischen Bewegung. Die Entwicklung des sakralen Bauwesens in diesem Spannungsfeld zwischen Berliner und Kölner Einflüssen ist ein Untersuchungsgegenstand, der in Westfalen durchaus die Charakteristika beider Seiten deutlich macht und von den wichtigsten Protagonisten beider Seiten beeinflusst wird. Die zeitliche Grenze der Untersuchung ist mit dem Jahrzehntwechsel 1870 gesetzt, da anschließend der Kulturkampf zu einem merklichen Einbruch des sakralen Bauwesens führt, welches sich erst nach 1880 wieder merklich erholt. 

Von der Archiskulptur zur Swiss Box und zurück.

Untersuchungen zur zeitgenössischen, schweizer Sichtbetonarchitektur. 

Daniel Reisch

In wie kaum einem anderen Land Europas gibt es in der Schweiz ein breites Interesse an moderner Architektur. Damit einhergehend genießt auch „der“ Baustoff der Moderne, der Sichtbeton, eine breite Akzeptanz. Die Arbeit versucht zeitgenössische Sichtbetongebäude systematisch zu kategorisieren, die Einflussfaktoren technischer und kultureller Art zu beschreiben und historisch zu verorten. Gesamthaft soll untersucht werden, welche neuartigen Strategien für das Material Sichtbeton entwickelt werden müssen, um den komplexen Anforderungen des zeitgenössischen Bauwesens gerecht zu werden.