Dezember 2008
74 - MSS Batelier
swimming bauhaus
Der Gedanke einer mobilen Universität ist nichts Neues und doch etwas ganz Besonders. Bereits seit März 2006 kann die Bauhaus-Universität Weimar auf eine schwimmende Dependance verweisen. Das Motorsalonschiff Batelier wurde von Prof. Walter Stamm-Teske (Professur Entwerfen und Wohnungsbau) als Seminarschiff geplant und umgesetzt. Platz bietet es 10 Studierenden. Der Kapitän und die angebotenen Lehrveranstaltungen verschreiben sich dem langsamen Entdecken der europäischen Stadt. Die Reise ist damit nicht nur Zweck sondern erklärtes Ziel des Projektes. Langsam vorbeiziehende Stadtkulissen und Landschaften geben neue Blicke frei, die geringe Zahl an Teilnehmern bietet die Möglichkeit für konzentrierte Gespräche, neue Inspirationen und Erkenntnisse.
Zwei Jahre nach der Schiffstaufe, mit bisher 120 Studierenden an Bord sowie mit rund 30 besuchten Städten in Frankreich, Belgien und der Niederlande gilt die MSS Batelier als fester Bestandteil des Lehrangebotes der Fakultät Architektur. In einer Stadt angekommen, wird das Schiff unter dem Label der Bauhaus-Universität und seine Besatzung regelmäßig zum beliebten Top-Thema der Tagespresse. Denn der Schiffsstopp bleibt nie ohne Folgen, vom vermessenen Straßenraum bis zum Entwurf kleinerer und größerer Wohnbauprojekte, immer agieren die Studierenden, treten in Kontakt mit den Bewohnern der Städte, bemerken Problemstellen und entwerfen Lösungsansätze. Besser kann eine Architekturfakultät europaweit nicht agieren.
Die Lehrformate auf der MSS Batelier sind durch die Professur Wohnungsbau nachhaltig entwickelt. Neben zwei Seminarreisen für den Diplom- und Masterstudiengang Architektur werden in der Regel auch zwei Diplomreisen je Semester angeboten. Ab Sommer 2009 wird das Angebot auf Studierende des neu eingerichteten Bachelor-Studiengangs Urbanistik erweitert. Die geplanten Routen und Formate für das Jahr 2009 sind aktuell unter www.batelier.de dokumentiert.
Kontakt
Fakultät Architektur
Professur Entwerfen und Wohnungsbau
Prof. Walter Stamm-Teske
E-Mail: walter.stamm-teske@archit.uni-weimar.de
75 - Narubi
Verwertung von Reststoffen der Biogasproduktion
Erneuerbaren Energien liegen im Trend. Die Nachfrage nach Ökostrom steigt. Doch ist dieser nachhaltig? Bei der Biogasproduktion etwa ist mit der Energiegewinnung aus Biogas der Prozess noch nicht am Ende. Es bleiben eine Menge Reststoffe übrig. Das Projekt NARUBI (Nährstoffrückgewinnung aus Gärresten der Biogasproduktion) unter Leitung von Prof. Jörg Londong, Professur Siedlungswasserwirtschaft, beschäftigt sich mit der Verwertung dieser Reststoffe. Die Gärreste enthalten große Mengen an Nährstoffen (Phosphor, Stickstoff, Kalium) und werden zur Düngung eingesetzt. Die Nährstoffgehalte sind mit denen üblicher Mineraldünger vergleichbar. Jedoch liegen sie in den Gärresten in einem variablen Mix vor. Im Mineraldünger hingegen sind sie einzeln verfügbar und können besser auf den Boden und die Fruchtfolge abgestimmt werden.
Im Projekt NARUBI werden physikalische und chemische Aufbereitungstechniken zum Recycling einzelner Nährstoffe aus den Gärresten untersucht. An einer Versuchsanlage (Standort Kläranlage Tiefurt) werden bis Ende März 2009 die Dampfstrippung zur Rückgewinnung des Ammonium-Stickstoffes und die chemische Phosphatfällung als Teilaufbereitung der vorseparierten Gärreste im pilottechnischen Maßstab getestet.
Kontakt
Fakultät Bauingenieurwesen
Professur Siedlungswasserwirtschaft
Julia Alexeeva-Steiniger
E-Mail: julia.alexeeva-steiniger@bauing.uni-weimar.de
Zuletzt geändert: 17.02.2011
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