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Die Sehnsucht
nach dem eigenem Heim entstammt vor allem einer bürgerlich geprägten
Vorstellungswelt vom Wohnen im eigenem Haus mit Garten. Dies spiegelt
sich u.a. in entsprechenden Publikationen mit romantisierenden Rückblick
wieder, die um 1900 entstanden. Gleichzeitig gab es Bestrebungen
alternativer Wohnformen in Gemeinschaftssiedlungen unter dem Aspekt
des Bauens in Selbsthilfe, die zum einen aus einer Kritik an der
Großstadt und zum anderen am Versagens staatlicher Intervention
in die Wohnungsbaupolitik herrührten. Letzteres zeigt sich z.B.
an der nahezu 40jährigen Vorgeschichte, die der Verabschiedung des
"Preußischen Wohnungsbaugesetzes" von 1919 vorausging. Am Ende des
Ersten Weltkrieges markiert dieses Gesetzt den Aufbruch zu einer
Architekturreform im ländlichen und suburbanen Wohnungswesen und
in der Ökonomie des Bauwesens ("Billiges Bauen" und Typisierung).
Das Seminar
wird anhand von Schlüsseltexten aus zeitgenössischen Publikationen
und Zeitschriften und Gesetzesvorlagen sowie einzelner Siedlungs-
und Wohnbauprojekte untersuchen, welchen Einfluss die um 1900 geäußerten
ästhetischen Kategorien vom Wohnen auf die Architekturideen der
frühen 20er Jahre nahmen. Der Fokus liegt hier vor allem auf der
Frage, warum sich in Deutschland mit dem standardisierten und seriell
vorgefertigten Bauen im Bereich des Einfamilienhauses bis heute
die Kategorie des Provisorischen verbindet.
Das Seminar
ist an das Forschungsprojekt "Die Baracke: Utopie der Moderne und
biopolitische Praxis" angegliedert und wird in Kooperation mit der
gleichnamigen Veranstaltung am Lehrstuhl Geschichte und Theorie
der Kulturtechniken, Fakultät Medien veranstaltet.
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