Henry van de Velde
Kunstschulgebäude Weimar 19041911
Dokumentation der Planungsgeschichte
Vor
100 Jahren kam der belgische Künstler Henry van de Velde nach Weimar.
Er wurde durch Großherzog Wilhelm Ernst zum künstlerischen
Berater für Industrie und Kunsthandwerk berufen. Die Weimarer Jahre
gehörten zu den erfolgreichsten seines Lebens. Van de Veldes praktische
wie seine publizistische Tätigkeit nährte die Hoffnung auf eine
dritte Epoche weimarischer Kultur, machte Weimar für einen Augenblick
zu einem beachteten Ort der Kunsterneuerungsbewegung. Dem Pädagogen
van de Velde verdankt Weimar die Gründung der Kunstgewerbeschule.
Sie half den neuen Typus der Kunstschule, den in den zwanziger Jahren
am prägnantesten das Weimarer Bauhaus verkörpern sollte, zu
entwickeln. Der Architekt van de Velde, noch am Anfang seiner architektonischen
Tätigkeit stehend, hat im Stadtbild bemerkenswerte Spuren hinterlassen.
Neben zahlreichen Villen zählen dazu vor allem die beiden Kunstschulbauten
an der heutigen Geschwister- Scholl-Straße. Dem im Ensemble dominierenden
und kürzlich sanierten Hauptgebäude der ehemaligen Großherzoglich-Sächsischen
Kunstschule, das zwischen 1904 und 1911 errichtet wurde, ist die Ausstellung
gewidmet. Die Entwurfs- und Ausführungszeichnungen werden im Oberlichtsaal
erstmals öffentlich gezeigt. Die Ausstellung wurde durch Studierende
an der Professur Entwerfen und Architekturtheorie konzipiert und in Zusammenarbeit
mit dem Stadtarchiv Weimar realisiert. Mit der Ausstellung ehrt die Bauhaus-Universität
Weimar Leben und Werk ihres Ehrensenators.
Ausstellung 05.04.24.04.2002, Oberlichtsaal
Öffnungszeiten MoFr 14.0018.00 Uhr