Februar 2010

117 - Venedig :: Berlin

Modelle der Piazza San Marco in Venedig. Gruppenarbeit: Julia Krause, Katharina Herre, Julia Wiegand
Imbiss Wunderwurst, Lübeckerstraße, Berlin Moabit. Foto: Wolfgang Christ

Atmosphäre im Aufgabenfeld des Stadtplaners und Architekten

Als gestaltende Stadtplanung kümmert sich der Städtebau seit seinen Anfängen in der Mitte des 19. Jahrhunderts um die ästhetische Dimension der Stadt. Heute wird in diesem Zusammenhang ein Begriff besonders oft genannt: Atmosphäre. In wohl keiner anderen Stadt lässt sich die atmosphärische Stimmung des gebauten Raumes besser empfinden als in Venedig. 15 Studenten der Bauhaus-Universität Weimar sind in diese atmosphärisch geladene Stadt eingetaucht und der Frage nachgegangen, wie die Stadträume Venedigs gestimmt werden und was ihre unverwechselbare Ausstrahlung ausmacht.

Die Erfahrung der besonderen (Stadt)Atmosphären Venedigs und die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema dienten der Ableitung konkreter Planungs- und Gestaltungsideen für einen alltäglichen Stadtraum in Berlin. Anhand von Skizzen, Plänen und Atmosphärischen Modellen in städtebaulichen Maßstäben wurde ein drei Blöcke umfassender Straßen- und Platzraum in Berlin Mitte städtebaulich aufgeladen. Städtebau ist mehr denn je die Kunst, Urbanität als Lebensqualität zu stiften. Oder: ein atmosphärisch gestimmter Städtebau rückt wieder Architektur ins Zentrum der stadtplanenden Disziplinen!

Kontakt
Fakultät Architektur
Entwerfen und Städtebau I
Valentin Hadelich
E-Mail: Valentin.Hadelich@uni-weimar.de

116 - Altbeton gegen den Klimawandel?

Die Versuchsapparatur

Forschungsprojekt zur gezielten Karbonatisierung von Betonbruch

Die globale Erwärmung unserer erdnahen Lufthülle ist die Folge des stetig wachsenden Kohlendioxidgehaltes in der Atmosphäre. Um dem Klimawandel entgegensteuern zu können, ist es notwendig die CO2-Emissionen zu verringern und einen Teil des bereits freigesetzten CO2 permanent aus der Atmosphäre zu eliminieren. Einen kleinen Beitrag dazu leistet ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördertes Forschungsprojekt an der Professur Aufbereitung von Baustoffen und Wiederverwertung, das gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen will: Die Aufbereitung von Altbeton zu Rezyklaten so zu verbessern, dass diese wieder als Betonzuschläge Verwendung finden können und gleichzeitig die CO2-Sequestration zu unterstützen.
 
Durch das Recycling von Altbeton durch Karbonatisierung werden Ressourcen geschont und die kostenintensive Deponierung der Altbetonmassen vermieden. Um Altbeton gezielt karbonatisieren und im Labor untersuchen zu können, wurde eine Versuchsapparatur entwickelt. Erste Messungen zeigen, dass die CO2-Aufnahme durch den Beton unter den gewählten Versuchsbedingungen tatsächlich beschleunigt werden kann, allerdings für eine technische Anwendung noch nicht ausreichend genug. Wie der Prozess weiter beschleunigt werden kann und wie ein technischer Reaktor aussehen kann, das sind die nächsten spannenden Fragen, die zu lösen sind.

Kontakt
Fakultät Bauingenieurwesen
Professur Aufbereitung von Baustoffen und Wiederverwertung
Marko Seidemann
E-Mail: marko.seidemann@uni-weimar.de
Web: www.uni-weimar.de/Bauing/aufber/

115 - Diatomeen - Formensinn


Ausstellungsansicht, Vitrinengestaltung von Elisabeth Kaufmann (Foto: Gunnar Brehm)
Diatomeen-Legetisch von J.D.Möller (Foto: Alexander Lembke)
Ausstellungsansicht (Foto: Alexander Lembke)
Historischer Diatomisten-Arbeitsplatz (Foto: Alexander Lembke)

Vom Glashaus ins Museum

Kieselalgen, lateinisch Diatomeen, leben in einem Gehäuse aus Glas, produzieren 25% unseres Sauerstoffs und inspirieren Künstler, Designer und Architekten – aber wie macht man daraus eine Ausstellung? 15 Master-Studierende der Fakultäten Medien und Gestaltung sind der Einladung des Phyletischen Museums Jena gefolgt und haben gemeinsam mit dem Kurator Felix Sattler, künstlerischer Mitarbeiter an Professur Moden & öffentliche Erscheinungsbilder in einjähriger Arbeit die Ausstellung „Diatomeen – Formensinn“ realisiert.

Über 120 Exponate aus 900.000 Jahren Erdgeschichte finden sich dort in elf Vitrinen-Kapiteln, Medienstationen und interaktiven Installationen wieder. Die Ausstellung zeigt die biologische Vielfalt der winzigen Einzeller und erzählt, was hinter der Orientierung an der Natur in Design, Kunst und Technik und den Zusammenhängen von Schönheit und Funktion steckt. Die Idee zur Ausstellung und zur Zusammenarbeit stammt von Prof. Martin S. Fischer, Direktor des Phyletischen Museums. Neben historisch bedeutenden Exponaten aus Wissenschafts-, Architektur-, Design- und Kunstgeschichte finden sich in der Ausstellung eine Reihe von Entwürfen und Prototypen der Studierenden, die ihre eigene gestalterische Auseinandersetzung mit den Diatomeen reflektieren.
Auch an der Bauhaus-Universität wurde das Projekt sehr positiv aufgenommen und engagiert unterstützt. Es wurde durch den Kreativfonds kofinanziert und gemeinsam mit Prof. Wolfgang Sattler und Daniel Wessolek (Interaction Design, Fak. G) als Projekt betreut. Prof. Rainer Gumpp (Entwerfen und Tragwerkskonstruktion, Fak. A) und Prof. Jürgen Ruth (Tragwerkslehre, Fak. A) haben wertvolle Beratung geleistet. Die Realisation ist nicht zuletzt durch die Unterstützung durch die Holz- und Druckwerkstätten der Fakultät Gestaltung (Andreas Riese und Jörg von Stuckrad) ermöglicht worden.

Ausstellung „Diatomeen – Formensinn“
23. Oktober 2009 bis Oktober 2010
Phyletisches Museum Jena
Vor dem Neutor 1, D-07743 Jena
Infos zur Ausstellung und zu den Beteiligten: www.diatomeen-ausstellung.de

Kontakt
Fakultät Medien
Professur Moden und öffentliche Erscheinungsbilder
Felix Sattler
E-Mail: felix.sattler@uni-weimar.de

 

Zuletzt geändert: 17.02.2011
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