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Exkursion des Kurses WW40 "Umweltrecht" im September 2003



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Das Weiterbildende Studium Wasser und Umwelt führte im Sebtember 2003 in Weimar die Präsenzphase für den Kurs WW40 "Umweltrecht" durch. Die Teilnehmer hatten in dieser Woche die Gelegenheit, den in der Fernstudienphase bearbeiteten Lernstoff zu vertiefen. Dazu waren die Autoren der entsprechenden Kapitel anwesend und nahmen Stellung zu den Fragen der Studierenden, führten den Lehrstoff an Beispielen und Berechnungen weiter aus und berichteten über neue Erkenntnisse aus ihren Fachgebieten.

Zur Vertiefung der Kenntnisse wurde durch Herrn Dipl-Ing. Jürgen Martens am 24. September 2003 eine Exkursionen für die Teilnehmer zur bundeseigenen WISMUT GmbH in Ronneburg und zur Stahlwerk Thüringen GmbH, auch Maxhütte genannt, in Unterwellenborn organisiert.

Die WISMUT GmbH in Ronneburg bei Gera

Mit den ersten Erkundungsarbeiten sowjetischer Geologen im Jahre 1949 begann ein Kapitel in der Geschichte der Stadt Ronneburg, das vom Uranbergbau geprägt war.
Die Wismut AG war bis 1953 ein rein sowjetisches Unternehmen, das unmittelbar nach dem II. Weltkrieg im Rahmen von Reparationsleistungen in Sachsen und Thüringen Uranerzlagerstätten ausbeutete.
Ab 1954 wurde die DDR mit 50 % am Unternehmen beteiligt. Im Zuge der deutschen Einheit wurde am 1. Januar 1991 die Uranerzgewinnung endgültig eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt war die Wismut mit 231.000 Tonnen Uran der drittgrößte Uranproduzent der Erde.
Die Sowjetisch-Deutsche AG Wismut hinterließ eine vom Bergbau stark in Mitleidenschaft gezogene Landschaft. Tausende Bergleute und ihre Familien standen plötzlich ohne berufliche Zukunft da.

Luftbild Ronneburg

Mit dem Ende des Uranerzbergbaus begann jedoch ein neues Kapitel. Nach der Umstrukturierung der SDAG Wismut erfolgte auf der Grundlage des "Wismut-Gesetzes" im Dezember 1991 die Umwandlung in eine GmbH. Ihre Aufgabe war und ist es, die Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus zu sanieren. Aus dem ehemaligen Bergbaubetrieb im Ronneburger Land entstand ein Sanierungsbetrieb.

Im ersten Jahrfünft ihres Bestehens konzentrierte sich die Wismut im Ronneburger Gebiet auf die Stilllegung und Verwahrung der rund 1000 km Grubenbaue im untertägigen Betrieb. Diese Arbeiten sind inzwischen soweit fortgeschritten, dass mit der Flutung der Gruben 1997 begonnen wurde. Über Tage nahm die WISMUT GmbH seit 1991 die Haldensanierung in Angriff. Der Schwerpunkt liegt auf der Verwahrung des Tagebaus Lichtenberg durch Umlagerung der Halden. Hier rollt die größte Kipperflotte Europas und versetzt im wahrsten Sinne des Wortes Berge. Bereits 1995 verschwand die Gessenhalde im Tagebau Lichtenberg. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts werden die gewaltigen Absetzerhalden und die Wahrzeichen des Ronneburger Landes, die Spitzkegelhalden, folgen. Auf diese Weise wurden in den vergangenen Jahren im Sanierungsbetrieb Ronneburg viele Arbeitsplätze erhalten, von denen mehr als 1000 auch weiterhin eine Perspektive haben werden.

Die Sanierung des Ronneburger Landes ist eines der großen Vorhaben im Umweltschutz Europas. Was hier geleistet wurde und noch zu leisten sein wird, findet weltweites Interesse. Diesem Interesse trägt das dezentrale Projekt "Revitalisierung der Uranerzbergbaufolgelandschaft Ostthüringen" Rechnung, mit dem sich die WISMUT GmbH an der EXPO 2000 beteiligt. Damit tritt die Sanierung des Ronneburger Landes endgültig aus dem regionalen Rahmen. Ronneburg verliert im Zuge der Sanierung seine bekannten Wahrzeichen, die Spitzkegelhalden. Dafür wird diese Stadt künftig ein Wahrzeichen sein für ökologisch sinnvolle Sanierung solcher komplizierter Altlasten auf der Grundlage modernsten Know-hows im Interesse der in der Region lebenden Menschen.


Historische Bilder
Historische Bilder Historische Bilder Historische Bilder Historische Bilder
 

Ziele der Gesellschaft:

Aufgaben der Gesellschaft:

Ronneburger Bergbaugebiet mit Tagebau Lichtenberg, um 1990
Ronneburger Bergbaugebiet mit Tagebau Lichtenberg
 

Die Sanierung - Übertage

Zur übertägigen Sanierung gehören die Demontage und der Abbruch stillgelegter, in der Regel kontaminierter Betriebsanlagen, die Umlagerung von Halden oder ihre Verwahrung vor Ort, die Verwahrung der Industriellen Absetzanlagen (Schlammbecken) der Aufbereitungsbetriebe an Ort und Stelle sowie die erosionssichere Gestaltung der wieder nutzbar gemachten Betriebsflächen. Diese flächenhaften und objektbezogenen Sanierungsarbeiten bewirken außerdem eine deutliche Verbesserung der Umwelt sowie die Erhöhung der Nutzungsfähigkeit der Umweltressourcen Boden, Luft und Wasser.

Die Sanierung - Untertage

Die untertägige Sanierung umfasst die Entsorgung, sichere Verwahrung und abschließende Flutung der untertägigen Hohlräume. Dazu müssen u. a. die Gruben von wassergefährdenden Stoffen wie z. B. Öle, Fette, Treibstoffe und Säuren gereinigt werden. Neu zu errichtende Wasserbehandlungsanlagen haben vor Abgabe der Flutungswässer in die Vorflut die Einhaltung behördlich vorgegebener Werte zu gewährleisten. Mit diesen komplexen Sanierungsarbeiten wird auf lange Sicht der Schutz der Tagesoberfläche und der Grundwasserleiter gewährleistet.


Sanierung
Stand der Sanierung bis Dez. 2002 in Prozent Demontage der Seilscheiben Demontage des Seilscheibenstuhls Verfüllung des Tagebaus Lichtenberg mit Haldenmaterial
 

Europas größte Caterpillar-Flotte

Das Sanierungskonzept für den Standort Ronneburg sieht vor, die Mehrzahl der umliegenden Halden über Transportentfernungen von 2,8 bis 4 km in das Tagebaurestloch Lichtenberg umzulagern. Dazu wurden Lade-, Transport- und Hilfsgeräte der Firma Caterpillar angeschafft. Die ursprüngliche Gerätekonfiguration wurde ab 1995 nochmals durch leistungsfähigere Technik ergänzt.

Dadurch konnten die spezifischen Transportkosten beträchtlich verringert werden. Bei der Umlagerung werden Tagesleistungen von bis zu 40.000 m³ erbracht, was einer Jahresleistung von ca. 10 Mio. m³ entspricht. Bis Ende 2000 wurden rd. 61 Mio. m³ Haldenmaterial im Tagebaurestloch eingebaut. Die Haldenumlagerung, die auch die markanten Spitzkegelhalden einschließt, soll im Jahr 2007 beendet sein.


Verfüllung des Tagebau-Restloches Lichtenberg
Caterpillar Muldenkipper Großgerät im Einsatz Tagebau-Restloch Lichtenberg Tagebau-Restloch Lichtenberg
 

"Pipe Conveyor" - Umweltverträglicher Transport des Haldenmaterials

Der "Pipe Conveyor" ist ein geschlossener Gurtbandförderer, der die Brecherstation am Fuße der Bergehalde Crossen mit der Silostation auf der IAA Helmsdorf verbindet. Die Brecherstation wird mit Kippern beschickt und zerkleinert das Bergematerial auf die zum Transport erforderliche Größe. Das zur Silostation auf der IAA Helmsdorf geförderte Material wird per LKW zu den Andeckstellen transportiert. Der Pipe Conveyor überquert die Zwickauer Mulde, die Bundesstraße 93/175 und die Gleisanlagen der Deutschen Bahn AG.

Technische Parameter der Anlage
Länge: l = 1809 m
Pipe-Nenndurchmesser: d = 300 mm
Bandbreite: b = 1.100 mm
Installierte Antriebsleistung: P = ca. 450 kW
Höhenunterschied: ca. 102 m
Inbetriebnahme: Januar 1997
Voraussichtlicher Transportzeitraum: ca. 14 Jahre

IAA Helmsdorf und Exkursionsteilnehmer
IAA Helmsdorf - Brecheranlage IAA Helmsdorf - Gurtbandförderer IAA Helmsdorf - Gurtbandförderer (Querung der Bundesstraße)
Teilnehmer der Exkursion Teilnehmer der Exkursion Teilnehmer der Exkursion
 
 

MAXHÜTTE - die Stahlwerk Thüringen GmbH in Unterwellenborn

Stahlwerk Thürigen - Gesamtansicht

Seit mehr als 120 Jahren ist Unterwellenborn ein traditioneller Standort der Eisen- und Stahlproduktion in Thüringen.

Der Industriestandort Maxhütte Unterwellenborn hat sich in den letzten Jahren vom Altstandort zum umweltfreundlichen Industrie- und Gewerbepark entwickelt. Unter Beteiligung der LEG Thüringen haben sich über 75 Unternehmen des produzierenden Gewerbes sowie des Handwerks- und Dienstleistungsbereiches angesiedelt, die mehr als 1.600 Arbeitnehmer beschäftigen.

Die Stahlwerk Thüringen GmbH, ein Unternehmen der ARCELOR-Gruppe, bildet mit dem 1995 erbauten modernsten Elektrostahlwerk Europas den industriellen Kernbereich des Standortes. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 650 Mitarbeiter und 42 Auszubildende. Im Jahre 2002 wurden im Stahlwerk 880.000 t Stahl und im Walzwerk 750.000 t Formstahl produziert und ein Umsatz von 227 Mio. EURO erzielt.


Bilder aus der alten Maxhütte
Hochofengicht Thomas-Stahlwerk der Maxhütte Unterwellenborn Fallender Guss im Thomas-Stahlwerk Triostraße
 

Die SWT GmbH verfügt über ein integriertes Managementsystem, das die internen Abläufe bei der Herstellung von Profilstahl, ausgehend von der Beschaffung der Roh- und Hilfsstoffe über die Produktionsprozesse Stahlwerk-Stranggießanlage-Walzwerk bis zum Versand an den Kunden, unter Berücksichtigung der Normen:

beschreibt.


Bilder aus dem neuen Stahlwerk
Schrottplatz Strangussanlage Walzwerk Abtransport
 

Die SWT GmbH verfügt weiterhin über ein durch die GAZ (Gesellschaft für Akkreditierung und Zertifizierung mbH) akkreditiertes Werkstoffprüflabor.

Im September 2000 hat sich das Stahlwerk Thüringen einer umfassenden Auditierung durch die DQS - Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen mbH unterzogen. Diese Auditierung durch die DQS wurde im Jahr 2001 und 2002 erfolgreich verteidigt. Im Ergebnis dieser Auditierung wird dem Stahlwerk Thüringen bestätigt, dass ihr Qualitäts-, Umweltschutz- und Arbeitssicherheitsmanagement den einschlägigen deutschen und internationalen Normen und Gesetzlichkeiten entspricht. Der Unternehmen wurde im Jahr 2002 der Thüringer Staatspreis für Qualität verliehen.



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last update: Wednesday, 06-Feb-2008 17:13:42 CET
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