Ganztägige Exkursion zu Thüringer Talsperren im Rahmen des Kurses WW 42 "Wasserbau II - Talsperren und Dichtungselemente" WS 1998/99
Programm:
Mittwoch, 24. März
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Das Bauwerk:
Lage: Südlich der Gemeinde Luisenthal, Landkreis Gotha
Nutzung: Trinkwasserversorgung, Hochwasserschutz
Bauzeit: 1960 - 1966
Bauwerk: Steinschüttdamm mit Asphaltbetonaußendichtung
Die Situation:
Nach über dreißigjähriger Betriebszeit ist eine Ertüchtigung und Modernisierung der bestehenden Anlagen dringend notwendig, um auch in Zukunft eine Trinkwasserversorgung des Thüringer Beckens zu gewährleisten.
Das Sanierungskonzept:
Hauptschwerpunkt der Sanierung gilt der Asphaltbetonaußendichtung und deren Anschluß an die Betonbauwerke. Hier lagen sichtbare Schäden sowie hohe Sickerwasserverluste vor.
Folgende Leistungen sind zur Instandsetzung notwendig:
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- Abtrag der Überschüttung der Herdmauer an den Hängen und in der Talaue, Zwischenlagerung des Materials im Stauraum
- Abtrag der 2. Lage der oberen Dichtungsschicht mit verstärktem Abtrag in den Anschlußbereichen
- Anfräsen der 1. Lage der oberen Dichtungsschicht
- Betonvergütung in den Anschlußbereichen
- Aufbringen einer neuen Asphaltbetonaußendichtung, bestehend aus:
- Unterer Dichtungsschicht 6 cm auf Haftanstrich
- Dränschicht 10 cm mit Entwässerungssystem
- Oberer Dichtungsschicht 8 cm
- Oberflächenversiegelung
- Anschluß der neuen Asphaltbeton außendichtung an die vorhandenen Bauwerke
- Wiederandeckung der Herdmauer an den Hängen und in der Talaue mit dem zwischengelagerten Material.
Alle Armaturen erhalten neue Antriebe und einen Anschluß an den "Fernwirktechnischen Verbund" mit den Talsperren Schmalwasser und Tambach - Dietharz sowie den Stollen.- Einlaufbauwerk:
Grobrechen
- Entnahmeturm außen:
Notverschlüsse der Rohwasserentnahme (Absperrklappen DN 800)
Eisfreihaltungsanlage
Beckenpegel
- Entnahmeturm innen:
Armaturen der Rohwasserentnahmen (Absperrklappen DN 800 und Falleitung DN1000)
Belüftung der Falleitung DN 300
Armaturen des Hosenrohres (Absperrklappen DN 1000)
- Grundablaß:
Notverschlüsse (Talsperrenschieber DN 1000)
Armaturen der Grundablaßrohrleitungen (Drosselklappen DN 1000, Ringkolbenventile DN 1000)
Nach Fertigstellung der stauabhängigen Leistungen erfolgt der Wiedereinstau der Talsperre Ohra ab Oktober 1998. Danach kann mit den stauunabhängigen Arbeiten begonnen werden, wie z.B. mit der Erneuerung der Dammkrone und der Straßenanschlüsse, der Stützmauern am rechten und linken Hang und des Entnahmeturmkopfes.
Der Ablauf der Generalinstandsetzung
Für die Generalinstandsetzung der Stauanlage insgesamt sind vier Jahre vorgesehen (1997 - 2000). Wesentliche Voraussetzungen, wie die Teilsanierung des vorhandenen Dichtungsschleiers, die Errichtung einer Ersatzwasserversorgungsanlage für den Zeitraum der Außerbetriebnahme der Talsperre Ohra, der Bau einer Trafostation zum Anschluß der notwendigen Betriebsstromversorgung an das öffentliche Netz und die Errichtung umfangreicher Meßeinrichtungen im Damm und im luftseitigen Dammvorland, wurden bereits in den Jahren 1995 bis 1997 unter Staubedingungen und unter Aufrechterhaltung der Rohwasserbereitstellung realisiert.
Zur Erneuerung der Asphaltbetonaußendichtung und der technischen Ausrüstung macht sich jedoch nunmehr eine vollständige Entleerung und Außerbetriebnahme der Talsperre Ohra erforderlich.
Die Entleerung erfolgte nach einem vorgegebenen Abstauprogramm bis Oktober 1997. Anschließend wurden bis Dezember 1997 Erdarbeiten zur Beräumung des Staubeckens und der Herdmauer, Bohr - und Injektionsarbeiten sowie Ausrüstungsarbeiten durchgeführt. Ab März 1998 erfolgte der Abtrag von Teilen der Asphaltbetonaußendichtung und anschließend das Aufbringen der neuen Asphaltschichten. Parallel dazu wurde die Ausrüstung erneuert.
Nach Fertigstellung dieser stauabhängigen Leistungen war der Wiedereinstau der Talsperre Ohra ab Oktober 1998 vorgesehen. Beginnend im Herbst 1998 erfolgte die Ausführung der stauunabhängigen Leistungen.
Talsperre Tambach Dietharz:
Die Sanierung:
Das Bauwerk:
Bruchsteingewichtsmauer
- Mauerhöhe: 26,5 m
- Stauraum: 0,78 Mio m³
- Stauraumfläche 0,11 km²
- Kronenlänge: 110,0 m
- Einzugsgebiet: 20km²
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Die Entscheidung fiel zugunsten einer Vorsazbetonmauer mit integriertem Entwässerungssystem und neuen Betriebseinrichtungen.
Der am Fuß 6,3 m und in der Krone 2,5 m dicke Vorsatzbeton erhielt einen Kontrollgang, der über Einstiegsschächte in der Mauerkrone erreichbar ist. Dieser Kontrollgang und zwei schon vorhandene Stollen, die die Grundablaßleitungen aufnehmen, führen in das luftseitig der Mauer errichtete neue Schieberhaus.
Die Trinkwasserentnahme erfolgt aus einer Entnahmehöhe von 12 m über der Talsohle mittels Stahlrohrleitung (DN 800), Grundablaßleitung (DN 800) und Rohwasserleitung (DN 1000) zum Wasserwerk.
Die Wasserabgabe der beiden Grundablässe in Schwallkammer und Tosbecken regeln Ringkolbenschieber (DN 600).
Die Hochwasserentlastung am linken Hang führt über eine Schußrinne mit Kaskadenabsturz über die Felsen ins Tosbecken. Die Länge der Überlaufschwelle beträgt 40 m.
Talsperre Schmalwasser:
Das Bauwerk:
Steinschüttdamm mit Asphaltbetonkerndichtung
- Höhe über Gründungssohle: 80,70 m
- Höhe über der Talsohle: 76,90 m
- Kronenlänge: 325,00 m
- Kronenbreite: 7,50 m
- Freibord: 1,65 m
- Dammböschung, wasserseitig: 1:1,65
Luftseitig: 1:1,55
- Bauwerksvolumen 1.470.000 m³
Unter Berücksichtigung der geologischen Verhältnisse, der Betriebsanforderungen, der Baukosten und der Bauzeit wurde einem Steinschüttdamm der Vorzug gegeben.
Die Hochwasserentlastungsanlage
Das Hochwasser der Talsperre wird über eine Hangentlastungsanlage abgeführt.
An der linken Hangseite ist unmittelbar am Damm eine Sammelrinne (Länge 31 m) angeordnet. An die Sammelrinne schließt sich eine Übergangsrinne von 48 m an die zu einem Zwischentosbecken führt. Am Ende des Tosbeckens befindet sich eine 1,6 m hohe Endschwelle, deren Längsachse um 62° gegenüber der Tosbeckenachse abgewinkelt ist und das Wasser in die anschließende Schußrinne (Länge=227 m) leitet. Die Schußrinne führt in gerader Achse zum Tosbecken.
Die Meß und Kontrolleinrichtungen
Die erstmals in Ostdeutschland geplant Bauweise (Steinschüttdamm mit Asphaltbetonkern) sowie die respektable Dammhöhe veranlaßten die meßtechnischen und bautechnischen Planer zu einer gründlichen Instrumentisierung des Bauwerks, speziell des diffizilen Dichtungselementes und seiner unmittelbaren Umgebung. Der insgesamt verfügt über sieben Meßquerschnitte.
Neben der Meßtechnischen Überwachung der Stollen und Gänge lag der Schwerpunkt der Instrumentierung im Trinkwasserentnahmeturm eischließlich Schieberkammer und wasserseitigem Freibaustollen (Anschluß an den Grundablaßstollen)
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05.05.2000