Präsenzphase und Exkursion des Kurses WW56 "Controlling in der Abwasserwirtschaft" im Wintersemester 2001/2002
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Das Weiterbildende Studium Wasser und Umwelt führte in der Woche vom 11. bis 16 März 2002 in Weimar die Präsenzphase für den Kurs WW56 - Controlling in der Abwasserwirtschaft durch. Die berufstätigen Teilnehmer aus Verwaltung, Unternehmen und Verbänden hatten in dieser Woche die Gelegenheit, den in der Fernstudienphase bearbeiteten Lernstoff zu vertiefen. Dazu waren die Autoren der entsprechenden Kapitel anwesend und nahmen Stellung zu den Fragen der Studierenden, führten den Lehrstoff an Beispielen und Berechnungen weiter aus und berichteten über neue Erkenntnisse auf den Fachgebieten. Eine Gruppenarbeit zur Erweiterungsplanung einer Kläranlage wurde durchgeführt, die Ergebnisse wurden im Plenum am Freitag von den beiden Gruppen präsentiert.
Ein geselliger Abend am Montag in der Schwarzbierschenke in der Geleitstraße gab den Teilnehmenden und Autoren Gelegenheit, sich in einem privateren Rahmen zu treffen.

Auf der Exkursion am Mittwoch besuchte der Kurs die Kläranlagen in Jena und Weimar.


Kläranlage Jena

Kläranlage Jena
Kläranlage Jena; im Vordergrund ein Faulturm

Die Zentralkläranlage Jena reinigt seit 1976 mechanisch und seit 1981 mechanisch/biologisch die kommunalen und gewerblichen Abwässer der Stadt und einiger Umlandgemeinden. Nach dieser Laufzeit bestand dringender Sanierungsbedarf.

Der Umbau und die Erweiterung zur neuen Kläranlage Jena mit jetzt 145.000 EW wurde von 1998-2001 mit Kosten von ca. 58 Mio. DM vorgenommen.


Den Zuschlag der europaweiten Ausschreibung erhielt eine ARGE aus Hochtief, Passavant-Roediger und Passavant EMSR-Technik.Im November 1998 fand die Grundsteinlegung statt, ab Mitte Februar 2000 erfolgte die schrittweise Inbetriebnahme der biologischen Reinigung und der Nachklärbecken.



Die Inbetriebnahme der maschinellen Schlammentwässerung erfolgte im August 2000. Im November des selben Jahres gingen die Faultürme in Betrieb. Faultürme eignen sich auf Exkursionen immer gut, um einen Überblick über die gesamte Anlage zu bekommen.

Die Vorklärung und das Anaerobbecken konnten im März 2001 in Betrieb genommen werden.

Im Juni 2001 wurde die Rekonstruktion der Kläranlage offiziell abgeschlossen.



Bilder von der Kläranlage Jena
Exkursionsteilnehmer in Jena
Exkursionsteilnehmer in Jena
Regenüberlaufbecken
Mischwasser- und Regenüberlaufbecken zur Regenwasserreinigung
Pumpensumpf mit Tauchpumpen
Pumpensumpf mit Tauchpumpen
Schneckenpumpwerk
Hebewerk mit Schneckenpumpe
Belebungsbecken
Biologische Reinigung - Belebungsbecken
Gasbehälter
Gasbehälter zur Speicherung der Faulgase
auf dem Faulturm
auf dem Faulturm
Anaerobbecken
Anaerobbecken
Blick auf die Gesamtanlage
Blick auf die Gesamtanlage


Nach einem Mittagessen am Tiefurter Park ging es zu Fuß zur Kläranlage Weimar.


Musentempel im Schlosspark Tiefurt
Musentempel im Schlosspark Tiefurt
Schloss Tiefurt
Schloss Tiefurt

Der ca. 21 ha große Schloßpark zu Tiefurt ist in einer Ilmschleife, rund 1,5 km nordöstlich der Weimarer Innenstadt im Ortsteil Tiefurt gelegen. Der Park erstreckt sich entlang der Ilmaue und des steilen Prallhanges der Ilm. Am Eingang zum Park steht das barocke Pächterhaus aus dem 16. Jahrhundert, das nach Umgestaltung zum Schloss von 1781 - 1806 Sommersitz der Herzogin Anna Amalia war.


Kläranlage Weimar

Die erste mechanische Kläranlage in Weimar wurde 1909-11 errichtet, 1927-32 erweitert und mit einer geschlossenen Faulung versehen. Diese wurde 1968 aufgegeben und der Schlamm in offenen Trockenbeeten entwässert. Die Planung für eine mechanisch/biologische Anlage wurde in der 70er Jahren begonnen und die Anlage mit 165.000 EW im November 1989 in Betrieb genommen.

Mit fachlicher Unterstützung der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar (jetzt Bauhaus-Universität Weimar) wurde 1992 eine Studie zur zukünftigen Abwasserbehandlung in Auftrag gegeben und 1993 ein stufenweiser, bedarfsabhängiger Ausbau festgelegt. Von 1993 - 1994 führte die Stadt Weimar die Anlage als Regiebetrieb, ab 1994 als Eigenbetrieb.

Im Jahre 1998 ergaben Messwerte eine Anschlussgröße von 74.000 EW. Der Aus- und Umbau auf 90.000 EW mit der Möglichkeit der Erweiterung auf 130.000 EW wurde von 1993-2001 vorgenommen. Die chemische Phosphor-Elimination wurde 1994 in Betrieb genommen, Rechen und Sandfang wurden bis 1996 saniert. Die Erweiterung der biologischen Reinigungsstufe und der Neubau der Schlammbehandlung wurde bis Mitte 2001 abgeschlossen.


Bilder von der Kläranlage Weimar
Phosphor-Elimination
Phosphor-Elimination
Sandfang
Sandfang
Vorklärbecken
Vorklärbecken
Faulturm
Faulturm


In der Abschlussdiskussion am Freitag wurde die Woche von den Teilnehmenden kritisch reflektiert und Hinweise zur Optimierung gegeben. Die Zufriedenheit mit der Präsenzphasenwoche war recht hoch. Die Klausur am Sonnabend bildete den Abschluss des Kurses.



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last update: Wednesday, 06-Feb-2008 17:13:41 CET
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