Professuren Darstellungsmethodik / Bauformenlehre, Ein Weg zur Architektur, WS 00/01

Weg und Rhythmus

In der Landschaft breiten sich die einzelnen Formenelemente in alle Richtungen aus, beim „Weg“ befinden sie sich entlang einer Linie,
die nicht geradelinig verlaufen muß.

Mit dem Begriff „Weg“ lassen sich vielfältige Bilder von Reihungen aus unserem Erfahrungsschatz abrufen: Straße, Allee, Gasse,
Zeile, Kontur, Saum, Pfad, Spurenfolge, Linienmarkierung, Kette...

Dazu kann der Vergleich mit dem Vokabular der Musik gezogen werden, wobei die Tönefolge- die Komposition in zeitlicher Abfolge
geschieht. Aneinanderreihungen können nach verschiedenen Rhythmen erfolgen: gleichfärmig, periodisch, ungleichförmig,
dynamisch.

Überlagerungen der unterschiedlichen Tonfolgen sind möglich. Themen, wie Pausen, Sprünge in eine andere Tonlage, oder auch
allmähliche Übergänge sind zu bedenken.


Aufgabe:

1. Rhythmusprotokoll
Ein abzuschreitendes Stück Weg soll mit rhythmisch geschriebenen Worten protokolliert werden. Notiert werden die Elemente, die sich
mehrmals wiederholen im Rhythmus ihrer Wiederkehr wie z.B. Bäume, Zäune, Häuser, Einfahrten, Türen, aber auch der eigene
Schritt, das Atemholen, das Geräusch des vorbeifahrenden Autos. Das gesamte Schriftbild bekommt von selbst seine grafische
Wirkung.

2. Partitur
Die mit Worten protokollierte Grafik soll mit Hilfe abstrakter Zeichen übersetzt werden. Kompositorisch findet dabei eine Überlagerung
der Einzelreihungen statt.
Durch Ineinandergreifen, Verzahnen, Überdecken, Platzlassen gehen sie eine fein abgestimmte Beziehung ein. Bei Verwendung von
Farbfolgen und Farbreihen ist das Gesamtkonzept zu beachten.

3. Modell Reihenkomposition
Die Partitur ist hierzu dreidimensional umzusetzen.
In der Länge 60 cm, ist das Modell vorwiegend mit Modellbaukarton 1-2 mm zu bauen.

Fertigstellung der Arbeiten bis zum 13.11.00 / 14.11.00

0. Naturstudium 1. Protokoll 2. Partitur 2. Partitur 3. Modell 3. Modell