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Exkursion des WW41 "Flussbau" zu flussbaulichen Anlagen in Sachsen und Thüringen



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Das Weiterbildende Studium Wasser und Umwelt führte im März 2008 in Weimar die Präsenzphase zum Kurs WW41 "Flussbau" durch. In dieser Woche hatten die Teilnehmer/-innen Gelegenheit, den in der Fernstudienphase bearbeiteten Lehrstoff zu vertiefen. Dazu waren Autoren der entsprechenden Kapitel und weitere Referenten anwesend, nahmen Stellung zu den Fragen der Studierenden, führten den Lehrstoff an Beispielen weiter aus und berichteten über neue Erkenntnisse und Entwicklungen.

Die obligatorische Fachexkursion führte diesmal zu mehreren Zielen im Leipziger Raum und einer Sohlgleite bei Uthleben in Thüringen. Ein herzlicher Dank gilt hierbei besonders Herrn Nestler von der Flussmeisterei Leipzig und Herrn Trepte von der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV) für die Vorortbetreuung bzw. organisatorische Unterstützung.

AGRA Wehr,
Palmengartenwehr und Elsterbecken,
Luppewehr
Sohlgleite Uthleben
 

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Pfeil nach oben AGRA Wehr

Das AGRA Wehr liegt südlich von Leipzig nahe des AGRA Parks in der Stadt Markkleeberg am Flusskilometer 5,18. Es wurde 1971 erbaut und dient dem Hochwasserschutz sowie der Wasserverteilung zwischen Pleiße und Mühlpleiße. Über das Wehr können somit die Wasserstände des Gewässerknotens im Stadtgebiet von Leipzig beeinflusst und gesteuert werden.

Das Wehr hat eine Gesamtbreite von 34 m und besteht aus einer festen Wehrschwelle / Überlaufschwelle mit einer Breite von 24,70 m und aus einer Schützanlage mit zwei Hubschützen als Rollschützen, deren lichte Breite jeweils 4 m beträgt. Im Oberwasser an der rechten Wehrmauer befindet sich das Abschlagbauwerk der Mühlpleiße, welches ebenfalls über ein Hubschütz als Rollschütz reguliert wird. Die Stauhöhe unmittelbar am Wehr beträgt 2,15 m, bei einem Stauziel von 113,29 m über Höhennormal (i) (HN).

Zur Energieumwandlung ist im Unterwasser des Wehres ein 11,25 m langes Tosbecken mit einer Vertiefung von 0,72 m aus Beton angeordnet. Im Anschluss an das Tosbecken besteht die Befestigung des Abflussquerschnittes auf einer Länge von ca. 50 m aus einer Pflasterung. Im weiteren Verlauf ist das Flussbett auf 20 m mit einer Steinschüttung befestigt. Zur Wehranlage gehört ein Bedienhaus, das sich neben dem Wehr am Ostufer der Pleiße befindet.

Die aktuell durchgeführte, grundhafte Sanierung der Wehranlage beinhaltet im Wesentlichen die Instandsetzung der Betonbauteile sowie die Erneuerung der technischen Ausrüstung, einen neuen Korrosionsschutz des Stahlwasserbaus, die Herstellung einer Fischaufstiegsanlage und die Anbindung der Gesamtanlage an das Leit- und Steuersystem der Landestalsperrenverwaltung. Das baustellenbedingte Umleitungsgerinne ist für einen Durchfluss von 20 - 25 m3/s bemessen.

 
AGRA Wehr
 

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Pfeil nach oben Palmengartenwehr und Elsterbecken

Das Palmengartenwehr (auch: Oberes Elsterwehr) regelt den Zufluss ins Elsterbecken und wurde in den Jahren 1913 bis 1917 als kombiniertes Walzen- / Schützen-Wehr erbaut. Die Namensgebung leitet sich vom am westlichen Brückenlager befindlichen Palmengarten, einem 1893-1899 geschaffenem Vergnügungspark, ab.

Die Wehranlage dient der Steuerung des Wasserzulaufs aus der von Westen kommenden Weißen Elster sowie des von Süden kommenden vereinigten Elster- und Pleißeflutbetts in das nördlich gelegene Elsterbecken. Außerdem kann die Beaufschlagung des südlich des Wehres nach Osten abgehenden Elstermühlgrabens geregelt werden.

Das Wehr verfügt über vier Wehrfelder, wobei sich zwischen den mittleren Feldern ein Betriebshaus mit den Steuerungsanlagen für die Walzen (i) befindet. Diese liegen in den je 17 m breiten Bögen der mittleren Felder. Hieran schließen sich auf beiden Seiten schmalere Schützenöffnungen an, über denen die zugehörigen kleineren Schützhäuser stehen. Das gesamte Wehr trägt eine Verblendung mit Granitsteinen.

Das Palmengartenwehr ist ein technisches Denkmal und erfüllt, weil weiterhin voll funktionstüchtig, wichtige Aufgaben im Hochwasserschutz für die Stadt Leipzig. Im Zuge der gerade stattfindenden Sanierung wurde besonderer Wert auf den Erhalt des historischen Erscheinungsbildes gelegt.

 
Palmengartenwehr / Elsterbecken
 

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Das Elsterbecken ist ein westlich der Leipziger Altstadt gelegener 2.650 m langer und 155 m breiter Kanal (zusammen mit der Weißen Elster ein Fließgewässer I. Ordnung). Erbaut wurde es zwischen 1913 und 1925 als Bestandteil eines geplanten Hochwasserschutzsystems für die Stadt Leipzig.

Neben dem Palmengartenwehr ist das Elsterbecken noch mit drei weiteren Wehranlagen versehen: dem Nahlewehr (regelt den Abfluss in die Nahle), dem Luppewehr (regelt den Abfluss in den Luppekanal), und dem Unteren Elsterwehr (regelt den Abfluss in die Neue Elster). Das gesamte Elsterbecken ist ein Wasservogelschutzgebiet mit überregionaler Bedeutung.

 
Pfeil nach oben Luppewehr

Das Luppewehr bildet zusammen mit dem benachbarten Nahlewehr und dem Unteren Elsterwehr den nördlichen Abschluss des Elsterbeckens. Die drei Wehre regulieren im Verbund die Stauhaltung im Elsterbecken sowie die Hochwasserverteilung. Über das mittig gelegene Luppewehr wird dabei der Großteil des ständigen Abflusses in den Luppekanal (Neue Luppe) abgeführt.

Das Luppewehr wurde 1954 erbaut und musste aufgrund baulicher Mängel in den 80-er Jahren und 2003 grundhaft saniert werden. Die Abflusssteuerung bei Niedrig- und Mittelwasser erfolgt nun über ein 3 m breites Hubschütz mit anschließendem Schanzenüberfall. Zur Hochwasserabführung und Verminderung der Sedimentanreicherung im Staubereich wurde eine 23 m breite Fischbauchklappe angeordnet. Eine Fischwanderhilfe mit 17 Becken (Rauhgerinne-Beckenpass) ermöglicht die Durchgängigkeit des Qzerbauwerks für Gewässerfauna.

 
Luppewehr
 

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Pfeil nach oben Sohlgleite Uthleben

Die letzte Station der Exkursion war die Besichtigung der kürzlich fertig gestellten Sohlgleite an der Helme bei Uthleben.

 
Sohlgleite Uthleben
 

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last update: Tuesday, 10-Jun-2008 16:36:54 CEST
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