| Inhalt |
Im Zeitalter
der digitalen Doppelungen der Realität sind wir mit einer "neuen
Form der Gegenstandslosigkeit" konfrontiert, die keineswegs allein
auf die virtuellen Welten beschränkt ist. Jedes Nachdenken über
Architektur heute muss von einem ausgehen: Das ist die Verschiebung
der kulturellen Dominante von der modernistischen Objektproduktion
zur postindustriellen Bilderkonsumtion. Selbst als materiellste
aller kulturellen Praktiken kann sich die Architektur der allgemeinen
Liquidisierung der Grenzen zwischen der analogen Objektwelt und
der digitalen Bilderwelt kaum entziehen. Vorbildlos scheinen die
neuen, digitalen Technologien in die konstruktive-materiale Praxis
der Architektur einzugreifen. Und doch wird nach und nach sichtbar,
was bisher in den Diskussionen verschleiert wurde: Dass der digitale
Paradigmenwechsel durchaus seine Vorgeschichte im 20. Jahrhundert
besitzt, einerseits eine moderne Vorgeschichte im produktivistischen
Paradigmenwechsel der Maschinenproduktion der frühen Moderne und
andererseits eine postmoderne Vorgeschichte im "linguistic turn"
der Postmoderne. Dem heutigen "total flow" der digitalen Bilder
ging so etwas wie ein "total flow" der analogen Zeichen und Metaphern
in der Postmoderne und im Dekonstruktivismus voraus. Das Wissen
um den kulturgeschichtlichen Kontext und die konzeptuelle Vorgeschichte
ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für das Verständnis der
aktuellen Problematik der Architektur im Zeitalter der allgegenwärtigen
Medialisierung der Kultur. Die Lehrveranstaltung findet 14 tägig
statt.
|