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Die Zukunft der UniversitätWenn über die Zukunft der Universität nachgedacht wird, dann stehen in Deutschland Traditionen auf dem Prüfstand: die Tradition der Universität als quasi staatlicher Behörde, die Tradition der Humboldtschen Einheit von Forschung und Lehre, die jüngere Tradition der fast ständisch organisierten Gruppen-Universität, die Tradition der Universität als exklusivem Zugangsort zu höherer Bildung. Alles dies ist heute nicht mehr selbstverständlich. Den vielen Vorteilen dieser Traditionen stehen vor allem im internationalen Vergleich immer mehr Nachteile gegenüber. Die Kritik ist weder zu überhören noch besonders neu, ihre Schlagworte sind : Ineffizienz, Unflexibilität, Verkrustung, Nivellierung. Der Weg in die Zukunft wird für die Universitäten und die Gesellschaft wohl ein Abschied von liebgewonnener Selbstverständlichkeit sein. Darin liegt aber auch die Chance, die eigenen Aufgaben neu zu bestimmen und sich auf eigene Stärken zu besinnen: Konzentration der einzelnen Universitäten auf einen engeren Kanon von Fachgebieten, Kooperation mit anderen Institutionen, Differenzierung der Studienangebote, Neustrukturierung der eigenen Verwaltung oder besser des eigenen Managements. "Deine Erzieher vermögen nichts zu sein als deine Befreier." Nietzsche Alle Menschen unserer Gesellschaft müssen lebenslang zum Lernen bereit sein, um den Erfordernissen der Zukunft gerecht werden zu können. D.h. eine Rückkehr der heutigen Abgänger zur Uni in der Zukunft ist sehr wahrscheinlich. Es wird deshalb immer mehr Aufgabe der Universitäten sein, bessere Weiterbildungsstudiengänge mit praxisnäheren Studienmöglichkeiten anzubieten, bei gleichzeitiger Verpflichtung der Politik diesen Einsatz durch rechtliche Regelungen, z.B. in der Frage der Finanzierung, zu unterstützen. Andere neue, wichtige Ansätze zur Umstrukturierung, neben der stets geforderten Interdisziplinarität zielen auf die Durchlässigkeit der Uni nach der Erstausbildung und modularisierte Fächer. Diese Fächer sollen ein leichtes Wechseln zwischen Studienfächern in verschiedenen Ländern und ein "teilvirtuelles" Studium ermöglichen, im Falle das bestimmte Fächer an der besuchten Schule fehlen. Die Universität der Zukunft muß 6 Grundeigenschaften vereinen: 1. Autonomie garantiert, daß die lebensnotwendige Initiative auf lokaler Ebene, die Entscheidungsfreiheit in den Universitäten nicht durch Überregulierung im Keim erstickt wird; Nach all dieser Euphorie für Technik ist es erholsam, den Ruhepol der Runde, Oskar Negt, zu hören. Können wir aus all dem die Gesellschaft so sträflich auslassen? "Rationalisierung ist nicht Ausdruck purer Vernunft", meint er über das Schlankheitsideal vieler Politiker, die sich als bessere Betriebswirte verstehen. Da Demokratie immer abhängt von der Durchschnittsbildung der Menge, zeigt Humboldt hier klare Stärken. Die Widersprüche von Arm und Reich, von mehr Produktivität mit weniger Personal und von zunehmender weltweiter technischer Vernetzung bilden (teils neue) Grundprobleme. Die tatsächlichen Antworten auf die Anforderungen der Zukunft sind Schlüsselqualifikationen wie: 1. die Identitätskompetenz, die Kraft aus Herkunft und Richtung gibt; Bei all den Einzelanforderungen muß jedoch immer die Gesamtheit des Bildungssystems im Blick bleiben, Änderungen müssen überall und aufeinander abgestimmt stattfinden. Schließlich ist jede Änderung der Bildungseinrichtungen auch im Zusammenhang zur ganzen Gesellschaft zu sehen. Die Zukunft der Universität wirkt in die Zukunft des Volkes hinein. |
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Edelgard
Bulmahn,
Berlin |
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