September 2008

62 - BabelBauWerk

Erforschung von Medien der Globalisierung

Das Projekt BabelBauWerk ist ein künstlerisch-wissenschaftliches Labor zur Erforschung von Medien der Globalisierung. Sein Gegenstand sind ›Babel-Situationen‹: für die globalisierte Welt typische Zustände unwahrscheinlich hoher Komplexität, die unter prekären Bedingungen, am Rande ihres Zusammenbruchs oder ihrer Auflösung, operieren und funktionieren. Sein Ziel ist die Konzeption und Realisierung einer Ausstellung im Rahmen der prozessualen Zusammenarbeit im Babel-Labor.

Die Ausstellung soll ein ›analytisches BabelBauWerk‹ werden, das verschiedenste Aspekte der Globalisierung unter dem Namen Babel in eine begrifflich und räumlich ausformulierte Verbindung bringt und sinnlich erfahrbar macht. Studierende der Medienkultur, Mediengestaltung und Media Architecture können in diesem Projekt Scheine erwerben, indem sie Teilaufgaben bei der Konzeption und Realisierung des Ausstellungsprojekts übernehmen. Die Ausstellung soll im Wintersemester 2010/11 stattfinden.

Fotos: Alexander Klose

 

Kontakt
Alexander Klose
Forschungsprojekt "Herrschaft der Containerisierung" / künstlerisch-wissenschaftliches Forschungslabor BabelBauWerk
E-Mail: alexander.klose@medien.uni-weimar.de
www.containerwelt.info
www.babelbauwerk.de

63 - Schweißungen und deren numerische Modellierung

Einblicke in Schweißverbindungen

An der Professur Stahlbau werden seit fünf Jahren Schweißverbindungen experimentell und numerisch untersucht. Ziel der Untersuchungen ist, Eigenspannung und Verzug der unterschiedlichen Verbindungen, wie Stumpf-, Kreuz- und Stecklaschenstöße, nach dem Schweißen und die Auswirkungen auf das statische Tragverhalten zu bestimmen, um Schweißparameter zu optimieren. Dabei werden Verbindungen aus normal- bis höchstfesten Stählen aber auch Verbindungen aus Glas untersucht. Mit Hilfe des FE-Programms „SYSWELD“ lassen sich die spezifischen Materialeigenschaften von Stahl und Glas in den numerischen Untersuchungen des Metall-Aktivgas- bzw. Laserstrahlschweißens erfassen.

Die numerischen Analysen bieten die Möglichkeiten, einen Einblick sowohl in die räumliche und zeitliche Ausbreitung des Temperaturfeldes während der Schweißung als auch in die transiente Veränderung des Spannungszustandes zu gelangen. Weiterhin lassen sich insbesondere bei höchstfesten Stählen kritische Gefügezustände in der Schweißnaht oder in der Wärmeeinflusszone erkennen. Die Ergebnisse der numerischen Schweißsimulation können dann bei einer Untersuchung des statischen Tragverhaltens der Schweißverbindung berücksichtigt werden.

Kontakt
Dipl.-Ing. Jörg Hildebrand
Fakultät Bauingenieurwesen
Professur Stahlbau
Telefon: 0 36 43/58 44 42
E-Mail: joerg.hildebrand@bauing.uni-weimar.de
www.uni-weimar.de/Bauing/stahlbau/

64 – Einführungskurs Architektur

Klingende Kleider

Traditionell beginnt das Studium der Architekten mit dem zweiwöchigen Einführungskurs, in dem die Sprache des Architekten, das Skizzieren und Zeichnen sowie das Modellbauen trainiert wird. Der Kurs endet mit einem ersten öffentlichen Auftritt der Studierenden unter dem Thema des Recycling in mehrfachem Sinne: Der Kurs recycelt den Vorkurs Johannes Ittens am Gründungsort des Bauhauses, mit dem er das Rückgrat der Bauhaus-Pädagogik begründete, der Auftritt erinnert an die Bauhausbühne der 20er Jahre, die Studierenden recyceln ihre Bilder der aktuellen Mode in ihren Modell-Kostümen und verwenden dafür die Mantelflächen recycelten Tetra-packs.

Das Kling-Klong-Klapper-Klimper-Kleid des Einführungskurses 2007 brachte zudem das Verpackungsmaterial vielstimmig zum klingen. Der diesjährige Kurs beschäftigt sich mit dem Thema "Schach - Schwarz weiß was...". Am 23. Oktober von 15 bis 18 Uhr werden die Ergebnisse mit einem öffentlichen Auftritt im Hof hinter dem Hauptgebäude präsentiert.

Fotos: Tobias Adam, Fakultät Architektur

Kontakt
Fakultät Architektur
Professur Bauformenlehre
Prof. Dipl.-Ing. Dipl.-Des. Bernd Rudolf
E-Mail: bernd.rudolf@archit.uni-weimar.de

65 - Bambus – ein Werkstoff der Zukunft?

Bambootoy - neue Generation von Steckspielzeugen, hier der Entwurf "Gembu X & Y" des Studenten Wassilij Grod. Foto: Welf Oertel
Wie umweltfreundlich kann ein Spielzeug sein? Foto: Jonas Tegtmeyer

DFG-gefördertes Projekt führte Produkt-Design-Studierende nach China

Studierende des Studiengangs Produkt-Design hatten im einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt, betreut von Prof. Heiko Bartels und Dipl.-Des. Welf Oertel, die Gelegenheit, die spezifischen Eigenschaften und Vorzüge von Bambus als möglichen Werkstoff der Zukunft am Ursprungsort kennen zu lernen. Auf Einladung von HaPe International, größter Holzspielzeug-Hersteller weltweit, reiste eine Gruppe von zwölf Produkt-Design-Studierenden der Bauhaus-Universität zu einem einmonatigen Workshop in die chinesische Region Anji. Deren Präsident, Peter Handstein, produziert seit fast 15 Jahren in China und bemüht sich engagiert um die Erhaltung der Bambuswälder und der traditionellen Produktionsstrukturen, bei gleichzeitiger Wahrung der internationalen Arbeitsschutz- und Qualitätsstandards. Aufgabe war es, den Werkstoff Bambus deutlich erkennbar und zugleich materialgerecht bei innovativen Spielgeräten einzusetzen. Ausgewählte Entwürfe sind zur Umsetzung vorgesehen.

Der Kontakt zur Bauhaus-Universität entstand auf der internationalen Designmesse in Ningbo, einer Industriemetropole nahe Shanghai, wo sich die Fakultät Gestaltung im letzten Jahr auf Einladung der dortigen Wirtschaftsförderung mit einem von der Studierendengruppe Goldspecht eigens entworfenen Messestand präsentiert hatte.

Kontakt
Fakultät Gestaltung
Professur Produkt-Design
Prof. Heiko Bartels
Dipl.-Des. Welf Oertel
E-Mail: welf.oertel@gestaltung.uni-weimar.de

66 - Reisebericht

Reisen verändert - aber wie?

Wie arbeiten Künstler und Künstlerinnen wenn sie sich in die Fremde begeben und unterwegs sind? Welche Möglichkeiten stehen heute zur Verfügung, neue und ungewöhnliche Situationen wahrzunehmen und zu dokumentieren? Was erfährt man über sich und - durch den Vergleich mit dem Fremden - über die eigene Kultur als Reisender?

In Projekt „Reisebericht“ haben wir uns mit genau diesen Fragen auseinander gesetzt. Eine Exkursion mit 18 Studierenden nach Krakau machte es uns möglich, die Fragen nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern auch direkt in der Fremde zu reflektieren. Die Ausstellung „Dizzy Daisy Downtown“, so benannt nach „unserer“ Jugendherberge in Krakau, zeigte die künstlerischen Ergebnisse dieser Erfahrung.

 

Elke Jänicke/Nina Schmidt: Ist hinter dir noch Platz? 8 polnische Brautgeschichten, Kraków 2008. Umzingelt von 14 Brautmodengeschäften, fragten wir uns: Welche Wünsche und Erwartungen verbinden junge Frauen mit dem System Traumhochzeit in einem Land, in dem 98% katholisch heiraten?
Robert Verch: The Human Polaroid. Die “Human Polaroid” besteht aus einem Rollstuhl, welcher mit einem blickdichten Aufsatz versehen wurde. Besteigt man den Rollstuhl wird man zum menschlichen Fotofilm. Mittels Öffnung einer Klappe kann man vom Schiebenden für einen Augenblick belichtet werden.
Johannes Köcher: Klingelputze. Durch möglichst viele Klingelstreiche suchte ich Kontakt zu Krakauer Bewohner/innen. Durch das darauf folgende Wegrennen habe ich den Kontakt sofort abgebrochen, ohne die Bewohner überhaupt kennen gelernt zu haben.

Durch das „Fremd-Sein“ stellt man sich selbst in Frage, gewohnte Verhaltensmuster gelten nicht mehr. Das Fremde fasziniert und ist gleichzeitig beängstigend. Die von den Studierenden im Krakauer Alltag gesammelten Eindrücke wurden umgearbeitet, destilliert und in überraschenden Formen präsentiert. Die Erkundung der Stadt ging sofort bei der Ankunft los: Jeder Duft, jedes Geräusch war neu, unverständlich, bedeutungsvoll. Auf Streifzügen durch die Stadt haben viele Studierende sich zu orts- und kontextbezogenen Arbeiten entschieden. Die Tatsache des altersbedingten Verschwindens der Holocaust-Überlebenden und Augenzeugen, sowie die Frage der eigenen Verantwortung als Deutsche, waren auch Ausgangspunkt für künstlerische Arbeiten. Die Studenten haben sich auf feinfühlige und vorsichtige Weise dem schwierigen und sehr beladenen Thema genähert.

Kontakt
Fakultät Gestaltung
Professur Freie Kunst
Prof. Liz Bachhuber
Nina Lundström
E-Mail: nina.lundstroem@gestaltung.uni-weimar.de

 

Zuletzt geändert: 17.02.2011
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