»Wasser + Umwelt«
Exkursion WW62 Biotechnologie in der Abfallwirtschaft im März 2003
Das Weiterbildende Studium Wasser + Umwelt führte im Wintersemester den Kurs WW62 "Biotechnologie in der Abfallwirtschaft" durch. Die an die Fernstudienphase anschließende Präsenzwoche fand in diesem Jahr vom 10.03. bis 15.03.2003 in Weimar statt. Im Rahmen dieser Präsenzphase konnte das angeeignete Wissen nochmals vertieft werden. Verschiedene Autoren hielten Vorträge und standen für Fragen zur Verfügung.
Weiterhin war am Donnerstag dem 13.03.2003 eine Exkursion vorgesehen. Diese führte zunächst am Vormittag zur Bioabfall-Boxenkompostierungsanlage "Steudel und Bischof" in Bufleben sowie zur Bioabfall-Turmkompostierungsanlage "Vogteier" in Niederdorla. Am Nachmittag konnte dann die "Mesophile Biogasanlage Nordhausen" besichtigt werden. Als sehr interessant erwies sich der abschließende Besuch der Klärschlamm-Mietenkompostierung in Rossleben.
Besichtigung der Bioabfall-Boxenkompostierungsanlage in Bufleben
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Exkursionsteilnehmer während der Begrüßung in Bufleben
Die Boxenkompostierung "System HERHOF" von Steudel und Bischof in Bufleben hat eine Kapazität von 12.500 Mg/a. Es handelt sich um abgeschlossene Reaktoren. Sie werden zwangsbelüftet und bewässert, Sickerwasser wird abgezogen. Es wird eine optimale Prozessführung ermöglicht.
Das Herhof-Rottebox®-Verfahren eignet sich durch seine Modulbauweise sehr gut zur Anpassung an jeden Bedarfsfall. Rotteboxen werden in Baugrößen von 1.250 t/a bis 7.500 t/a hergestellt. Kombinationen sind möglich, um exakt auf die jeweiligen spezifischen Anliefer-bedingungen eingehen zu können.
Boxenkompostierungs-Anlage "System HERHOF" in Bufleben Zum Vergrößern auf die Bilder klicken!
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Besichtigung der Bioabfall-Turmkompostierungsanlage in Niederdorla
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Blick auf die Gesamtanlage
Die Vogteier Kompost GmbH Niederdorla hat eine genehmigte Kapazität von 86.200 Mg/a, angeschlossen an die 1991 begonnene Kompostierung ist ein Erdenwerk, das 1993 gegründet wurde.
Die Turmkompostierung ist ein kontinuierliches Verfahren, dass aufgrund der Höhenbauweise mit einem geringen Platzbedarf auskommt. Der Bioabfall wird am Kopf aufgegeben, und wandert unter Bewässerung und Belüftung innerhalb von etwa 14 Tagen nach unten und wird dort ausgetragen. Der Kompostierungsprozess wird durch die Mischung der organischen Abfälle mit exakt dosierten Zusatzstoffen unter Zuführung von Sauerstoff beschleunigt, so dass in relativ kurzer Zeit ein hochwertiger und nährstoffreicher Kompost entsteht.
Der fertige Kompost wird als organischer Dünger oder als Zuschlagstoff für Erden und Substrate vermarktet. Er ist mit dem RAL-Gütezeichen GZ 251 ausgezeichnet.
Turmkompostierungs-Anlage "Vogteier" in Niederdorla Zum Vergrößern auf die Bilder klicken!
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Mesophile Biogasanlage in Nordhausen
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Blick auf die Gesamtanlage
Die Anlage wurde durch die "Biotechnologie Nordhausen GmbH" unter Leitung von Dr. habil. G. R. Vollmer im Auftrag des Landkreises Nordhausen mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt entwickelt. Zunächst im Labormaßstab entwarf man ein zweistufiges, mesophiles Nassvergärungsverfahren, wozu ein der Realität angepasstes Modellsubstrat verwendet wurde.
Für mikrobiologisch-chemische Untersuchungen hierzu erhielt das "Labor für Angewandte Mikrobiologie" einen Unterauftrag. Im wesentlichen wurden hierzu Populationsanalysen der strikt anaerob fest-stoffabbauenden Bakterien durchgeführt, ferner wurde der Zelluloseabbau als Leitgröße quantifiziert.
Nachdem alle Voruntersuchungen erfolgreich abgeschlossen waren, wurde bereits 1997 (Fertigstellung 1998) mit dem Bau einer Großanlage (größte Biogasanlage für Gülle in Europa) für 16.000 Jahrestonnen gemäß der ermittelten, optimalen Verfahrensvariante begonnen. Das Engineering betreibt dabei die "BTN GmbH", der Anlagenhersteller ist die Firma Haase in Neumünster.
Details der Biogasanlage in Nordhausen Zum Vergrößern auf die Bilder klicken!
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Besuch in der Klärschlamm-, Rechengut- und Sandfanginhaltkompostierung Rossleben mit angeschlossener Haldenrekultivierung
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Luftbild der gesamten Anlage
Die "GHB-Gesellschaft zur Herstellung von Bodensubstraten Rossleben" betreibt auf ca. 8 ha eine umfangreiche Klärschlamm-, Rechengut- und Sandfangkompostierung mit einer Kapazität von jährlich 68.000 MG/a. Die organischen und mineralischen Abfälle werden zu hochwertigem Kompost für den Landschaftsbau aufbereitet. Zudem betreibt das 17 Mitarbeiter starke Unternehmen die Abdeckung von Kalirückstandshalden auf der Grundlage des bergamtlich zugelassenen Sonderbetriebsplanes und setzt sein Know-How bei der Rekultivierung von Industriebrachen ein.
In Rossleben wurden die Rückstände zu einer kleineren, von 1918 bis 1964 genutzten, von 1964 bis zur Einstellung der Förderung Anfang der neunziger Jahre zu einer größeren, südlich der älteren Halde gelegenen Halde aufgeschüttet. Die beiden Halden besitzen zusammen ein Volumen von 35 x 106 m3, bei einer Fläche von 64 ha.
Die kleinere Halde besitzt eine Ausdehnung von ca. 100 x 300 m, die größere eine Ausdehnung von 650 x 1.000 m. Ab 1964 wurde das geförderte Rohsalz ausschließlich mit dem Flotationsverfahren aufbereitet. Das geförderte kieseritische Hartsalz besaß einen komplizierten Aufbau , über die chemisch-mineralogische Zusammensetzung des Haldenmaterials liegen keine Angaben vor. Die Rekultivierung der Halde erfolgt in der Weise, dass sie mit Klärschlammmkompost und Erdaushub bedeckt wird.
Klärschlamm-, Rechengut- und Sandfangkompostierung Zum Vergrößern auf die Bilder klicken!
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last update: Wednesday, 06-Feb-2008 17:13:41 CET
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