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Die Bauhaus-Universität Weimar lud im Sommer 1999 dazu ein, über die Zukunft ihrer Fachgebiete zu diskutieren. Ein Jahrhundert ging zu Ende, das durch die Moderne in allen Bereichen geprägt wurde und das Bauhaus, Kind und Vater der Moderne zugleich, wäre in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden. Zu den allgegenwärtigen Bilanzen und Retrospektiven trat damit auch die Frage: Was kommt danach, was liegt vor uns? Wir haben diese Frage an Wissenschaftler, Schriftsteller, Politiker, Unternehmer und Künstler nicht nur aus Deutschland gestellt, in dem wir diese eingeladen haben, mit uns darüber zu diskutieren. Mit uns heißt hier mit Professoren und Mitarbeitern aus unserem Haus, die die gut besuchten Diskussionsabende im temporären Bau im Sommer 1999 moderiert haben. Und wir haben viele Antworten bekommen: Antworten, die damals per worldhaus TV europaweit im Fernsehen zu sehen und zu hören waren, und die in Ausschnitten, denn mehr leistet das Medium noch nicht, nun auch im Internet erlebbar sind. Nach dem Ende der großen Erzählungen, angesichts neuer Unübersichtlichkeit und den vielfältigen Wegen in eine andere Moderne, Wegen, die diese je nach Standpunkt diese fortsetzen, vollenden, überwinden oder zu ihrer Reflexion führen, erschien ein Blick in die eine Zukunft nicht mehr möglich zu sein. Aber wenn die Zukunft nicht in Differenz zu einer Vergangenheit begriffen wird, verschwindet auch die Gegenwart, die eben diese Differenz ist. Also mussten wir in die Zukunft blicken, auch wenn sie, wie Niklas Luhmann betonte, nie beginnen kann. Sie ist unser Horizont, den wir nie erreichen werden, weil er sich mit uns fortbewegt. Auch und gerade über das Jahr 2000 hinaus. Fragt sich - nach wie vor - nur, wohin?
Wir danken den Moderatoren und Gästen für die Mitarbeit an diesem Projekt und ihre Bereitschaft auch Improvisationen zu ertragen. |