»Wasser + Umwelt«
Exkursion des Kurses WW57 "Wasserversorgungswirtschaft" im September 2003
Im Sommersemester 2003 wurde, nunmehr in zweiter und überarbeiteter Auflage, der Kurs WW57 "Wasser
versorgungs wirtschaft" angeboten. Die Präsenzphase zum Kurs fand in der Woche vom 22. bis 27. September in Weimar statt. Zur Präsenzphase waren alle Autoren des Kurses angereist, so u. a. Prof. Dr.-Ing. Merkel, Prof. Dr. rer. nat. C. Treskatis und Frau Dr. rer. nat. C. Castell-Exner vom DVGW. Am Montag Abend konnten sich die Teilnehmer im gut gefüllten Köstritzer Schwarzbierhaus näher kennen lernen.
Zur Vertiefung der Kenntnisse wurde durch Herrn Dipl-Ing. Marco Friedrich und mit freundlicher Unterstützung des Wasserversorgungszweckverbandes (WZV) Weimar eine Exkursion für die Teilnehmer organisiert. Diese fand am Mittwoch, dem 24. September 2003, statt und führte die Teilnehmer in das nähere Umland Weimars zur:
Brunnenanlage in Tonndorf und zur Trinkwasseraufbereitungsanlage in Bad Berka. ![]()
Der Wasserversorgungszweckverband (WZV) Weimar
Der WZV Weimar betreibt zur Zeit mehr als 1.000 Kilometer Rohrnetz, 6 Wasserwerke (WW) bzw. Trinkwasser
aufbereitungs anlagen (TWA) mit einer Gesamt-Kapazität von 24.700 m3/d, 45 Pumpstationen sowie 69 Hoch- und Sammelbehälter. Diese Anlagen dienen der Trinkwasserversorgung für ein Einzugsgebiet von etwa 650 km2. Dieses Gebiet umfasst dabei mehr als 120 Orte mit ca. 107.000 Einwohnern sowie Industrie- und Gewerbekunden, Landwirtschafts
betriebe und öffentliche Einrichtungen. Etwa 2/3 des Bedarfs werden aus örtlichen Aufkommen - mehr als 100 Meter tiefe Brunnen im Waldgebiet zwischen Bad Berka, Blankenhain und Tannroda sowie Ressourcen am Nordhang des Ettersberg-Massivs - gedeckt; 1/3 des benötigten Wassers stammt aus den Trinkwasser-Talsperren bei Luisenthal und Tambach-Dietharz im Thüringer Wald.
- Link zur Homepage des WZV Weimar: http://wasserversorgung.weimar.de/
![]()
Sanierung der Brunnenanlage in Tonnendorf
Am Mittwoch morgen führte die Exkursion zunächst zu einer Brunnenanlage nach Tonnendorf. Der Brunnen hatte in seiner Ergiebigkeit nachgelassen und sollte einer Brunnen
sanierung unterzogen werden. Die Sanierung fand hierbei mit einem hydro mechanischen Verfahren (Hochdruck innenspülung) statt. Bei diesem Verfahren der chemiefreien Brunnen
regenerierung mit Reinwasser wird in einer Kombination von Hochdruck und Impuls eine Tiefen reinigung bei gleichzeitigen Abpumpen der mechanisch gelösten Verunreinigungen erreicht. Nach einem kurzen Zwischenstop beim Rohwasser
pumpwerk Bad Berka führte die Exkursion weiter zur Trinkwasser aufbereitungs anlage in Bad Berka.
![]()
Die Trinkwasseraufbereitung im "Tannrodaer Gewölbe" in Bad Berka
Die Trinkwassergewinnung im "Tannrodaer Gewölbe" - einer der ergiebigen Bundsandstein-Grundwasserleiter im Südwesten des Kreises Weimarer Land - hat eine mehr als 60jährige Tradition.
Im diesem Bereich der Ilmaue, oberhalb von Bad Berka, wird qualitativ hochwertiges, von anthropogenen Einflüssen freies Grundwasser gefördert. Seine geologische Herkunft erfordert zur Aufbereitung, neben dem Entfernen von gelöstem Eisen und Mangan, das Austreiben "überschüssiger" Kohlensäure.
Anfang der 30er Jahre entstand eine Trinkwasseraufbereitungsanlage mit einer Kapazität von 5.000 m3/d. Infolge unzureichender Kapazitäten wurde die Anlage Anfang der 60er Jahre und dann noch einmal im Jahr 1995 durch ein neues Werk ersetzt. Mit der Erneuerung im Jahr 1995 ging eine Kapazitätserhöhung auf 14.500 m3 Reinwasserabgabe pro Tag einher.
Am Donnerstag wurde noch die Zweigstelle der TLUG (Thüringer Landesanstalt für Geologie) in Weimar besucht. Hier konnte sich über die Grundwasser- und Messstellendatenbank der Landesbehörde informiert werden.
last update: Wednesday, 06-Feb-2008 17:13:41 CET
© »Wasser + Umwelt«