Überblick über die Projekte im April 2008
41 - Augmented Studio
42 - Mylomesh
43 - Im Spiegel der Anderen
44 - Knowledge Centre@Weimar
45 - 2. FullDome Festival in Jena
41 - Augmented Studio
Digitale Projektoren für Fernsehstudios und Fimsets
Seit Ende 2006 forschen die Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Bimber an Projektionsverfahren, die in modernen Fernsehstudios und Filmsets Einsatz finden könnten. Mittels spezieller Soft- und Hardwaretechniken werden digitale Codes direkt in die Studiobeleuchtung und Videoprojektionen integriert, die für das menschliche Auge unsichtbar bleiben – von Studiokameras allerdings erfasst werden. Die Anwendung ermöglicht den Einsatz von speziellen Techniken innerhalb gewöhnlicher Filmstudios oder Filmsets, die bisher nur in so genannten virtuellen Studios (Bluebox) effektiv realisierbar waren. Darunter fallen u.a. die Positionsbestimmung der Studiokameras, die Tiefenrekonstruktion von Studioinhalten oder die Trennung von Vorder- und Hintergrund Informationen (das so genannte Keying). Zugleich könnte die Technologie umgekehrt die Kommunikation zwischen Moderation und Schauspielern unterstützen: Moderationsinformationen können interaktiv an beliebiger Stelle sichtbar dargestellt, aber nicht von den Studiokameras erfasst werden. Des Weiteren können Studiobeleuchtungen synthetisch hergestellt werden – ohne dabei analoge Lampen bewegen zu müssen. Diese so genannte projektor-basierte Beleuchtung hat den Vorteil, die Ausleuchtung „on-the-fly“, also ohne zeitliche Verzögerung und im Produktionsfluss, verändern zu können.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt das Forschungsprojekt „Augmented Studio“ mit einer Förderung von insgesamt 205.000 Euro über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren. Mit der DFG-Förderung kann das Projekt nun seine Arbeit bis 2010 intensiv fortsetzen. Beratende Kooperationspartner sind der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) und das Institut für Medientechnik an der TU Ilmenau. Ausführliche Informationen zum Projekt sind unter www.uni-weimar.de/medien/ar und www.uni-weimar.de/medien/ar/AugmentedStudio zu finden.
Kontakt
Fakultät Medien
Jun. Prof. Dr.-Ing. habil. Oliver Bimber
Juniorprofessur Augmented Reality
Mail : bimber (at) uni-weimar.de
Tel. : +49(0)3643-58 37 24
42 - MYLOMESH
Konstruktive Datenkompression
Skulpturale Großformen erleben aufgrund ihrer extrovertierten Zeichenhaftigkeit in den vergangenen Jahren eine spektakuläre Renaissance in der Architektur. Sie repräsentieren ‚freie’ Geometrien, werden in der Regel digital entworfen und basieren somit auf den immensen Möglichkeiten aktueller CAD-Systeme. Ihre bautechnische Reproduktion unter wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellt jedoch nach wie vor eine besondere Herausforderung dar.
Im Spannungsfeld von Entwurf und Konstruktion widmete sich das MYLOMESH-Projekt dieser Problematik. Es war integraler Bestandteil der Dissertation von Alexander Stahr (Fakultät Architektur) zur Problematik der konstruktiven Realisierung transparenter architektonischer Freiformflächen.
Die Tischleuchte MYLONIT von IKEA lieferte die entsprechende formale Inspiration. Durch ihre partiell gleich- als auch gegensinnig doppelt gekrümmte Form vereinigt sie die geometrischen Hauptmerkmale ‚frei geformter’ Flächen in sich. Eine abstrahierende Realisierung des Beleuchtungskörpers im Maßstab 10 : 1 mit Hilfe eines parametrischen Stabnetzes definierte das Ziel des Projekts.
Ein Flächennetz, welches auf einer räumlichen Modellierung der räumlich gekrümmten Form basiert, markierte die digitale geometrische Basis der Bearbeitung. Um der gewölbten Form ästhetisch adäquat folgen zu können, musste es geometrisch individualisiert werden. Dies hat variable Netzkantenlängen zur Folge, welche wiederum sowohl den Stäben als auch den sternförmigen, eigens entwickelten Knotenelementen eine unikate geometrische Prägung verlieh.
Um dem Einzelteilcharakter der Elemente vor dem Hintergrund eines vertretbaren wirtschaftlichen Aufwandes gerecht zu werden, bestand die Notwendigkeit, das Projekt komplett digital zu bearbeiten. Dazu wurde ein parametrisches Modell des Stabnetzes geschaffen und ein zum Patent angemeldetes lokales geometrisches Feintuning vorgenommen. Dieses half, die Komplexität der Knotengeometrie wesentlich zu reduzieren und die formale Vielfalt der Elemente im konstruktiven Entwurfsprozess beherrschbar zu machen.
Verschiedene eigens entwickelte Softwarewerkzeuge ermöglichten eine schnelle wie detaillierte Analyse der Geometrie der Struktur unter konstruktiven Aspekten. Darüber hinaus bildeten sie die Voraussetzung für die Umwandlung der digitalen Entwurfsdaten in maschinell lesbare Informationen zur direkten Verwendung im rechnergestützten Fertigungsprozess.
Die Herstellung aller Stabwerkselemente erfolgte mit Hilfe rechnergesteuerter Maschinen. Für die Knotenfertigung kamen digitale Schablonen zur Anwendung, die auf der Basis der lokalen Geometriedaten mit Hilfe eines eigens programmierten Algorithmus generiert wurden. Beide Maschinen ermöglichten eine elementspezifisch variable, hochpräzise sowie rationelle Fertigung.
Kontakt:
Alexander Stahr
contact[at]alexander-stahr.de
43 - Im Spiegel der Anderen
Austauschprojekt mit Portugal
"Im Spiegel der Anderen" beziehungsweise "Rhythmus" - unter diesen Stichworten fand ein erstes gemeinsames Ausstellungsprojekt der Fakultät Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar mit der Escola Superior de Artes Aplicadas (ESART) in Castelo Branco in Portugal statt. Vom 08. bis 18. April sind die Ergebnisse des Austauschs in Weimar zu sehen.
Wie nehmen die Studierenden das jeweils andere Land wahr? Was halten sie für bemerkenswert? Und wie lassen sich diese Eindrücke und Ideen künstlerisch verarbeiten? Im Wintersemester 2006/2007 stellten sich ca. 30 Studierende beider Hochschulen dieser Herausforderung und besuchten für eine Woche die jeweilige Partneruniversität. "Im Spiegel der Anderen" besteht die Chance, so Prof. Karl Schawelka, sich selbst neu zu sehen und zu reflektieren. Die Portugiesen setzten ihre Projektideen mittels Video, Installationen aber auch Fotografie um. Für die Bauhaus-Studierenden eröffnete sich vor allem mit Hilfe des Fotoapparats - unter der künstlerischen Leitung Prof. Hermann Stamms - immer wieder neue Perspektiven und Einblicke. Sowohl das Medium als auch die Motive regen dazu an, Traditionelles und Neues, Fremdes und Eigenes zu überdenken.
Die Vernissage findet am 08. April um 19 Uhr im Glaskasten der Limona, Steubenstr. 8, statt. Die Ausstellung ist vom 09. bis 18. April 2008, montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Ein mehrsprachiger Katalog kann für 2 Euro in der Ausstellung erworben werden.
Kontakt:
Prof. Hermann Stamm
Professur Visuelle Kommunikation
Telefon: 0 36 43/ 58 32 39
E-Mail: hermann.stamm@gestaltung.uni-weimar.de
Prof. Dr. phil. habil. Karl Schawelka
Professur "Geschichte und Theorie der Kunst"
Telefon: 0 36 43 / 58 33 19
E-Mail: karl.schawelka@gestaltung.uni-weimar.de
44-Knowledge Centre@Weimar
Kompetenzzentrum im internationalen Netzwerk
Das Knowledge Centre@Weimar wurde 2001 in einem internationalen Netzwerk mit sechs Universitäten und Industriepartnern aus der ganzen Welt gegründet, um Ressourcen für internationale Forschungsprojekte und akademische Ausbildung zu bündeln. Die Initiatoren des Kompetenzzentrums sind die Professoren Hans Wilhelm Alfen, Professur Betriebswirtschafslehre im Bauwesen, und Karl Beucke, Professur Informatik im Bauwesen, der Bauhaus-Universität Weimar. In der gemeinsamen Forschung entwickelt das Netzwerk interdisziplinäre Ansätze für die Bauindustrie und benachbarte Branchen, besonders im Hinblick auf PPP und die private Finanzierung von Infrastrukturprojekten und öffentlichen Hochbauten sowie den effizienten Einsatz von Informationstechnologien in der Bauwirtschaft. Außerdem unterstützt das Knowledge Centre die Entwicklung und Etablierung international ausgerichteter Studiengänge in Weimar und an den Partneruniversitäten.
Seit 2004 wurde der PPP-Bereich des Netzwerks kontinuierlich ausgeweitet, unter anderem mit der EU-ASIA PPP Business Unit, die Kompetenzen und Wissen zu Public Private Partnership (PPP) aus Europa und Asien zusammenführt. In diesem Zusammenhang wurde ein e-book PPP mit verschiedenen Case Studies und Erfahrungen der Länder im April 2007 veröffentlicht.
Kontakt:
Dipl.-Ing. Katja Leidel
Professur Betriebswirtschaftslehre im Bauwesen
Telefon: 0 36 43/58 43 85
E-Mail: katja.leidel@bauing.uni-weimar.de
45 - 2. FullDome Festival in Jena
Himmlische 360-Grad-Projektionen
Im Projekt „Himmelskunde, Medienräume“ unter der Leitung von Micky Remann experimentieren Studierende der Fakultät Medien mit Inhalten und Inszenierungen, die den neuen Möglichkeiten der Ganzkuppelprojektion gerecht werden.
Beim 2. FullDome Festival in Jena am 26. April 2008 werden ihre Filme und Arbeiten von anderen Universitäten auf der gesamten, 800 Quadratmeter großen Innenfläche der Kuppel des Zeiss-Planetariums mit Hilfe von sechs synchron arbeitenden Lasern projiziert. Dieses neue Verfahren – All-Dome-Laser-Image-Projection (ADLIP) genannt –, setzt die Zuschauer durch eine 360-Grad-Kuppelprojektion mitten ins Geschehen und bietet dazu optimalen Kontrast, Schärfe und Farbwiedergabe. Die Studierenden des Projekts erstellten nicht nur Clips zum Thema „Himmelsräume“, sondern produzierten auch Trailer und Vorberichte für Salve.TV. Bei der Bewältigung der technischen Tücken half wachsende Erfahrung, ein reger Erfahrungsaustausch im Stamm der „FullDome-Indianer“ sowie die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Jürgen Hellwig, dem Leiter des Zeiss-Planetariums.
Trailer und Vorberichte:
www.salve-tv.de, Menu „Web tv“: „Full Dome“.
www.uni-weimar.de/projekte/fulldome/
Kontakt:
Bauhaus-Universität Weimar
Professur Medien-Ereignisse
Micky Remann
Projekt "Himmelskunde, Medienräume"
Telefon: 0 36 43/58 36 00
E-Mail: fulldome@medien.uni-weimar.de
Zuletzt geändert: 17.02.2011
© 1994-2012, Bauhaus-Universität Weimar.
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