März 2009

83 - Werkstätten der Fakultät Gestaltung

Computergestütztes Fräsprogramm
Reges Treiben im Werkstattbereich
Modellbau (Fotos: Holz- und Kunststoffwerkstatt)

3 - Die Holz- und Kunststoffwerkstatt

Etwas versteckt, im rückwärtigen Hof des Universitätshauptgebäudes und unter Bauhausstraße 7b adressiert, liegt in einem Verbund zusammengefasst die Werkstatthalle mit den Bereichen Holz und Kunststoff (CAD,CAM, CNC) der Fakultät Gestaltung. Den Studierenden der Bereiche Produkt-Design, Freie Kunst, Visuelle Kommunikation, Public Art and New Artistic Strategies sowie des Lehramts stehen hier unterstützend vier technischen Mitarbeiter und ein Lehrling zur Seite: Andreas Riese (Leiter der Holzwerkstatt), Uwe Kirmse (Leiter der Kunststoffwerkstatt), Thomas Patze und Matthias Henkelmann.

Eine Vielzahl professioneller Bearbeitungsmaschinen für Holz und Kunststoffe wie Kreis- und Bandsägen, Hobel- und Schleifmaschinen, Bohr- , Fräs- und Drehmaschinen, sowie Spezialgeräte für die Kunststoffverarbeitung wie Tiefzieh-, Abkant- und Vakuumgießmaschinen können zur Realisierung von Projektarbeiten genutzt werden. Zudem haben sich durch den Einsatz von computerunterstützten Zeichenprogrammen für Gestalter ganz neue Möglichkeiten eröffnet, ihren Entwurf zu entwickeln. Zur Umsetzung  stehen computergesteuerte Geräte wie CNC-Fräsmaschine, 3D Plotter, 3D-Scanner und ein Koordinatenmessgerät zur Verfügung. Diese Maschinen können und sollten aber nur als eine Ergänzung zum traditionellen Modelbau gesehen werden. Nach wie vor ist viel Handarbeit gefordert, vom ersten Mockup über alle Zwischenstufen bis zum fertigen Objekt.

Kontakt
Fakultät Gestaltung
Dr. Martina Sauer
E-Mail: martina.sauer@gestaltung.uni-weimar.de

 

84 - Wii Spray

Digitales Graffiti

Graffiti gelten je nach Ansicht als »Kunstwerke« oder »Schmiererei«, in jedem Fall haftet ihnen der Ruf an, illegal und zerstörerisch zu sein. Geht es nach den Entwicklern von Wii Spray, ist es bald möglich, Graffiti digital erzeugen. Wii Spray ist als ein elektronisches Interface-Experiment zu verstehen. Die Intention hierbei ist jedoch nicht, reales Graffiti und Streetart als Kunstform abzulösen oder gar zu ersetzen. Es soll vielmehr die bestehende Barriere zwischen digitaler und gegenständlicher Welt überbrücken, um so Graffiti/Streetart eine neue, virtuelle Ebene zu bieten.

Entstanden ist das Interesse am Medium Graffiti und die Idee während eines Praktikums in Lissabon, als Martin Lihs, einer der Entwickler, den Graffiti-Künstler »Target« traf. Zurück in Weimar arbeitete Martin Lihs die Idee gemeinsam mit Frank Matuse an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität aus. Dabei entstand der erste Prototyp von Wii Spray, der auf dem Rundgang 2007 ausgestellt wurde. In seiner Diplomarbeit, betreut von Prof. Dr. Jens Geelhaar, Prof. Ursula Damm und Dipl.-Ing. Jan Sieber, erarbeitete Martin Lihs einen völlig neuen Prototypen – Wii Spray 2nd edition – , mit dem Ziel, ein »Tangible Interface« zu entwickeln bei dem physische und digitale Information wahrnehmbar miteinander verknüpft sind. Realisiert wird das Ganze, in der aktuellen Konfiguration unter Verwendung von Nintendos Spielekonsole »Wii«.
 

Kontakt
Fakultät Medien
Martin Lihs
E-Mail: martin@wiispray.com
Web: www.wiispray.com

 

 

85 - belTerra® Zierkies aus Mauerwerkbruch


Mit Zierkies gestaltete Musterflächen in Weimar
Auch für die Dekoration von Innenräumen eignet sich belterra.
Fotos: Professur Aufbereitung von Baustoffen und Wiederverwertung

Chronologie eines ökologischen Produkts

Das Wort »ziegelrot« beschreibt eine Stärke von Ziegeln – die angenehme, warme Farbe. An der Professur Aufbereitung von Baustoffen und Wiederverwertung entstand die Idee, aus dieser Stärke ein Produkt zu entwickeln.

Kantige Stücke von Abbruchziegeln wurden in einer Abrasionstrommel behandelt, um Mörtelreste zu entfernen und die Körner zu runden. Mit beeindruckendem Ergebnis – in der Form ein gerundetes Kieskorn und in Farbe und Strukturierung ein Ziegel. Anschließend wurde das Produkt physikalisch und chemisch untersucht. Als wichtiges Merkmal konnte die Frostbeständigkeit nachgewiesen werden. Es erfolgte die Patentanmeldung und die Eintragung des Markennamens belTerra. Eine Ehrenurkunde auf der Nürnberger Erfindermesse bestätigt die Attraktivität der Idee. In studentischen Projekten wurden ein Technologieentwurf und eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung erarbeitet.

Ein Marketingkonzept, die Einrichtung einer Website sowie die Bewertung als mineralische Mulchung im Garten- und Landschaftsbau bilden den vorläufigen Abschluss der Aktivitäten. Zusammen mit der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau Erfurt erfolgt die vegetationstechnische Bewertung von belTerra im Vergleich mit üblichen Mulchmaterialien. belTerra schlägt sich wacker und lässt die Pflanzen gut gedeihen – mit einem Unterschied: belTerra sieht einfach besser aus.

Kontakt
Fakultät Bauingenieurwesen
Professur Aufbereitung von Baustoffen und Wiederverwertung
Prof. Dr. Anette Müller
E-Mail: anette-m.mueller@bauing.uni-weimar.de
Web: www.belterra.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das junge Forscherteam Ewan Fleischmann, Michael Gorski, Christian Forler (v.l.n.r.)Foto: Jan-Hendrik Hühne

86 - Twister

Kandidat für verbesserten IT-Sicherheitsstandard

Täglich werden im Internet immer mehr vertrauliche Daten übertragen. Ob Kontodaten beim Onlinebanking, Kreditkartennummern beim Online-Kauf oder elektronische Steuererklärungen, diese Anwendungen sind oftmals Zielscheibe für Hackerangriffe. Verschlüsselungsstandards sollen dafür sorgen, dass diese Daten sicher verschlüsselt werden und der Kommunikationspartner eindeutig authentifiziert werden kann. Jüngste Forschungsergebnisse haben ernste Zweifel an der Sicherheit aller aktuell eingesetzten Verfahren aufkommen lassen. Deshalb hat die amerikanische Standardisierungsbehörde NIST einen internationalen Wettbewerb zur Entwicklung eines neuen kryptographischen Standards für abhör- und fälschungssichere Kommunikation, Banking und Datenverkehr im Internet ins Leben gerufen.

Aufbau der Twister Hash-Funktion

Unter den 56 Kandidaten, die für die erste Runde des Wettbewerbs zugelassen wurden, konnte sich auch das kryptographische Verfahren ‚Twister’ durchsetzen, das von der Forschergruppe Ewan Fleischmann, Michael Gorski (Bauhaus-Universität Weimar) und Christian Forler (BU Weimar, Sirrix AG) entwickelt wurde. Die Kosten für ‘Twister’, so die Entwickler, belaufen sich auf lediglich 150.000 Euro. Vergleichbare Forschungsprojekte hätten in der privaten Wirtschaft einen Umfang von etwa 2 Millionen Euro. Trotz minimalen Budgets ist von den Wissenschaftlern der Bauhaus-Universität Weimar in Kooperation mit der Sirrix AG ein Kandidat entwickelt worden, welcher sich auf höchstem und international konkurrenzfähigem Niveau befindet. Das junge Forscherteam um Fleischmann, Forler und Gorski rechnet sich mit ‘Twister’ gute Chancen aus, bei diesem Wettbewerb weit nach vorn zu kommen.

Kontakt
Fakultät Medien
Professur Mediensicherheit
Michael Gorski, Ewan Fleischmann
E-Mail: michael.gorski(at)uni-weimar.de
Web: www.twister-hash.com

 

 

Zuletzt geändert: 17.02.2011
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