November 2011

141 – Wissenschaftliche Themen im Film erzählen: Studio Bauhaus

Markus Lüpertz im Gespräch »Im Namen der Kunst«
Diese Rettungsinsel nutzte man für Interviews zur Tagung »Unsichere Zeiten«
Prof. Dr. Harald Lesch auf den Spuren von Goethes Naturphilosophie
Die neuste Produktion setzt sich mit dem »Kämpfer-Gen« auseinander
Ein Kameramann richtet die Technik für die Dreharbeiten ein.
Der Blick durch die Kamera...
...auf das eingerichtete Set...
...in dem der Molekularbiologe Dr. Fritz Treiber über Zombies spricht.

Wie kann man Wissenschaftsthemen anschaulich und verständlich einer breiten Öffentlichkeit vermitteln? Aus dieser Frage haben die künstlerischen Mitarbeiter der Fakultät Medien Wolfram Höhne und Markus Schlaffke die Idee zum Projekt »Studio Bauhaus« geboren. Angesiedelt an der Professur Medien-Ereignisse experimentiert das Projekt seit 2008 mit innovativen Erzählformen und visuellen Umsetzungen, um komplexe wissenschaftliche Sachverhalte einem großen Publikum nahe zu bringen.

Am eigenen Filmbeitrag lernen

Die Idee, die dahinter steckt, ist so einfach wie überzeugend: Medien-Studierende erlernen das Video- und Filmhandwerk bei ihrer Arbeit an Dokumentar-, Fernseh- und Experimentalfilmen. Viele Produktionen finden im fakultätseigenen Fernsehstudio statt. Gleichzeitig sind sie redaktionell tätig und lernen, natur-, geistes- oder sozialwissenschaftliche Phänomene für Nicht-Wissenschaftler zu „übersetzen“. Das Projekt bietet Grundlagenkurse an, in denen die Studierenden alle Phasen der Filmproduktion vom Drehbuchschreiben bis zur Postproduktion durchlaufen können. Vertieft werden diese Kenntnisse in jährlich wechselnden Themen wie zum Beispiel: Gewaltbereitschaft, Kunst und Alltag, Globalisierung oder Goethes Naturphilosophie.

Das Abstrakte erzählen

Die größte Herausforderung besteht darin, komplizierte und abstrakte Themen zu erzählen, ohne sie zu trivialisieren. Eine echte Herausforderung, denn die Inhalte sind in der Regel meist bildarm, basieren auf langen Texten und müssen für Filmformate erzählbar gemacht werden. Die Autoren arbeiten dafür mit unterschiedlichen „Übersetzungsmethoden“, fragen etwa gezielt nach den Auswirkungen von Phänomenen, Theorien und Technologien auf unseren Alltag.

Die Produktionen

Innerhalb der Produktionen von Studio Bauhaus sind im Laufe der Zeit viele Kooperationen mit Wissenschaftlern, Moderatoren, Filmemachern, wissenschaftlichen Instituten und kulturellen Einrichtungen entstanden. So führte die Zusammenarbeit mit dem Hamburger Theater »Kampnagel« zu dem »Lehrstück über den Kunstbegriff – Im Namen der Kunst«. Die Produktion »Was retten?« greift die Themen der sozialwissenschaftlichen Tagung »Unsichere Zeiten« auf. Die Studierenden begleiteten die Konferenz und deren Teilnehmer für ihren Beitrag mehrere Tage lang. Eine Rettungsinsel diente als mobiles Studio vor dem Konferenzgebäude, wo Interviews und Gespräche über soziologische Themen stattfanden. Auch den prominenten Astrophysiker und Moderator Prof. Dr. Harald Lesch konnte Studio Bauhaus für Filme gewinnen. Er folgt in der fünfteiligen Produktion »Die ganze Natur« den Spuren von Goethes Naturphilosophie durch Weimar und gibt einen unterhaltsamen und lehrreichen Einblick in Goethes naturphilosophisches Denken.

»Das Kämpfer-Gen«

Eine der aktuellsten Produktionen ist der 65-minütige Dokumentarfilm »Das Kämpfer-Gen«, der in Kooperation mit der Karl-Franzens-Universität Graz produziert wurde. Der Molekularbiologe Fritz Treiber untersucht den Zusammenhang zwischen dem Gen MAO-A und aggressiven Verhaltensweisen. Die Probanden seiner Studie sind, Sportler, die einem sehr harten Kampfsport nachgehen – dem Cagefighting. Wird man zum Kämpfen geboren? Wo endet der Sport und wo beginnt die Gewalt? Diesen Fragen geht der Film in Graz nach und führt in Labore, Fightclubs und eine Eventagentur.

Am 12.November 2011 hatte der Film im Medienhaus der Bauhaus-Universität Premiere. Dr. Fritz Treiber aus Graz zählte ebenfalls zu den zahlreichen Premierengästen. Am Tag vor der Premiere hatten Studierende des Projekts mit Dr. Treiber im Studio 1 eine weitere Produktion verfilmt. Diesmal geht es um das Biologieverständnis der Zombiefilme.

Im Studio Bauhaus sind bisher über 130 Filme zu wissenschaftlichen Themen entstanden, die im Internet unter Studio Bauhaus jederzeit angeschaut werden können.

Bilder von den Dreharbeiten: Fotografie: Stefan Weiße / Lichtdesign: Florian Heinrich

 

Zuletzt geändert: 09.12.2011
© 1994-2012, Bauhaus-Universität Weimar.
Impressum | Disclaimer | Datenschutz | Bemerkung zu dieser Seite

Die Bauhaus-Universität Weimar verwendet Piwik zur Web-Analyse.